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Samstag, 20. Oktober 2018

Mussorgsky, Modest - Pictures at an Exhibition

Mussorgsky in Hollywood


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine spannende, vor allem aber zeitgemäße Orchestrierung von Mussorgskys berühmten Museumsspaziergang hat Peter Breiner vorgelegt. Neben dem Maßstab Ravel klingt sein Arrangement opulent und hollywoodesk.

Mussorgskys populärstes Werk, der Klavierzyklus 'Bilder einer Ausstellung', kennt man vor allem in der Orchesterfassung von Maurice Ravel, allenfalls noch in der Originalfassung für Klavier. Doch es gibt inzwischen jede Menge anderer Fassungen, darunter nicht wenige für großes Orchester. Jüngst hat auch der aus der Slovakei stammende Pianist, Komponist und Dirigent Peter Breiner das Werk für großes Orchester arrangiert und mit dem New Zealand Orchestra eingespielt. Das für diese Aufnahme mit über 100 Musikern opulent besetze Orchester liefert unter Breiners Leitung Mussorgskys berühmte Museums-Musik im astreinen Hollywood-Sound.

Dabei ist es Breiners erklärte Absicht, den Zyklus in ein unserer Zeit angemessenes Klanggewand zu kleiden, anstatt Mussorgskys Klangvisionen nachzueifern. Sein Arrangement bewegt sich dabei innerhalb der Grenzen der traditionellen Orchesterbesetzung mit verstärktem Holz- und Blechapparat. Das Ergebnis ist ein filmmusikalischer Genuss im besten Sinne und das ist zwischen den bisherigen Arrangements ein Novum, weshalb es auch als neu gelten darf. Die Streicher klingen hier hochromantisch und hollywoodesk, die Hörner, ja das Blech überhaupt kommt ordentlich zum Zug und auch die Holzbläser haben viel zu tun, während das Schlagwerk für die nötigen cineastischen Effekte sorgt. Vor allem aber ist es die Vielfalt der Klangfarben, die Breiners Arrangement ebenso spannend wie kurzweilig machen.

Opulent

Die eingängige Melodie der Promenande etwa wird nicht wie bei Ravel von einer Solotrompete vorgespielt, sondern von den Holzbläsern mit Unterstützung der hohen Streicher, was den Eindruck zu Beginn deutlich verstärkt. Aufgeblasen könnte man es auch nennen, und das ist symptomatisch für Breiners Arrangement, wobei es sich nicht nur um Effekthascherei handelt. Im 'Gnomus' kommen Marimbaphon und später auch die Harfe eindrucksvoll zur Geltung. Die Akkorde am Ende sind durch stiltypische Dissonanzen angereichert, das gefällt. Der alte Karren ('Bydlo') scheint bei Breiner noch wesentlich schwerer beladen zu sein als bei Ravel, das suggeriert auch die Dynamik. Im Direktvergleich mit Ravels berühmter Orchestrierung ist Breiners Arrangement in erster Linie opulenter besetzt. Breiner weiß dabei jedoch nicht nur durch Lautstärke, sondern vor allem durch innovative und in der Tat zeitgemäße Orchestrierung zu überzeugen. Skeptiker mögen es unter Umständen als pompösen Hollywood-Kitsch abstempeln, doch für diejenigen, die sich an Ravel und anderen sattgehört haben, ist das eine tolle und vor allem spannende und durchaus differenzierte Abwechslung, die so schnell nicht langweilig wird – ein großes orchestrales Musiktheater!

Neben den Bildern einer Ausstellung finden sich außerdem zwei Liederzyklen von Mussorgsky auf der CD, die Breiner ebenfalls orchestriert hat. Die Gesangslinien von 'Songs and Dances of Death' und 'The Nursery' weist Breiner dabei abwechselnd unterschiedlichen Solostimmen bzw. Instrumentengruppen zu und fügt sie in das farbige orchestrale Klangbild ein – Lieder ohne Worte, die auch losgelöst vom Text als Musik unterhaltend im besten Sinne funktionieren.

Einziger Wermutstropfen der CD ist die Aufnahmequalität. In den hohen Frequenzen klirrt es, vor allem wenn Celesta, Triangel oder Glockenspiel beteiligt sind. Auch der Nachklang steht nach so manchem Abschlag stellenweise etwas unschön im Raum, weshalb ich an dieser Stelle zu einer durchschnittlichen Bewertung tendiere. Die Einspielung an sich bleibt indes spannend und ist ein Muss für die Freunde von Mussorgskys 'Bildern einer Ausstellung' und für Filmmusikfans ein zeitgemäßer Zugang in die Welt der klassischen Musik.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Peter Büssers Kritik von Peter Büssers,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mussorgsky, Modest: Pictures at an Exhibition

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
28.10.2013
EAN:

747313301676


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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