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Montag, 4. Juli 2022

Lost in Transition - Werke von Gesualdo, Demantius, Cornelius u. a.

Übergänge


Label/Verlag: Rondeau
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Daarler Vocal Consort mit einem interessanten Programm: Vor allem der Zugriff auf die modernen Kompositionen vermag zu überzeugen.

Im Leben jedes Menschen gibt es bei näherer Betrachtung vermutlich mehr Situationen des Übergangs, als jedem von uns klar ist – das schon nicht mehr Seiende, das noch nicht ganz Gewordene bestimmt immer wieder den Gang der Dinge, mit all den Ängsten und Hoffnungen, die darin liegen können.

Das Daarler Vocal Consort aus Saarbrücken hat unter dem Titel ‚Lost in transition‘ ein gut einstündiges Programm zusammengestellt, das sich mit ganz verschiedenen Phänomenen des Übergangs beschäftigt. Durchaus nicht systematisch in der Anlage, spannt es einen großen Bogen – auch stilistisch: Von Gesualdo über Demantius und ein paar große Romantiker bis in die Gegenwart. Das Alte hat dabei an Umfang und Eindruck nur eine kleinere Rolle. Vor allem die Musik der Gegenwart ist es, der sich das Ensemble mit besonderem Ertrag widmet. Wunderbare Einzelstücke wie 'Von 55 Engeln wunderbar behütet' von Wolfram Buchenberg, das harmonisch so herrlich unklar gehaltene 'Im Nebel' von Kurt Bikkembergs, dazu die herberen Sätze von Reiko Füting und Jaako Mäntyjärvi, schließlich der fast schon klassische Kurzzyklus zum 'Canticum Canticorum' von Ivan Moody oder das beschließende und titelgebende 'Lost in transition' von Georg Grün, Bariton des Ensembles und Leiter des KammerChor Saarbrücken.

Eingelagert sind mit Cornelius, Brahms, Reger oder Grieg einige Romantiker, die schöne Farben einbringen, wenngleich zum Beispiel Griegs 'Ein Traum' in größerer Besetzung, mit stärker ausgeprägter dynamischer Differenzierungsfähigkeit noch mehr Effekt erzielt haben würde. Und nicht zu vergessen: 'Un soir de neige' von Francis Poulenc – ein Komponist, der zumindest so zyklisch und fein gedeutet wie hier, immer eine Bereicherung ist.

Vielleicht hätte ein linearer stilistischer Fortgang des Programms noch mehr fesseln können – wenn man sich hier allmählich auf die durchweg attraktive moderne Tonsprache eingestellt hat, wirkt manche romantisch Satz wie ein Zurücktreten. Zumindest dann, wenn man die Platte in einem Stück hört.

Stark im Feinen

Das Daarler Vocal Consort ist mit sechs Stimmen besetzt: Yvonne Zimmer singt Sopran, Susanne Wagenmann Mezzosopran, Marita Grasmück Alt, Helmut Winkel Tenor, Georg Grün Bariton und Stefan Paul Bass. Sämtliche Stimmen sind sehr charakteristisch und formen bei aller Individualität und Plastizität ein harmonisches Ensemble, mit spürbar intensiver Interaktion. Auffällig sind üppige lyrische Qualitäten, sehr gelungen auch in reduzierten Konstellationen demonstriert. Dynamisch wird das Feine, Delikate betont, intoniert wird überzeugend, auch in komplizierteren Kontexten, allenfalls auf einzelne Akkordverbindungen fallen kleine Schatten.

Das Daarler Vocal Consort zeichnet sich ganz besonders bei den modernen Sätzen aus, die mit großer Präzision und in gültiger Deutung präsentiert werden. Beispielsweise bei Poulenc scheint eine gewisse klangliche Vorsicht zu walten, die nicht alle expressiven Nuancen zur Geltung bringt. Und generell gilt für Platten mit einer großen stilistischen Bandbreite: Die Gefahr einer allzu deutlichen Annäherung des Zugriffs ist gegeben – dem entgehen die Saarbrücker nicht ganz, wenngleich diese Sphäre durchaus nicht vordergründig problematisch ist. Klanglich ist die Konstellation sehr schön, wunderbar konzentriert, mit einer angenehmen räumlichen Note, mit überzeugender Balance und angemessener Präsenz aller Stimmen.

Am deutlichsten reüssiert das Daarler Vocal Ensemble bei der Musik der Gegenwart. Die oft heiklen und anspruchsvollen Sätze werden mit Delikatesse und sensiblem Zugriff gedeutet. In diesen Stücken unterstreichen die sechs Vokalisten ihre klanglichen Fähigkeiten und ihr feines Gehör.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Lost in Transition: Werke von Gesualdo, Demantius, Cornelius u. a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Rondeau
1
26.05.2014
Medium:
EAN:

CD
4037408060875


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Rondeau

Rondeau Production – am kulturellen Puls!

Rondeau Production ist ein Synonym für künstlerisch wie technisch erstklassige Einspielungen von geistlicher Chor- und Vokalmusik. Seit Jahren verbindet das Unternehmen eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Spitzenensembles der Vokalszene: Der Thomanerchor Leipzig, der Windsbacher Knabenchor, der Knabenchor Hannover – gerade hier engagiert sich Rondeau mit Begeisterung für die jungen Talente und stellt ihre beeindruckende Leistungsfähigkeit mit mehrfach ausgezeichneten Aufnahmen unter Beweis. Erstklassige Künstler, deren hohe Ansprüche an sich selbst und der Fokus auf besondere Qualität bedingen die eigene Unternehmensphilosophie und sind der Grundstein für ein in dieser Ausprägung einzigartiges Portfolio an Tonträgern. Eine weitere Öffnung für Orgelmusik mit Künstlern wie Tobias Frank, Oliver Kluge oder Ullrich Böhme sorgt für weitere Klangvielfalt. Neben Labelmanager und Produzent Frank Hallmann garantiert ein kreatives Team musikbegeisterter Mitarbeiter den hohen Standard. Die Aufnahmen entstehen an interessanten und handverlesenen Konzertorten, während Mischung, Mastering und CD-Produktion im hauseigenen Tonstudio in der Leipziger Petersstraße erfolgen. Daher sorgt nicht nur der Sitz in der Bach-Stadt dafür, dass das Label stets am kulturellen Puls agiert.

Geschichte: Aus der Provinz in die weite Welt!

Rondeau Production – das sind über 25 Jahre begeistertes wie begeisterndes Engagement für die Chormusik in Deutschland auf höchstem Niveau. Karl-Friedrich Beringer, langjähriger Leiter des Windsbacher Knabenchores, gründete 1977 gemeinsam mit Herbert Lange das erfolgreiche CD-Label, um die eigenen Tonträger anbieten zu können, und noch immer gehört das Spitzenensemble aus Mittelfranken zu den Zugpferden des Unternehmens. Im Jahr 2005 entschloss sich die Rondeau Production zu einer Erweiterung ihres Angebots und nahm den traditionsreichen Thomanerchor sowie den Knabenchor Hannover als renommiertes Pendant in ihr Portfolio auf. Diesen vokalen Klangkörpern folgten immer mehr namhafte Chöre und Ensembles, so dass sich der Katalog von Rondeau Production mittlerweile wie ein „Who is who?“ der deutschen Vokalszene liest und anhört. Darüber hinaus ergänzte man das Angebot auch in Richtung Orgelmusik, wofür man Interpreten wie Tobias Frank, Oliver Kluge oder Ullrich Böhme gewinnen konnte. Seit 1996 ist Frank Hallmann als Journalist und Diplom-Kirchenmusiker Geschäftsführer von Rondeau Production und damit maßgeblich für das heutige breite wie tiefe Angebot des Unternehmens verantwortlich. Rondeau Production ermöglicht dabei nicht nur die Produktion, sondern auch den weltweiten Vertrieb ausgewählter CDs mit exzellenter Geistlicher Chormusik in hoher Qualität. Für den bundesweiten Vertrieb der Tonträger im Fachhandel sorgt Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs GmbH und fungiert so als wichtiger Partner der Rondeau Production.


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