> > > Cristóbal de Morales: Weihnachtsmotetten "O Magnum Mysterium"
Sonntag, 19. September 2021

Cristóbal de Morales - Weihnachtsmotetten "O Magnum Mysterium"

Besondere Weihnachtsfreude


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Motetten zur Weihnachtszeit aus Feder des Spaniers Cristóbal de Morales, elegant und mit großer Expertise gesungen vom Ensemble Weser-Renaissance.

Es ist dies zweifellos eine der interessanten Weihnachtsplatten der Saison, sicher auch eine der eher untypischen: Motetten des Renaissance-Spaniers Cristóbal de Morales (ca. 1500-1553), vorgestellt vom versierten Ensemble Weser-Renaissance Bremen unter der kundigen Leitung von Manfred Cordes. Morales ist der älteste der drei heute als Großmeister bekannten spanischen Vokalpolyphoniker – die Reihe setzte nach Morales Francisco Guerrero fort, bevor Tomás Luis de Victoria die Entwicklung dieser Ästhetik und Setzweise mit seinem unvergleichlichen Requiem am Beginn des 17. Jahrhunderts krönte.

Morales‘ Musik ist schwebendes Ebenmaß, greift über weite Strecken aus, oft zäsurlos und bleibt doch immer fasslich. Anders als etwa die in ihrer höchst kunstvoll mäandernden Endlosigkeit weniger klaren Sätze eines Gioseffo Zarlino. Der Spanier spielt souverän mit verschiedenen Besetzungen, interpretiert mit der symbolisch deutbaren Zahl der Stimmen ebenso wie mit seltenen homophonen Passagen oder kleineren Bewegungen. Der Kontrapunkt Morales‘ ist edel und von eminenter Eleganz – umso prägnanter wirken sehr gelegentlich eingeführte Dissonanzen. Noch eins ist interessant: Auch diese Weihnachtsmotetten haben jenen typischen, melancholischen Zug, der die Musik Morales‘ stets auszeichnet, sind aber bei weitem nicht so düster wie dessen Motetten zur Karwoche. Insofern ist bei aller satztechnischen Dominanz eine deutlich inhaltlich motivierte Differenzierung zu beobachten.

Vokale Expertise voller Eleganz

In der jüngeren Vergangenheit ist Manfred Cordes mit seinem Ensemble Weser-Renaissance neben den vielen Produktionen zum barocken Repertoire mit einigen reinen Vokalplatten zur Musik der Renaissance hervorgetreten – zwei tolle Josquin-Programme wurden in einer exzellenten Vokalbesetzung vorgetragen. Auch bei Morales ist wiederum eine sehr harmonische, ausgewogene Formation zu erleben. Im Einzelnen sind das Franz Vitzthum und Alex Potter (Altus), Achim Schulz und Bernd Oliver Fröhlich (Hoher Tenor), Maciej Gocman und Jan van Elsacker (Tenor) sowie Ulfried Staber und Kees Jan de Koning (Bass).

Alle Register sind sehr präsent – angefangen bei den fantastischen Diskanten, über mehr als stimmdeckend besetzte Mittelstimmen bis zu den wirklich profunden Bässen. Dazu erweist sich das Ensemble als enorm sicher in Morales‘ Satz, zeigt sich gewandt und elegant – was auch verglichen mit ‚Branchenführern‘ wie Michael Noones Ensemble Plus Ultra wirklich eine ganze Menge Qualität ist. Dazu intonieren die acht Herren makellos, ohne Druck und mit fein ausgehörten, immer wieder beglückend schönen Akkorden. Einzig eine gewisse Unruhe einzelner Stimmen in manchem Melisma ist kritisch anzumerken. Insgesamt wird in frei fließenden, oft sogar bemerkenswert frischen Tempi eine ganz wunderbare lineare Kultur entfaltet.

Das Klangbild ist sehr groß, hat einen sehr präsenten Raumanteil. Es kennt in luftigen Passagen intime Töne und Konstellationen, lässt die Besetzung aber auch immer wieder größer und wuchtiger erscheinen, als sie tatsächlich ist. In solchen Abschnitten gerät dann auch die Transparenz des Klanges nicht mehr ganz perfekt.

Man darf sich die Musik dieses Programms natürlich nicht im herkömmlichen Sinne als wirklich weihnachtlich vorstellen. Dennoch teilt sich die weihnachtliche Freude, das Mysterium der Menschwerdung, das andächtige Staunen der Gläubigen überraschend unmittelbar und verständlich mit. Und so avanciert die Platte zu einer sehr schönen Alternative für programmatisch Neugierige.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Cristóbal de Morales: Weihnachtsmotetten "O Magnum Mysterium"

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
23.09.2013
Medium:
EAN:

CD
761203782024


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Morales, Cristóbal de
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - O magnum mysterium
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Missus est Gabriel Angelus
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Ecce, virgo concipiet
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Veni, Domine, et noli tardare
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Ave Maria, gratia plena
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Puer natus est nobis
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Pastores dicite, quidnam vidistis?
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Exaltata est Sancta Dei Genitrix
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Salve Regina
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Sancta et immaculata virginitas
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Ave regina coelorum
 - Weihnachtliche Vokalpolyphonie - Candida virginitas


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Dirigent(en):Cordes, Manfred


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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