> > > Rostock's Funfare: Werke von J. S.Bach, Gabrieli, Corelli u.a.
Dienstag, 11. Dezember 2018

Rostock's Funfare - Werke von J. S.Bach, Gabrieli, Corelli u.a.

In den Fußstapfen der Douze Grands Hautbois


Label/Verlag: Castigo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Empfehlenswert ist diese Aufnahme vor allem aufgrund ihrer Originalität, der Repertoireraritäten und der besonderen und seltenen musikalischen Zusammenkunft von Oboen, Englischhörnern, Fagotten, Heckelphon und Bassoboe.

Zwölf Oboen – was heute ungewöhnlich erscheinen mag, war vor 300 Jahren am Hof des sogenannten Sonnenkönigs Ludwig XIV. kultureller Teil der königlichen Repräsentation. Nicht nur die große Anzahl der Instrumentalisten, sondern vor allem das hohe Niveau, auf dem sie musizierten, trugen zum Selbstverständnis des absolutistischen Herrschers bei.

Exportschlager Oboe

Errungenschaften im Instrumentenbau – die Entwicklung von der Schalmei zur Oboe mit flexiblerem Klangausdruck – steigerten die Attraktivität des Instruments. Komponisten wie Jean Baptiste Lully, Jacques Paisible, André Dancian Philidor und Jean de Hotteterre schrieben zahlreiche Werke für die ‚Douze Grands Hautbois‘ des ‚Sonnenkönigs‘, Ensemble, das sich aus zwölf Oboisten und Fagottisten zusammensetzte. Nach französischem Vorbild wurden daraufhin an vielen Höfen Europas sogenannte Oboenbanden gegründet. Eigentlich schade, dass auf dieser Aufnahme keine Werke der französischen Komponisten aus dieser Zeit zu finden sind.

Neues Klanggewand

Großer Bekannt- und Beliebtheit erfreuen sich die sechs 'Brandenburgischen Konzerte', die Johann Sebastian Bach als Kapellmeister in Köthen komponierte und dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg widmete. Das üppig besetzte Konzert Nr. 1 F-Dur bringt in originaler Besetzung – zwei Hörner, drei Oboen, Solovioline und Tutti-Streichersatz – den Topos der Jagd zum Ausdruck. Die Veränderung der Besetzung hüllt das Konzert zwar im ersten Augenblick auf überzeugende Weise in ein neues sonor klingendes Klanggewand, aber die gewohnte Klangfarbenvielfalt dieses Konzerts entfaltet sich nur bedingt, da sich die Instrumente der Oboenfamilie zu einem zu homogenen Gesamtklang mischen. Die Spielfreude der Musiker, die Wahl zügiger Tempi für den ersten und dritten Satz sowie Leichtigkeit und Transparenz der Stimmen machen die klangfarbliche Eingeschränktheit allerdings wieder wett.

Von Barock …

Gelungen ist die vorliegende Interpretation von Arcangelo Corellis Concerto grosso op. 6 Nr. 3, das sich weniger durch eine Gegenüberstellung von Bläsern und Streichern, sondern durch den Wechsel von Solo und Tutti auszeichnet. Die Solisten Peter Facer und Stephanie Treichl verstehen es mit sauberem, eleganten Ton dem Tutti gegenüberzutreten. Im klagenden 'Grave' kostet das Ensemble die Dissonanzen voll aus, versteht es, große Spannungsbögen zu ziehen und durch Zurückhaltung die Klangschönheit für sich sprechen zu lassen.

Giovanni Gabrielis mehrchörige Vokalmusik kann als der entscheidende Wegweiser für die Instrumentalmusik, besonders für die Gattung des Konzerts, betrachtet werden. Wo die zu hohe Homogenität des Klangs zuvor noch Zweifel hervorrief, da führt sie hier zu einem wohligen Hörgenuss; der warme, geschmeidige Klang der tiefen Doppelrohrblattinstrumente sowie die intonatorische Genauigkeit tun ein Übriges. Die klangliche Verwandtschaft der Oboe zur menschlichen Stimme gab den Interpreten zufolge den Ausschlag, auch zwei Vokalwerke Gabrielis einzubeziehen. Zu honorieren ist, dass die Musiker auf ihren modernen Instrumenten die (Früh-) Barockmusik stilsicher interpretieren, vor allem in Bezug auf Phrasierung und Artikulation.

bis Jazz

Graham Pownings 'Quartet for Four Cor Anglais' gehört zu den zahlreichen Kammermusikwerken des australischen Komponisten und Oboisten. Ihm gelingt es, den warmen und weichen Klang der Englischhörner gezielt mithilfe chromatisch angereicherter Kantilenen, welche mit immer neuem rhythmischen und harmonischen ‚Augenzwinkern‘ begleitet werden, und klanglichen Ausdrucksmittel des Jazz in den Mittelpunkt zu stellen. Die vier Englischhorn-Spieler überzeugen durch ihr klangfarbenreiches und apartes Spiel. Dabei versäumen sie es nicht, den leicht melancholischen Ton ihrer Instrumente gezielt herauszustellen.

OboeBigBand

Auf Gregor Witts Wunsch hin schrieb Augustin Lehfuss vier kleine Stücke, eine Ballade, einen Blues, eine Fanfare und die 'Jazzy Ideas' für die Oboenklasse der Rostocker Musikhochschule. Ausgangspunkt für die Auftragskomposition bildete die Idee, die acht Oboeninstrumente in zwei ‚Sections‘ aufzuteilen und mit einem Jazz-Trio zu verknüpfen. In ihren Improvisationen, Variationen und Soloeinlagen kommen sie dem lässigen Sound einer Swing-BigBand überraschend nahe. Witzig, lebendig und jazzig klingt es, wenn das Ensemble mit seinen ‚klassischen‘ Instrumenten musikalisches Neuland betritt – ein herausforderndes Unterfangen für das Ensemble und ein spannendes, wenn auch nicht alltägliches Hörerlebnis für den Hörer.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Felix Dieterle Kritik von Felix Dieterle,


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    Rostock's Funfare: Werke von J. S.Bach, Gabrieli, Corelli u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Castigo
1
17.02.2014
EAN:

4029767000721


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Castigo

Das Klassiklabel CASTIGO wurde 1996 von Carsten Storm mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Der bei Georg Friedrich Schenck und Christian de Bruyn ausgebildete Pianist und Diplom-Toningenieur hat sich damit nach aktiver Kammermusik- und Liedbegleiterlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt. Die Tonqualität wurde bisher von den Tonmeistern Prof. Oliver Curdt, Angela Öztanil, Georg Bongartz, Christel Franz-Hennessy so wie Carsten Storm selbst bestimmt. CASTIGO überläßt seinen Kunden die grafische Gestaltung der CDs, so daß inzwischen eine bunte repräsentable Vielfalt entstanden ist.


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