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Mittwoch, 27. Mai 2020

Henry Purcell - Serenading Songs & Grounds

Subtile Kunst


Label/Verlag: ARS Produktion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Des Engländers Henry Purcell, mit hohem Niveau in feinen Farben vorgetragen von Jean Tubéry und seinem Ensemble La Fenice.

Die Qualität des kompositorischen Werks des großen Engländers Henry Purcell braucht eigentlich keine Werbung – und doch sind hochklassige Produktionen mit Arbeiten des jung gestorbenen Genies immer willkommen. Der französische Zinkenist und Ensembleleiter Jean Tubéry hat mit seinem feinen Ensemble La Fenice und einer erlesenen Vokalisten-Schar jetzt eine Platte mit dieser subtilen Kunst vorgelegt, entstanden aus intensiver konzertanter Gemeinsamkeit.

Das Programm beinhaltet zwei der entscheidenden Größen in Purcells Werk: Zum einen die literarisch motivierten vokal-instrumentalen 'Serenading Songs', die von lebendiger Frische und eminenter Gesanglichkeit sind, elegante Kunst voller sublimer Tiefe. Und es erklingen Grounds als Kategorie eigenen Rechts – elegische instrumentale Entfaltungen über einem ostinaten Bass, oft ruhevoll, zugleich reich an Varianten, mäandernd und doch von subkutaner Zielsicherheit, delikat im Ausdruck und doch mit Momenten elaborierter Virtuosität, dazu immer wieder von Purcells Humor durchschienen.

Könner

All das spielen Jean Tubéry am Zink und seine versierten instrumentalen Mitstreiter in einem ausgewogen besetzten, fein klingenden Ensemble. Das Geschehen ist getragen von Könnern, die sich bei aller solistischen Präsenz, bei allem individuellen Vermögen uneitel ins Gefüge integrieren können. Sie gestalten gemeinsam ein sehr farben- und nuancenreiches Tableau mit subtilen Kontrasten. Dank dieses differenzierten Spiels geraten auch die scheinbar einfachen Grounds elaboriert. Intoniert wird vorzüglich und ohne jeden Makel, was den immer wieder heiklen harmonischen Fortschreitungen sehr zugute kommt. Bei aller gelegentlich aufblitzenden Virtuosität dominieren artikulatorisch das gebundene Spiel und die gedeckten Farben, auch das wirkt sehr angemessen. Einen interessanten Beitrag liefert zudem die gelegentlich erklingende historische Orgel des aus England nach Frankreich geflohenen Orgelbauers Robert Dallam: Sein 1653 entstandenes Instrument überdauerte auf verschlungenen Wegen die Zeiten und wurde in den 1980er Jahren mit einem erstaunlichen Anteil originaler Teile rekonstruiert und wieder zum Klingen gebracht. In diesem Programm liefert es vor allem mit seinen schnarrenden Zungenregistern besondere Farbtupfer.

Die Riege der Vokalisten ist erlesen: Die Sopran-Partien singen Céline Scheen und Hana Bla?íková, als Altus ist Paulin Bündgen zu hören, den Tenor singt Jan Van Elsacker, das Bassfundament sichert Stephan MacLeod – eine wirklich illustre Reihe also, allesamt große Stilisten, die das delikate Geschehen mit Dezenz und milder Expressivität beleben. In verschiedenen Besetzungen erweisen sie sich neben ihrer solistischen Präsenz auch als fabelhafte Consort-Sänger mit feiner Klangkultur. Solistisch herausragend ist einmal mehr die berückend schön singende Hana Bla?íková, die ihre Stimme im Vollbesitz ihrer technischen und gestalterischen Möglichkeiten entfaltet.

Das Klangbild ist plastisch und sehr konzentriert, zugleich geprägt von einer dezidierten Räumlichkeit und wirkt gut strukturiert, mit minimalen Differenzen zwischen den drei verschiedenen Aufnahmesituationen. Das Booklet informiert in drei Sprachen ausführlich und eloquent zum Hintergrund des Programms, ist zudem fein gestaltet.

In der Summe also ein sehr schönes Purcell-Programm, sicher hervorragend im Konzert, immer noch mehr als solide mit Blick auf das Repertoire. Das liegt in erster Linie an der exquisiten Interpretation. Wer sich also – einmal mehr – vom Rang dieses Barockkomponisten überzeugen lassen will, kann sich dieses fein vorgetragene Plädoyer mit Genuss zu Gemüte führen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Henry Purcell: Serenading Songs & Grounds

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
ARS Produktion
1
10.01.2014
Medium:
EAN:

CD
4260052385258


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Purcell, Henry
 - Hark how the wild musicians sing -
 - Sift notes and gently raised (a serenading song) -
 - Sonata VI in 3 parts -
 - Fairest isle, gentle murmurs ** -
 - A new irish tune -
 - Hornpipes -
 - Ground upon Gamut * -
 - All people that on earth - The old hundredth/ Voluntary on the 100th psalm tune Alternatim voice & organ *
 - How pleasant is the flowery plain... -
 - Three treble parts upon a ground ** -
 - A new ground -
 - Music for a while shall all your cares beguile -


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Dirigent(en):Tubéry, Jean


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ARS Produktion

Das exquisite Klassiklabel ARS Produktion wurde 1987 von Annette Schumacher mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Die bei Paul Meisen ausgebildete Konzertflötistin hat sich damit nach langer aktiver Musikerlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt.
Für die hervorragende Aufnahmequalität der zahlreichen ARS Produktionen ist Manfred Schumacher, Tonmeister und Aufnahmeleiter, verantwortlich.
Spezifisch für das Label und die Haltung seiner Macher/in: stets wird u.a. den klanglichen Erfordernissen der jeweiligen Werke, Musikepochen und Instrumente in größtmöglicher Weise Rechnung getragen sowie im Übrigen die neueste, beste Technik eingesetzt.
Annette und Manfred Schumacher sind ?Überzeugungstäter?. Zwei Individualisten, die Kunst, Kommerz und Können geschickt vereinbaren.
?Die SACD - Super Audio CD kombiniert die Präzision der digitalen Reproduktion mit der Wärme des analogen Klanges. Das hat uns überzeugt.?


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