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Freitag, 15. Dezember 2017

ATOS Trio - the russian album

Geschärfter Ausdruck


Label/Verlag: Farao Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das ATOS Trio begeistert mit feinnerviger Gestaltung, wunderbarer Homogenität der Farbgebung und genau abgestimmtem, schmiegsamem Rubato. Die Ausdruckstiefe der russischen Klaviertrios wird voll ausgeschöpft.

Russische Klaviertrios auf einer Platte zu konzentrieren, bietet sich erstens aufgrund der ähnlich hohen kompositorischen Qualität der Gattungsbeiträge ab den 1890er Jahren an und zweitens wegen der stilistischen Vielfalt der Werke, die innerhalb einer kurzen Zeitspanne entstanden sind. Daher sind beispielsweise Klaviertrios von Anton Arensky, Peter Tschaikowsky, Sergej Tanejew oder Sergej Rachmaninoff oft in unterschiedlichen Konstellationen versammelt. Das ATOS Trio erweitert allerdings den Komponistenkreis sowie das stilistische Spektrum auf seinem ‚Russian Album‘ um einen weiteren ‚Klassiker‘ der russischen Klaviertrio-Literatur: Dmitrij Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 op. 67. Es steht – entgegen der üblichen Positionierung in Kammermusikkonzerten des Trios, wie man in dem mit erfreulich persönlichen Einlassungen der drei Musiker aufwartenden Beiheft erfährt – am Anfang des Programms und legt die enorme expressive Fallhöhe fest. Das Kunststück der famosen Klaviertrio-Formation besteht darin, dass nach diesem vor Ausdrucksintensität fast berstenden Eingangsstück die Spannung nicht abflaut. Es sind nur andere Ausdrucksbereiche, die im Folgenden mit Arenskys d-Moll-Klaviertrio op. 32 und Rachmaninoffs 'Trio élégiaque'g-Moll erkundet werden, aber nicht flachere.

Annette von Hehn (Violine), Stefan Heinemeyer (Cello) und Thomas Hoppe (Klavier) vollbringen das Kunststück, das Zusammenspiel bei aller agogischen Schmiegsamkeit des Vortrags so minutiös abzustimmen, dass der Eindruck entsteht, das ATOS Trio spreche bei aller Farbvielfalt nur mit einer Stimme. Es ist in der Tat bemerkenswert, wie wendig die Spannungslinien mit mikroskopischen Temponuancierungen verfolgt werden, dabei aber wie mit einem einzigen Atem musiziert wird, so dass kein Blatt Papier zwischen die drei Stimmen passt. Diese Basis verschafft dem Ensemble die Gelegenheit, Abweichungen expressiv aufzuladen. So wirkt nach der schrecklich schönen, körperlosen Flageolett-Einleitung im Allegro-Teil des Kopfsatzes manche Wendung der Violine so, als wolle sie dem starren rhythmischen Korsett, das vom Klavier festgenagelt wird, mit ausdrucksvollem Rubato entgehen, schafft aber den Ausbruch nicht. Ähnliches zeigt sich auch im vierten Satz. Diese winzigen Reibungen, die erst vor dem Hintergrund des ansonsten so messenscharfen Zusammenspiels entstehen, wirken wie Brandbeschleuniger des Ausdrucksfeuers, das hier entfacht wird. Nur selten ist Schostakowitschs zwischen Totentanz und einsamer Seelenbrache angesiedelte Musik so wenig äußerlich gedeutet worden. Man muss die Interpretation, die dank der erstklassigen klanglichen Präsentation detailscharf vermittelt wird, zu den gelungensten dieses – wahrlich oft eingespielten – Grundpfeilers der Klaviertrio-Literatur zählen.

Vergleichbar hochstehend sind die Deutungen der Klaviertrios von Arensky und Rachmaninoff, in denen freilich andere Wege beschritten werden als in Schostakowitschs durch einen Exzess an Klangschärfen, Kontrasten und rhythmischer Wildheit gekennzeichnetem e-Moll-Trio. In Arenskys Klaviertrio Nr. 1 spürt das ATOS Trio dem schwärmerisch-lyrischen Tonfall mit fein abgestufter Agogik nach und weiß auf struktureller Ebene mehrstimmige Verläufe sowie Gegensätze der musikalischen Thematik durch klug angelegte Charakterentwicklungen sinnvoll zu verbinden. Die drei Musiker pflegen ganz offensichtlich ein inniges Musizieren mit Herz und Hirn. Da denkt das Herz und das Hirn fühlt mit. Anders lässt sich nicht erklären, wie eine so enge Korrespondenz der Farbgebung in Violine und Cello entstehen kann, wie das Klavier expressive Gesten der Streicher, wenn es die mehrstimmige Anlage einfordert, auch ohne die Möglichkeit der Tonvariabilität von Streichinstrumenten diese zu imitieren imstande ist.

Man darf diese von Farao Classics in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur produzierte Aufnahme zu den Kammermusik-Höhepunkten dieses Jahres zählen. Auch deswegen, weil die zeitgemäße (und dabei nicht oberflächliche!) Bookletgestaltung sowie die fulminante Klangtechnik diese voll musikalischem Dynamit steckende Einspielung vorbildlich abrunden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    ATOS Trio: the russian album

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Farao Classics
1
02.06.2014
72:55
2012
EAN:
BestellNr.:

4025438080833
B 108083


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ATOS Trio - the russian album



Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
Trio Nr. 2 e-moll, op. 67 (1944)

Anton Arensky (1861–1906)
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll, op. 32 (1894)

Sergej Rachmaninoff (1873–1943)
Klaviertrio Nr. 1 g-Moll, op. posth.



Russische Musik.

„ Auf unser ,French Album‘ folgt mit dieser CD das ,Russian Album‘ das von der Stimmung her kaum einen größeren Kontrast bilden könnte. So frühlingshaft und licht das ,French Album‘ ist, so überwiegt im ,Russian Album‘ eine düstere und melancholische Grundstimmung. Als Konzerttitel für das ,Russian Album‘ wählten wir Tolstois Dramentitel ,Und das Licht scheint in der Finsternis‘, gibt es doch in allen drei Trios neben der Düsterkeit hoffnungsvolle, helle Momente.

Arensky und Schostakowitsch widmeten ihre Trios dem Andenken verstorbener Freunde, Rachmaninoff nannte sein Erstlingswerk ,Trio élégiaque‘ und beschloss es mit einem Trauermarsch, auch wenn es hierfür keinen offensichtlichen Anlass gab. Schostakowitschs zweites Trio ist wohl das bekannteste Werk dieser CD. Geschrieben 1944 in Leningrad, kann sich vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs wohl kein Zuhörer der Verzweiflung dieser Zeit entziehen.

Aus dieser Empfindung heraus spielen wir es ausschließlich am Ende eines Konzerts. Nach aller Trauer, Verzweiflung, Grausamkeit und Klage erscheint durch die allerletzten Takte in E-Dur ein Hoffnungsschimmer - das Licht, das in der Finsternis scheint.“

Annette von Hehn



ATOS Trio

Annette von Hehn, Violine ⏐ Stefan Heinemeyer, Violoncello ⏐ Thomas Hoppe, Klavier

Das ATOS Trio (Anette - T(h)omas - Stefan) wurde 2003 gegründet. Heute ist es eines der ganz wenigen deutschen Kammermusikensembles, die weltweit die großen Konzertreihen erobern. Ziel ist es, gemeinsam in Ausdruck und Dynamik an die Grenzen zu gehen und dabei keine Extreme zu scheuen. Ein warmer, homogener Trio-Klang, das differenzierte Herangehen an die verschiedenen Musikstile und Epochen, vor allem aber das künstlerische Miteinander-Kommunizieren und die vollkommene Hingabe an die Musik stehen dabei im Vordergrund. Für die drei Musiker hat das Spiel im Klaviertrio absoluten Vorrang vor allen anderen musikalischen Aktivitäten."

Preise und Auszeichnungen des Trios

- Kalichstein-Laredo-Robinson International Trio Award, USA 2007
- ,Franz Schubert und die Musik der Moderne‘, Graz (1. Preis)
- ,5th Melbourne International Chamber Music Competition‘:
Preis in der Sparte Klaviertrio, Grand Prize aller Wettbewerbs-Kategorien, Publikumspreis, Musica-Viva-Preis

Eine Co-Produktion mit Deutschlandradio Kultur.



FARAO classics, Juni 2014
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Concerti: "… Eine Intensität, die aufwühlt. … Statt zu donnern, setzen die Drei hier auf ein rhythmisch genau kalkuliertes Spiel, um sich dann umso mehr mitnehmen zu lassen von der düsteren Melancholie. Die hohe Kunst der Finsternis!"

Freiburger Universitätsblätter: "[…] bemerkenswerte Intensität und zugleich dramatische Kraft, spielen äußerst engagiert, ohne indessen in Gefühlen zu “baden”, mitreißend und dennoch stets durchdacht. … eine sehr empfehlenswerte Aufnahme…"

RBB Kulturradio: "... Die drei Klaviertrios von Schostakowitsch, Arensky und Rachmaninow auf einer CD einzuspielen, ist eine ebenso grandiose wie mutige Idee. Doch das Atos Trio aus Berlin, das auf seiner Homepage mit dem Slogan „sehr ernste Musik“ daherkommt, wird dem hohen Anspruch dieser Werkzusammenstellung voll gerecht. Die beiden spätromantischen Werke von Arensky und Rachmaninow erklingen mit vollem Einsatz. Es wird nicht an russischem Pathos gespart, aber auch die leisen, ruhigen Passagen gelingen vortrefflich. ..."

Stuttgarter Zeitung: "CD-Tipp! Wenn es eine Musik gibt, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt dann diese: Dmitri Schostakowitschs zweites Klaviertrio in e-Moll […] Doch das Werk ist das eine. Es braucht auch Künstler, die diese Geschichte so erzählen, dass sie mitten ins Mark trifft. Und es wird nicht leicht ein Ensemble geben, dem das so gelingt wie dem Atos-Trio. ... Überwältigend."

Südwestrundfunk (SWR): "...das exzellente an dieser Aufnahme ist, dass man unter der sprudelnden Klavierfontäne ab dem 4. Takt (Arensky, 2. Satz; Anm. der Red.) wirklich noch hört, wie die Streicher im Pizzicato das Walzerthema fortführen. Meistens nämlich, geht das im Klavierwirbel unter. "


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Farao Classics

Ein Idee wird zum Erfolg

FARAO classics wurde vor über einem Jahrzehnt mit der Vision gegründet, den künstlerischen Prozess einer Musikproduktion von der Planung über die Aufnahme, den Schnitt und die Mischung bis zur Veröffentlichung maßgeblich in die Hände von Musikern zu legen. Mit dem Ziel eine einzigartige Aufnahme mit künstlerischer Persönlichkeit zu schaffen, finden bei uns kurzlebige kommerzielle Erfolgsaussichten und marketingtechnisches Kalkül keine Berücksichtigung. Vielmehr stellt sich vor jeder neuen Produktion die Kernfrage: Gibt es einen zwingenden künstlerischen Grund, warum die Aufnahme erscheinen soll? Auch in den Bereichen Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit zeigen sich die Vorteile einer unabhängigen Plattenfirma - kurze Wege, persönliches Engagement und Liebe zum Produkt.

In München zu Hause, international anerkannt

Erstklassige Künstler, spannende Projekte und Interpretationen, hervorragende Klangqualität und eine aufwändige Produktausstattung sorgen bei Presse und Publikum immer wieder für Furore. So konnten sich unsere Veröffentlichungen auch weltweit im Tonträgerhandel etablieren und sind in allen wichtigen Märkten erhältlich.

Hörgenuss in Surround - Pure Audio Blu-ray Disc | SACD

Eine außergewöhnliche Klangqualität unserer Aufnahmen ist seit jeher eines der wichtigsten Ziele von FARAO classics. Musik außerhalb des Opernhauses oder Konzertsaales hören und dennoch ein Höchstmaß an musikalischer Authentizität und klanglicher Brillanz zu genießen, war und ist bei uns Standard. Der Traum aber, den Zuhörer zuhause in ein verblüffend reales Hörerlebnis zu versetzen ist Realität geworden - 5.0 Surround!

Die hochauflösenden Tonträger Pure Audio Blu-ray Disc und SACD mit ihrer Fähigkeit Musik dreidimensional wiederzugeben, stellen eine neue Dimension des Hörens dar. Eine geeignete Surround-Anlage vorausgesetzt, "befindet" sich der Zuhörer inmitten des Klangeschehens und kann so die Musik viel plastischer miterleben, als dies jemals zuvor möglich gewesen wäre! Auch wird die Klangqualität der CD, bedingt durch die höhere digitale Auflösung, um ein Vielfaches übertroffen.

Pure Audio Blu-ray Disc

Resultierend aus der hohen Speicherkapazität der Blu-ray Disc (kurz BD) ist es erstmals möglich den Ton absolut verlustfrei zu speichern und die Aufnahme somit in voller, hochauflösender Studioqualität wiederzugegeben - was man hört entspricht der Qualität der Masteraufnahme!

Die Blu-ray Disc unterstützt die Tonformate der nächsten Generation: Dolby TrueHD, DTS-HD und originäres LPCM. FARAO classics produziert in Stereo (LPCM 96 kHz/24bit) und im Surround Format 5.0 (DTS-HD).

Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erheblich höheren Kapazität der Blu-ray Disc: neben vielen Stunden Spielzeit im hochauflösenden Stereo- bzw. 5.0 Surround Format können auch Filme mit Interviews und Portraits der Künstler in HD-Qualität als Bonusmaterial enthalten sein.

Wie der Name Pure Audio Blu-ray Disc aber schon sagt, das eigentliche Programm enthält kein Bildmaterial des Konzerts oder der Studioaufnahme. Die Pure Audio Blu-ray Disc kann genau wie eine CD abgespielt werden, ohne das TV-Gerät einschalten zu müssen. Die Tonspuren, wahlweise Stereo LPCM oder 5.0 DTS-HD, werden über die Farbtasten der Fernbedienung des Blu-ray Players ausgewählt. Die einzelnen Titel lassen sich auch mit den Zifferntasten direkt ansteuern. Die visuellen Optionen (Bildschirm-Menü) können, müssen aber nicht benutzt werden. Um die Aufnahmen auch im Auto, auf herkömmlichen CD-Playern oder anderen Geräten abspielen zu können, liefern wir die Pure Audio Blu-ray Disc zusammen mit einer zusätzlichen CD aus - ohne Aufpreis!

Eine SACD-Hybrid kann sowohl auf CD-Playern (in CD-Qualität), als auch auf SACD-Playern (hochauflösend in Stereo oder Mehrkanal) abgespielt werden. Durch diese Kompatibilität macht der Kauf einer SACD auch dann Sinn, wenn die entsprechende Anlage erst in der Zukunft angeschafft werden soll.

Musik in Klang und Bild - DVD-Video

Mit den DVD-Videos "Orphée et Eurydice" und "Rodelinda" haben wir Neuland betreten - bewegtes Bild. Während man auf dem Bildschirm der Inszenierung und den Künstlern optisch folgen kann, erfährt das Ohr dank des auf das Bild abgestimmten Surroundklangs die Illusion, sich tatsächlich im Opernhaus oder Konzertsaal zu befinden. Für "Rodelinda" wurden wir 2005 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Wir hoffen, Ihnen mit unseren Produktionen musikalische Freude zu bereiten!


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