> > > Ella, István: an der Jehmlich-Orgel der St. Wolfgangskirche zu Schneeberg
Dienstag, 27. September 2022

Ella, István - an der Jehmlich-Orgel der St. Wolfgangskirche zu Schneeberg

Ein grosses Werk


Label/Verlag: Querstand
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Einer der drei deutschen Orte des Namens ‚Schneeberg’ neben jenen in Brandenburg und Bayern liegt in Sachsen. Dort in dieser Stadt, im Zentrum der erzgebirgischen Volkskunst, die auf halbem Wege zwischen Schumanns Geburtsstadt Zwickau und dem bekannten Wintersportort Oberwiesenthal an der Bundesstraße 93 liegt, befindet sich eine der größten Hallenkirchen Sachsens. Die dreischiffige spätgotische St. Wolfgang-Kirche (1515-1540). Dort steht auch der 1539 von Lucas Cranach d. Ä. geschaffene Flügelaltar. Die Stadt war einmal reich und ihren Reichtum begründeten Silbererzfunde 1470/71. Weshalb so eine lange Einleitung? Der Rezensions-Leser soll natürlich, wenn er Zeit findet, selbst einmal den Ort aufsuchen, an dem diese würdige CD entstand, denn Orgelmusikproduktionen entstehen nur selten im Studio, fast immer in den Kirchen im Land, was natürlich eine Abhängigkeit von der Akustik der Kirche schafft. Wer den Klang einer Orgel – in diesem Fall ein Exemplar des Dresdener Orgelbauers Horst Jehmlich aus dem Jahr 1998– in sich aufnehmen möchte, muss um Umstände und Räumlichkeiten des Instruments wissen. Über die Vorgänger-Orgeln erfährt der eifrige Booklet-Leser leider nichts, doch die Entstehungsgeschichte der jetzigen Orgel ist gut dokumentiert. Es begann noch zu DDR-Zeiten 1987, als die Kirchengemeinde im Wiederaufbau der St. Wolfgangskirche steckte. Es ist ein Gotteshaus mit viel Raum und so musste eine Orgel mit großem Volumen her. 56 Register zählt sie.

Vom Programm ist diese CD auf die Romantik fixiert, die sicher auch am besten für das Instrument geeignet ist. Der Ungar István Ella, geboren 1947 nahe Budapest spielt Mendelssohns Sonate für Orgel op.65, Nr.1 f-Moll; Franz Liszts Präludium & Fuge über B-A-C-H. Dazu gibt es Joseph Gabriel Rheinbergers Orgelsonate Nr.15 D-Dur op.168 und Max Regers Fantasie über den Choral ‚Halleluja, Gott zu loben’ op.52/3 für Orgel.

Ellas Interpretationen sind dramaturgisch intelligent aufgebaut. Technisch ist er souverän in allen Belangen. Gut, dass er Rheinbergers Sonate mit ins Programm genommen hat. Es ist ein seltener zu hörendes, gefälliges, klar durchhörbares Werk. Mendelssohns 1. Sonate, Liszts B-A-C-H und auch Regers op. 52/3 hört man des öfteren, fast zu häufig auf Neuerscheinungen.
Das Klangbild der Aufnahme ist leider nicht immer konturenscharf, was im Mittelsatz des Rheinbergers ins Gewicht fällt. Das kann aber, wie eingangs erläutert, durchaus an der Raumakustik liegen, die einen erheblichen Nachhall zu haben scheint. Wie gesagt, deshalb sollte man sich vor Ort ein Konzert anhören, um den Live-Eindruck mit dem der CD zu vergleichen. Hier im 2. Satz nimmt der Hörer auch intonatorische Unstimmigkeiten wahr.

Insgesamt ist die Aufnahme des Labels Querstand solide, wenn auch nicht brillant. Im Booklet finden sich keine Satzbezeichnungen zu den Sonaten. Auch fehlen ärgerlicherweise die Track-Nummern im Booklett. (Sie sind nur auf der Cover-Rückseite aufgedruckt). Der Solist István Ella hat aber durchaus internationalen Rang.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ella, István: an der Jehmlich-Orgel der St. Wolfgangskirche zu Schneeberg

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Querstand
1
22.07.2005
72:02
2001
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
4025796001273
VKJK0127

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Liszt, Franz
Mendelssohn Bartholdy, Felix
Reger, Max
Rheinberger, Joseph


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Interpret(en):Ella, István (Orgel)


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Querstand

Mit viel Liebe zum Detail bringt das querstand-Label dem interessierten Hörer die Vielfalt und Schönheit der klassischen Musik auf wenig ausgetretenen Pfaden näher. Das Label hat sich seit 1994 durch die Produktion hochwertiger klassischer CDs einen ausgezeichneten Ruf erworben. Über 500 Produktionen werden weltweit vertrieben, wobei ein Augenmerk auf Orgelmusik liegt. Die Gesamteinspielung der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs (bisher 11 CDs) und des Kantaten- und Orchesterwerkes des berühmten Bachschülers bilden ein Glanzlicht des Labels, dem mit der Serie ?Die Orgeln von Gottfried Silbermann? (8 CDs) ein weiteres zur Seite gestellt wurde (Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2003). Auch im kammermusikalischen und sinfonischen Bereich wurden zahlreiche CDs veröffentlicht, etwa mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Mit der Aufnahme des Passionsoratoriums ?Der Tod Jesu? von Carl Heinrich Graun mit dem MDR Rundfunkchor und dem MDR Sinfonieorchester unter Howard Arman gewann das Label 2005 einen ECHO Klassik-Award. Im Jahre 2013 erhielt die 9-CD-Box mit allen Sinfonien Anton Bruckners, eingespielt von Herbert Blomstedt mit dem Gewandhausorchester Leipzig, den ICMA (International Classical Music Award). Mit Verlagssitz im Thüringischen Altenburg kann querstand von der einzigartigen Vielfalt der mitteldeutschen Musiklandschaft profitieren, die sich auch im Verlagsprogramm niederschlägt. Neben den vielseitigen Einflüssen der fantastischen Orgellandschaft der Region, ist es auch die Nähe zur Musikstadt Leipzig mit ihrer wunderbaren Tradition und facettenreichen Szene, auf die das Label besonderes Augenmerk richtet.


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