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Montag, 18. Oktober 2021

Freue dich, du Tochter Zion - Barockmusik zur Weihnachtszeit

Barocke Evergreens & Novitäten


Label/Verlag: Carus
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Schön gesungen und gespielt vom Vocalensemble Rastatt und Les Favorites - eine gelungene Platte zur Weihnachtszeit.

Barockmusik hat in der Advents- und Weihnachtszeit stets eine ganz besondere Konjunktur. Dem trägt auch die neue Platte Rechnung, die das Vocalensemble Rastatt mit der Instrumentalformation Les Favorites unter der Leitung von Holger Speck vorgelegt hat. Und sie präsentiert eine durchaus gelungene Mischung, indem sie Vertrautes etwa von Johann Eccard, Michael Praetorius, Andreas Hammerschmidt oder Johann Hermann Schein mit interessanten Raritäten verschränkt: Da ist ein klangmächtiges, durchaus virtuos gesetztes Deutsches Magnificat von Thomas Selle zu nennen, auch Vincent Lübeck, Johann Rosenmüller oder Christoph Bernhard sind mit ihrer je eigenen Tonsprache durchaus nicht ganz barocker Mainstream. Gemeinsam haben alle Komponisten das sehr hohe Grundniveau ihrer Arbeiten – die Platte insgesamt kann als Plädoyer für die Vielfalt protestantisch-barocker Kompositionskunst verstanden werden, mit einer Varianz vom schlichten Liedsatz bis zur elaborierten Konzertform.

Erfahrene Stilisten

Das Vocalensemble Rastatt ist mit seinen 22 Vokalisten klangfreudig, dabei delikat und kontrolliert. Die Register sind charaktervoll und präsent, wobei die leuchtenden Soprane besonders positiv auffallen. Insgesamt verfügt der kleine Chor über eine ansprechende Klangkultur, transparent gehalten und mit allenfalls maßvoller Kraftentfaltung, in durchgehend unproblematischer Intonation. Artikulatorisch zeigt sich die Formation agil und beweglich, werden kontrastierend dazu aber auch intensive Linien mit frischer Energie gestaltet.

Es ist dies Musik, die fließende Übergänge vom chorischen zum solistischen Singen kennt: Entlang dieser Grenze bewegen sich die beiden Soprane Maria Bernius und Felicitas Erb, dazu der Tenor Jan Kobow versiert und hochkompetent, immer wieder von weiteren Solisten aus dem Chor unterstützt. Vor allem Kobows Beiträge wirken exquisit wie stets. Das instrumentale Geschehen ist in schlichter Begleithaltung gesammelt, in den größer dimensionierten Sätzen und mit mehr Freiräumen auch von fein entfalteter Eleganz geprägt.

Holger Speck lässt die erfreulich vielgestaltigen Stücke in einem breit angelegten Tempospektrum musizieren, von konzentrierter Innerlichkeit bis hin zu druckvoller Motorik. Realisiert ist das Geschehen in einem großen, gelegentlich voluminösen Klangbild, das reich und farbig ist, in schmaler Besetzung besser gestaffelt als bei intensiver instrumentaler Beteiligung: Dann gerät es gelegentlich zu dicht.

Es ist dies eine durchaus feine, programmatisch schlüssige Platte mit interessantem Repertoire: Barockmusik hat in der Advents- und Weihnachtszeit zu Recht eine ganz besondere Konjunktur.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Freue dich, du Tochter Zion: Barockmusik zur Weihnachtszeit

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Carus
1
04.10.2013
Medium:
EAN:

CD
4009350833937


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Carus

Der Name Carus steht weltweit als ein Synonym für höchsten Anspruch und Qualität auf dem Gebiet geistlicher Chormusik. Dies betrifft nicht nur unsere zuverlässigen Noteneditionen vieler zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke. Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade diese Werke - oft als Weltersteinspielungen - auch in exemplarischen Interpretationen durch hochrangige Interpreten und Ensembles auf CD vorzulegen. Der weltweite Erfolg unseres Labels führte zur Erweiterung unseres Katalogs: Neben der Chormusik, die weiterhin den Schwerpunkt des Labels bildet, haben gerade in den letzten Jahren einige Aufnahmen barocker Instrumentalwerke internationale Beachtung gefunden. Unsere Zusammenarbeit mit erstklassigen Interpreten führte zu einer hohen Klangkultur, die mit der Verleihung vieler internationaler Preise honoriert wurde (Diapason d'Or, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Gramophone - Editor's choice).


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