> > > Boccherini, Luigi: Cello Concertos
Mittwoch, 17. Juli 2019

Boccherini, Luigi - Cello Concertos

Wiedergeburt eines Fantasten


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Frisch und spritzig schlägt die Akademie für Alte Musik Berlin gleich zu Beginn ihrer Platte mit Cellokonzerten Luigi Boccherinis drein. Solist Ivan Monighetti kann da prächtig seine zu Beifallsstürmen aufmunternden Virtuosenkünste entfalten, denn jeder Cellist, der sich als Schüler einmal schweißtreibend dem berühmten B-Dur-Konzert mit seinen verzwickten Doppelgriffen in der Daumenlage genähert hat, weiß, welche technischen Fallstricke der oft verkannte Sohn eines Luccesischen Kontrabassisten den Interpreten seiner Werke auslegte. Auf Schritt und Tritt wird der Hörer der Tatsache gewahr, dass Vater Boccherini seinen Sohn Luigi auf Cello-Virtuosen-Karriere trimmte, bevor ihm ausgedehnte Konzertreisen durch halb Europa den großen Ruhm bescherten.
Boccherinis Qualitätsanspruch steht in fast allen seiner rund 400 Werke auf gleich hoher origineller Stufe und von der Schlagkraft seines Schaffens kann sich nicht nur der Cellomusik-Liebhaber hier in dieser CD ein eindrucksvolles Bild machen. Zu Unrecht werden die hier versammelten vier Cellokonzerte ? elf gibt es insgesamt ? Nr.1 C-Dur (477); Nr. 2 D-Dur (G 479); Nr. 3 G-Dur (G 480); und D-Dur (G 478) nur selten in den Konzertsälen gespielt. Dabei könnten sie es mühelos mit den favorisierten, populäreren beiden Haydn-Cellokonzerten aufnehmen.

Der 55-jährige Ivan Monighetti, in Riga geboren, zeigt sich in dieser Aufnahme wieder einmal mehr als höchst sensibler, professioneller Solist. Dabei glänzt der Rostropowitsch-Elève (Moskauer Konservatorium) mit seidigem, brillantem Klang. Höchst intelligent ist seine Phrasierung, die ihm erlaubt, die Werke mühelos und mit Gespür für ihren Duktus darzulegen. Die Akademie für Alte Musik Berlin mausert sich dabei zu einem großartigen Kammermusikpartner und vermittelt unbestechliches italienisches Dolce Vita, durch lichten, aber hochpräzisen Klang.
Die Verbindung Boccherinis zu Berlin ist offenkundig: Seit 1787 diente er ?von Madrid aus- als Hofkompositeur für den preußischen König Friedrich Wilhelm II, der selbst Cello spielte. Zahlreiche Handschriften Boccherinis sind deshalb noch heute im Besitz der Berliner Staatsbibliothek. Die Kadenzen der Konzerte ? das muss erwähnt werden ? hat Ivan Monighetti selbst geschrieben und sie zeugen von Fantasiereichtum und mischen einen Hauch spanische Widerborstigkeit ins Geschehen, so wie sie sich Bocherini vielleicht am Madrider Hof angeeignet haben könnte. Sehr verwegen mutet in diesem Zusammenhang Boccherinis bewusste Nutzung des Anderthalbtonschritts im G-Dur?Konzert an. Da winken die maurischen Einflüsse. Unbeschreiblich liebreizend erklingt danach das aus dem B-Dur Konzert bekannte ?Adagio?, das auf jeder Beerdigung Riesenkullertränen freisetzt. Warum dieser Satz hier auftaucht, erfährt man nicht. Da müssen die Musikologen wohl noch mal ran.
Überhaupt ist viel zu wenig bekannt von Boccherini. Ein Jammer! Also: Hineinhören bitte in diese Platte. Sie ist Hitverdächtig und empfohlen von www.klassik.com!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Boccherini, Luigi: Cello Concertos

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
03.02.2003
68:42
1993
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0782124835224
0183522BC

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Boccherini, Luigi


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Orchester/Ensemble:Akademie für Alte Musik Berlin
Interpret(en):Monighetti, Ivan (Violoncello)


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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