> > > Rachmaninoff, Sergei: Monna Vanna
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Rachmaninoff, Sergei - Monna Vanna

Echter Rachmaninoff


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine echte Rarität: Rachmaninoffs Opernfragment 'Monna Vanna'. Der große Wladimir Ashkenazy hat das Projekt mit Studenten des Moskauer Konservatoriums eindrucksvoll verwirklicht.

Kraftvoll geht’s los: 'Monna Vanna' von Rachmaninoff. Rachmaninoff als Opernkomponist, das ist ein Kapitel für sich. Es gibt drei Einakter, doch die sind eher unbekannt. Dass außerdem noch das Fragment 'Monna Vanna' existiert, ist tatsächlich fast vergessen. Allerdings ist es auch nicht wirklich viel, was aus Rachmaninoffs Feder erhalten ist. Den ersten von drei Akten hat er zwar 1908 fertiggestellt, doch nur als Klavierskizze, die auf der neuen Platte zu hörende Instrumentierung stammt von Gennadij Below. 'Monna Vanna' beruht auf einem Schauspiel von Maurice Maeterlinck, doch Rachmaninoff konnte seinen Plan letztlich nicht umsetzen, da er die Rechte nicht bekam.

Der große Wladimir Ashkenazy hat sich nun dieses Fragments angenommen und arbeitet dafür mit einem Studentenorchester zusammen. Gehört hätte man das keineswegs; das Orchester des Moskauer Konservatoriums spielt in diesem Mitschnitt von 2009 nämlich ganz vorzüglich. Zu den fünf Solisten der Produktion findet man im Beiheft keine Informationen, denn auch sie sind noch jung, haben ihre Ausbildung noch nicht lange abgeschlossen und noch keine großen Namen. Große Stimmen allerdings haben sie. Wladimir Awtomonow mit kernig markantem Bariton und Dmitrij Iwantschej mit jugendlich beweglichem Tenor haben den Löwenanteil zu singen; erst in der dritten und letzten Szene kommt Sopranistin Jewgenija Duschina als Monna Vanna hinzu. Edward Arutjunjan und Michail Golowuschkin haben nur kleine Rollen in der ersten Szene.

Musikalisch ist 'Monna Vanna' echter Rachmaninoff, mit üppig blühender Tonsprache, allerdings gibt es in der durchkomponierten Struktur keine sonderlich eingängigen Arien oder markante Melodien. Da 'Monna Vanna' nur knapp 40 Minuten dauert, hat Wladimir Ashkenazy, zur Abwechslung wieder einmal als Pianist, noch eine Auswahl von Liedern Rachmaninoffs aufgenommen, gemeinsam mit der Sopranistin Soile Isokoski. Es sind einige der schönsten Lieder Rachmaninoffs darunter, natürlich auch die berühmte 'Vocalise', und sie bieten einer Sängerin die Möglichkeit, alle nur erdenklichen Facetten des Gesangs zu zeigen. Soile Isokoski nutzt diese Möglichkeit leider nicht und präsentiert überhaupt keine Facetten. Ihre Stimme passt sich den Stimmungen nicht ansatzweise an, Ausdruck wird durch ein schauderhaftes Vibrato angestrebt, was natürlich auf ganzer Linie misslingt.

Das Beiheft enthält kurze, aber profunde Informationen und das gesamte Libretto sowie sämtliche Gedichte, allerdings leider nur auf russisch und englisch. Klanglich wirkt die neue Platte überzeugend.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Rachmaninoff, Sergei: Monna Vanna

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
1
07.07.2014
Medium:
EAN:

CD
761195124925


Cover vergössern

Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Ondine:

  • Zur Kritik... Mit absoluter Innigkeit: Lars Vogt meistert Brahms Klavierkonzert Nr. 1 D-Moll mit der Royal Northern Sinfonia. Dazu 4 Balladen op. 10 in solider Interpretation Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Test bestanden: Lars Vogt empfiehlt sich für weitere Mozart-Aufgaben. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Konsequente Stilschmelze: Erst Rockstar, dann Solist am Cello im Barockensemble: Genregrenzen überwindet der finnische Komponist Olli Virtaperko, indem er sie sich einverleibt. Weiter...
    (Christiane Franke, )
blättern

Alle Kritiken von Ondine...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Herbe Tänze: Marek Szlezer legt beim Label Dux eine der Musik Karol Szymanowskis gewidmete Platte vor, die vor allem Mazurken enthält. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Unsentimental: Maurizio Paciariello spielt die drei Klaviersonaten aus dem Jahr 1936 von Paul Hindemith. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Idyllisches 20. Jahrhundert: Der Klarinettist Joë Christophe hat eine CD mit Musik des 20. Jahrhunderts aufgenommen – und nennt sie 'Idylle'. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Herbe Tänze: Marek Szlezer legt beim Label Dux eine der Musik Karol Szymanowskis gewidmete Platte vor, die vor allem Mazurken enthält. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Venedig da Camera: Roland Wilson und seine Musica Fiata mit einem anregend-lebendigen Bild mancher Stimme, die über Monteverdi hinausweist – und der Meister klingt mittendrin. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Auf der Suche nach der rechten Orgel: Jean-Jacques Kantorows Saint-Saëns-Edition mit einem weiteren fulminanten Höhepunkt. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2021) herunterladen (3200 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich