> > > Ferruccio Busoni : Die späten Klavierwerke
Donnerstag, 18. Juli 2019

Ferruccio Busoni - Die späten Klavierwerke

Horizonterweiterung


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Marc-André Hamelins Einspielung der späten Klavierwerke Busonis erschließt neues Repertoire und setzt pianistische Glanzpunkte.

Mit dem Namen Busoni und dem Klavier bringt man bis heute fast ausschließlich seine (gefürchtet schwierigen) Bach-Transkriptionen in Verbindung. Immerhin überhaupt so weit gekommen ist es auch erst seit den 1980er-Jahren, als Pianisten wie Alfred Brendel begannen, seine Bearbeitungen auf ihr Programm zu setzen. Getrost als Pionierarbeit bezeichnen kann man insofern diese bei Hyperion erschienene 3-CD-Box, mit der Marc-André Hamelin einen Blick auf das in seiner Gesamtheit weit über die besagten Adaptionen hinausgehende Œuvre freigibt. Entsprechend viele Ersteinspielungen enthält die Kompilation, die sich den reifen Werken des Komponisten widmet und allein schon insoweit bemerkenswerten Repertoirewert besitzt.

Auf den Punkt gebracht

Auf der ersten CD finden sich zunächst die insgesamt sieben, jeweils einem der zahlreichen prominenten Schüler Busonis (wie z. B. Egon Petri) gewidmeten 'Elegien', die bereits seine kompositorische Vielseitigkeit reflektieren. Düster melancholische Stücke wie die Nr. 3 als Verarbeitung eines Luther-Chorals wechseln mit einer temperamentvollen Tarantella oder dem plötzlich auftauchenden Zitat der bekannten Melodie ‚Greensleeves‘. Latent allgegenwärtig sind die hohen technischen Anforderungen, offenkundig hörbar erstmals in den perlenden Kaskaden der vierten Elegie.

Den Faktor Virtuosität, auf den Hamelin selbst ungern reduziert wird, beherrscht er erwartungsgemäß spielend, ganz in seinem eigenen wie auch in Busonis Sinn stets als Mittel zum musikalischen Zweck. Aber auch den Tonfall der introvertierten Stücke mit ihren vielfach programmatischen Bezügen zu anderen Werken Busonis bringt Hamelin als ebenso begnadeter Klangphilosoph auf den Punkt. Dank seines wandelbaren Anschlags entfalten auch auf den ersten oberflächlichen Blick statische Passagen ihre ganz eigene expressive Aussagekraft im Kontext harmonischer Spannungsfelder. In den 'Kanonischen Variationen und Fuge' BV B40 und dem der vierbändigen Sammlung 'An die Jugend' entnommenen dritten Buch mit dem Titel 'Giga, bolero e variazione' stellt Busoni neben seine eigenen musikalischen Einfälle immer wieder Zitate anderer Komponisten, etwa das große Grundthema aus Bachs 'Musikalischem Opfer' oder die Gigue aus Mozarts KV 574. Derartige Anleihen bettet Hamelin stilsicher in den musikalischen Kontext ein.

Ausflug in Grenzgebiete

Die zweite CD beinhaltet u. a. die sechs umfangreichen, immer wieder mit Reminiszenzen an die Ära Bachs durchsetzten Sonatinen und das 'Indianische Tagebuch', eine Verarbeitung gesammelter Motive nordamerikanischer Ureinwohner. Dieses breite Spektrum zwischen dem Spiel mit archaischen Formen und Folklore führt Hamelin mit dezidierter Phrasierung und ununterbrochen hörbarer Präsenz eindringlich vor. Stücke wie die Toccata BV 287 oder die Sammlung 'Sieben kurze Stücke zur Pflege des polyphonen Spiels' auf dem dritten Tonträger zeugen von Busonis lebzeitiger Auseinandersetzung mit dem Kontrapunkt, die dank Hamelins luzider Stimmführung und prägnanter Artikulation zum fesselnden Ausflug in Grenzgebiete zwischen Vergangenheit und erweiterter Tonalität der Gegenwart wird. Eine Auswahl aus der mehrbändigen 'Klavierübung' zeigt Busoni als den großen Pädagogen, der Zeitgenossen wie Eduard Erdmann oder Kurt Weill zu seinen Schülern zählte. Die darin behandelten technischen Aufgaben kleidet Busoni in kreatives thematisches Material, das unter Hamelins Händen zu pulsierendem Leben erwacht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ferruccio Busoni : Die späten Klavierwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
3
08.11.2013
Medium:
EAN:

CD
0034571179513


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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