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Dienstag, 18. September 2018

Dessau, Paul - Edition

Verdienstvoll


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Bandbreite der Musik des einzigen Komponisten, der im Nachkriegsdeutschland ernsthaft versuchte, mit Schönbergs Idee der Zwölftonmusik zu arbeiten, ist jetzt in einer preiswerten 12-CD-Box dokumentiert.

Die hier präsentierten Aufnahmen sind ausschließlich in der damaligen DDR entstanden. Paul Dessau (1894-1979) war bekennender Sozialist. Auch wenn er immer wieder mit dem politischen System in der DDR in Konflikt geriet, dürfte hierin der Grund dafür liegen, dass Dessau selbst den meisten Musikern heute nicht viel mehr als ein Name ist.

Am bekanntesten sind noch seine Theatermusiken zu Brechts ‚Mutter Courage‘ und ‚Der gute Mensch von Sezuan‘. Sie gehören zu den Stücken dazu und werden also dann und wann noch aufgeführt. Gewichtiger ist die die ersten zwei CDs dieser Dessau-Sammlung füllende Orchestermusik. Wie bei Hanns Eisler muss man sich in eine Musik einhören, die, auch ohne Worte, mit großer Brillanz und Ausdrucksvielfalt eine klare gesellschaftliche Haltung ausdrückt. Vom finsteren Marsch bis zum verzagt krähenden Orchesterchaos ist so ziemlich alles dabei. Dessau scheut das Bizarre nicht, verleiht ihm aber stets Form, benutzt es als Mittel zum Zweck. Eigentümlich ist etwa seine dreiteilige 'Lenin'-Komposition mit Schlusschor, der zwar momentweise das erwartbare Pathos eignet, die dieses aber gleichzeitig immer wieder zu unterhöhlen, infrage zu stellen, ja sardonisch zu spiegeln scheint.

Hier wie in der ganzen Box ist übrigens sehr gut zu hören, dass es in der DDR durchaus eine hoch entwickelte Orchesterkultur gab. Besonders die Staatskapelle Berlin, die an der Mehrzahl der Aufnahmen beteiligt ist, oft unter Otmar Suitner oder dem Komponisten selbst, spielt durchgängig diszipliniert und mit wiedererkennbarem, von den energischen Streichern und dem schlanken, brillanten Blech gesteuertem Ton.

Ein Großteil der Box widmet sich den Liedern, Schauspielmusiken und Opern. Hier ragt die von Brecht getextete 'Verurteilung des Lukullus' (CD 9 und 10) heraus, eine mit viel Furor aufbereitete, fast hinterfotzig intelligente Anklage gegen die Selbstgerechtigkeit und Selbstlegitimation von Machthabenden. Dieses heute noch aktuelle Sujet hat die DDR-Oberen 1951 derart beunruhigt, dass das Werk nach der Uraufführungspremiere abgesetzt und für mehrere Jahre verboten wurde. Die Oper hat einen unerhörten dramatischen Zug und lässt den Hörer über weite Strecken – ‚epische‘ Gestaltung hin oder her – nahezu atemlos zurück. Das ist sicher auch der hochstehenden, 1964 in Leipzig entstandenen Interpretation geschuldet. Mit Herbert Kegel und dem RSO Leipzig, mit dem grandiosen Tenor Helmut Melchert in der Titelrolle, den Sängern Fred Teschler, Peter Schreier und Vladimir Bauer und den Schauspielern Agnes Kraus, Hilmar Thate, Ekkehard Schall und Wolf Kaiser waren jede Menge erstklassige Interpreten beteiligt. Die Begegnung mit Paul Dessau lohnt unbedingt!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Andreas Falentin Kritik von Andreas Falentin ,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dessau, Paul: Edition

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
12
22.11.2013
EAN:

5029365944021


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Brilliant classics

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Mit den Veröffentlichungen von komplettierten Gesamtwerks- Editionen und Zyklen berühmter Komponisten, hat sich das Label erfolgreich am Musikmarkt etabliert. Der Klassikmusikchef, Pieter van Winkel, ist Musikwissenschaftler und selbst Pianist. Mit seinem professionellen musikalischen Gespür für den Klassikmarkt, hat er in den letzten Jahren ein umfangreiches Klassikprogramm aufgebaut. Neben hochwertigen Lizenzprodukten fördert er mit Eigenproduktionen den musikalischen Nachwuchs und bietet renommierten Musikern eine ideale Plattform.


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