> > > Gachot, Georges: O Samba
Donnerstag, 22. August 2019

Gachot, Georges - O Samba

Weil Schenkel lachen können


Label/Verlag: EuroArts
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sie tanzen um Leben und Tod - ein achtungsvoller Blick in die Favelas.

Georges Gachot ist mit allerlei Musikfilmen hervorgetreten. Manche haben internationale Preise eingeheimst. ‚Martha Argerich. Conversation nocturne‘ (2002) dürfte am meisten Zuschauer gefunden haben. Auch ‚Rio Sonata‘ (2010) war erfolgreich. Hier nähert sich Gachot Lateinamerika: Nana Caymmi zählt zu den Ikonen des brasilianischen Pop. 2014 folgte der nächste Versuch: ‚O Samba‘ ist ein kraftvoller Achtzigminüter für Arte, ZDF und das Schweizer Fernsehen. EuroArts hat die DVD herausgebracht. Eine seriösere, sympathischere Annäherung an das Phänomen Samba ist schwerlich zu finden.

Die Filmerzählung ist nicht übertrieben diskursiv. Wenn Worte fallen, sind sie solcher Art: ‚Samba ist mein Leben.‘ Diese Herzensergießungen sind ehrlich: Hier sprechen Bewohner der Favelas, nicht Volkshochschülerwitwen. Die Erzählung ist locker gefügt. Die ersten Minuten nehmen ‚Nationalgefühl und Respekt‘ ins Visier. ‚Afrikanische Wurzeln‘ werden thematisch, die ‚Geschichte des Karneval‘, ‚Naturverbundenheit‘, ‚Sklaverei und Rassismus‘. Georges Gachots größtes Verdienst: Altklug-blöde Kommentare aus dem Off – die Nemesis der Fernsehdokumentationen – fehlen.

Martinho da Vila ist ein alter Kämpe des Samba. 'Canta canta, minha gente' geriet ihm zum Welthit. Hier dient er Georges Gachot als Cicerone. Vila Isabel, eine Tanzschule in Rio, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Sie zählt zum Dutzend jener Samba-Schulen, die beim Karneval paradieren. Die Proben verlaufen anders als in Europa, aber nicht weniger effektiv. Auch der Umzug wird gezeigt – ein Hexensabbat, prächtig und fiebernd, ungehemmt, voller Disziplin. Security und Straßenreinigung folgen den Tänzern auf dem Fuße. Der Europäer kommt ins Grübeln: Dass Menschen sich so selig gehen lassen … Degoutant zwar, doch beglückend.

Martinho da Vila lässt sich über europäische Samba-Moden aus. Sie imitierten den Klang. Die Botschaft entfalle, dito Humor. Georges Gachot wiederum ist humorvoll genug: Als Überraschungsgast tritt Nana Mouskouri in Erscheinung. Sie müht sich redlich um den Samba: Lockerheit muss man üben.

Das Cover ist retro, die Farbigkeit apart – nicht die schlechteste Lösung. Die Untertitel bleiben verträglich. Das Booklet: ordentlich. Das Original des Essays wurde in deutscher Sprache verfasst, von Katrin Haase, danach ins Englische und Französische übertragen. Das Deutsche kommt ungeschoren davon: seltener Glücksfall.

Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gachot, Georges: O Samba

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
EuroArts
1
09.06.2014
Medium:
EAN:

DVD
880242598783


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EuroArts

EuroArts Music International ist im Bereich audio-visueller Klassikproduktionen eine der weltweit führenden Produktions- und Distributionsfirmen. Das 1979 gegründete Unternehmen produziert jährlich 10-15 hochwertige Klassik-Programme – darunter Konzertaufzeichnungen in aller Welt sowie aufwändige Dokumentationen.

Renommierte, preisgekrönte Programme und Events haben EuroArts Music zu einem exzellenten internationalen Ruf verholfen. Eine intensive und langjährige Partnerschaft verbindet EuroArts Music mit führenden Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Mariinsky Theater Orchester, dem Lucerne Festival Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig und vielen anderen.

Die alljährlichen Aufzeichnungen des EUROPAKONZERTs, des Waldbühnen- und Silvester-Konzerts der Berliner Philharmoniker sind erfolgreiche und weltweit etablierte Musikprojekte von EuroArts Music. Im August 2005 produzierte und übertrug EuroArts Music live das weltweit beachtete Ramallah-Konzert des West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim. Im Januar 2006 produzierte EuroArts Music die erste Klassik-Live-Übertragung von Peking nach Europa (u.a. mit Lang Lang). Die weltweit einmaligen Musik-TV-Formate 24hoursBach und 24hoursMozart wurden zu zwei international erfolgreichen Musikevents dieses Unternehmens.

In 2012 wurde ein kompletter Prokofiev-Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten aufgezeichnet.

Seit vielen Jahren verbindet EuroArts Music eine enge Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev, Claudio Abbado, Martha Argerich, Yuja Wang und András Schiff sowie renommierten Regisseuren Bruno Monsaingeon, Frank Scheffer und Peter Rosen. Das Ergebnis sind Gesamtaufnahmen wie „The Beethoven Symphonies“ (Abbado/Berliner Philharmoniker) und preisgekrönte Dokumentationen wie Claudio Abbado – Hearing the Silence“ oder „Multiple Identities – Encounters with Daniel Barenboim“. 2006 wurde die EuroArts Music Produktion „Knowledge is the Beginning“ mit dem International Emmy Award (Arts Programming) ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm wurde 2007 mit weiteren Preisen geehrt, darunter der FIPA D'OR Grand Prize 2007 (Kategorie „Performing Arts”) sowie als „Best Arts Documentary„ bei dem renommierten 2007 Banff World Television Festival.

Innovation und Qualität bildeten von Anfang an die Grundpfeiler der Firma. Zahlreiche internationale Auszeichnungen bestätigen dies, darunter:

Oscar® für die Koproduktion von „Journey of Hope”

Grammy Award für „Kurt Weill’s: Rise and Fall of the City of Mahagonny”

Emmy Award und ECHO Klassik für „Knowledge is the Beginning”

2 weitere ECHOs für „A Surprise in Texas” (ECHO Klassik) und

„Django Reinhardt- Three-fingered Lighnting” (ECHO Jazz)

Peabody Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

National Education Award (USA) für „Sir Peter Ustinov: Celebrating Haydn”

 

Sowie folgende Nominierungen:

 

Emmy Award für „Robbie Robertson”

Rocky und Grammy Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

 

Der Katalog von EuroArts Music umfasst rund 1.800 Musikprogramme, darunter gehören neben EuroArts Eigenproduktionen auch Programme von zahlreichen unabhängigen Produktionsfirmen.
Das in Berlin ansässige Unternehmen vertreibt seine Programme weltweit selbst. EuroArts Music gehört auch im Vertrieb von audio-visuellen Musikproduktionen (TV und DVD/Blu-ray) zu den weltweit führenden Distributoren.

Viele eigene Produktionen werden weltweit auf dem eigenen Label EuroArts als DVD und Blu-ray, sowie als digitales Produkt vermarktet.

Seit 2016 werden die physischen Produkte durch Warner Music vertrieben.


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