> > > Jansons, Mariss dirigiert: Sinfonien von Beethoven, Ludwig van
Donnerstag, 21. März 2019

Jansons, Mariss dirigiert - Sinfonien von Beethoven, Ludwig van

Alle Neune


Label/Verlag: Arthaus Musik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit ihrem Beethoven-Zyklus feiern Mariss Jansons und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in Japan einen großen Erfolg.

Aus dem Jahr 2012 stammt der vorliegende, bei Arthaus auf drei DVDs erschienene Zyklus mit sämtlichen Beethoven-Symphonien. Aufgeführt wurden damals ‚alle Neune‘ in der Suntory Hall von Tokio vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk unter Mariss Jansons.

Präzisionsarbeit

Die Einleitung von der Ersten Sinfonie op. 21 nimmt Jansons relativ rasch, bereits im Eingangssatz herrscht eine – im positiven Sinn – nervöse Anspannung. Exakte Phrasierung und Stimmübergabe, flackernde Tremoli und gewissenhafte Linienführung kennzeichnen das präzise Spiel des Klangkörpers. Weiteres Gesamtmerkmal: ein wunderbar weicher, elastischer, dabei aber nicht glatt gebügelt wirkender Streicherklang. Auch im Menuett und im Finale herrscht eine energiegeladene Atmosphäre. Exemplarisch für die Intonationsgenauigkeit stehen auch die sauber ausgearbeiteten kontrapunktischen Passagen in der 'Adagio molto'-Einleitung der Zweiten. Die Synkopen im folgenden 'Allegro con brio' könnten etwas markanter gesetzt werden. Das 'Larghetto' nimmt Jansons auffallend rasch, auf diese Weise wirkt es zu oberflächlich und ruht nicht in sich. Im Scherzo werden kontrastreiche dynamische Effekte erzeugt, der Finalsatz wiederum wirkt nicht ganz leichtgängig.

Ohne falsches Pathos

Immer wieder eine Herausforderung im Rahmen eines Beethoven-Zyklus: Der Umgang mit Schlachtrössern wie der ‚Eroica‘, der Fünften oder der ‚Pastorale‘. Der Kopfsatz der ersteren ist angenehm frei von künstlich erzeugter Schwere, im zweiten Satz funkelt klares, scharf umrissenes Blech. Und auch beim ‚Schicksals-Thema‘ der Fünften oder dem Sturmgewitter der Sechsten gelingt es Jansons und seinem langjährig vertrauten, hörbar verlässlich eingespielten Orchester, diese symphonischen Evergreens ohne falsches Pathos und doch mit emotionaler Intensität zu spielen.

In der Siebten bestechen der dritte Satz durch dynamische Vitalität, der vierte durch glühendes Temperament und wirkungsvoll unterstrichene Linienführung in den Bass-Stimmen. Das 'Allegretto scherzando' der Achten besitzt federnde Leichtigkeit, das Menuett hingegen gerät klanglich etwas undifferenziert, die Zwischensequenz mit ihrem Wechselspiel von Holz und Blech wirkt zu schwerfällig. Das 'Allegro vivace' hingegen hat wiederum Biss und bis ins Streicher-Pianissimo hinein nuancenreich schattierte Verve. Für die Neunte hat man sich für die Japan-Tournee der Dienste so prominenter Solisten wie Christiane Karg oder Michael Volle versichert. Mit ihnen und einem von Peter Dijkstra gewohnt glänzend eingestellten Chor ergibt sich auch hier ein überzeugendes Gesamtbild. Nicht nur in diesem global populären Höhepunkt des Zyklus, auch sonst werden die Gäste aus Bayern vom Publikum nicht ohne Grund begeistert gefeiert. Eine gekonnte Bildführung hält die Auftritte filmisch lebendig fest.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Jansons, Mariss dirigiert: Sinfonien von Beethoven, Ludwig van

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Arthaus Musik
3
23.09.2013
EAN:

807280753691


Cover vergössern

Arthaus Musik

Arthaus Musik wurde im März 2000 in München gegründet und hat seit 2007 seinen Firmensitz in Halle (Saale), der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels.

Das Pionierlabel für Klassik auf DVD veröffentlicht nunmehr seit 13 Jahren hochkarätige Aufzeichnungen von Opern, Balletten, klassischen Konzerten, Jazz, Theaterinszenierungen sowie ausgesuchte Dokumentationen über Musik und Kunst. Mit bis zu 150 Veröffentlichungen pro Jahr sind bisher über 1000 Titel auf DVD und Blu-ray erschienen. Damit bietet Arthaus Musik den weltweit umfangreichsten Katalog von audiovisuellen Musik- und Kunstproduktionen und ist seit Gründung des Labels international führender Anbieter in diesem Segment des Home Entertainment Marktes.

In vielen referenzgültigen Aufzeichnungen sind die größten Künstler unserer Zeit wie auch aus vergangenen Tagen zu hören und zu sehen. Unter den Veröffentlichungen finden sich Aufnahmen mit Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Maria Callas, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča; mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Zubin Mehta; aus Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris , der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich.

Zahlreiche Veröffentlichungen des Labels wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Oscar-prämierte Animationsfilm ?Peter & der Wolf? von Suzie Templeton, die aufwändig produzierte ?Walter-Felsenstein-Edition? und die von Sasha Waltz choreographierte Oper ?Dido und Aeneas?, die beide den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten. Mit dem Midem Classical Award wurden u. a. die Dokumentationen ?Herbert von Karajan ? Maestro for the Screen? von Georg Wübbolt und ?Celibidache ? You don?t do anything, you let it evolve? von Jan Schmidt-Garre ausgezeichnet. Die Dokumentation ?Carlos Kleiber ? Traces to nowhere? von Eric Schulz erhielt den ECHO Klassik 2011.

Mit der Tochterfirma Monarda Arts besitzt Arthaus Musik eine ca. 900 Produktionen umfassende Rechtebibliothek zur DVD-, TV- und Onlineauswertung. Seit 2007 entwickelt das Unternehmen kontinuierlich die Sparte Eigenproduktion mit der Aufzeichnung von Opern, Konzerten, Balletten und der Produktion von Kunst- und Musikdokumentationen weiter.

Arthaus Musik DVDs und Blu-ray Discs werden über ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, u.a. in Kooperation mit Naxos Global Distribution in ca. 70 Ländern der Welt aktiv vertrieben. Darüber hinaus veröffentlicht und vertreibt Arthaus Musik die 3sat-DVD-Edition und betreut für den Buchhandel u.a. die Buch- und DVD-Edition über Pina Bausch von L’Arche Editeur, Preisträger des Prix de l’Académie de Berlin 2010.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Arthaus Musik:

  • Zur Kritik... Schönheit und symbolische Tiefe: Krzysztof Warlikowski verband in Paris Bartóks 'Herzog Blaubarts Burg' mit Poulencs Telefon-Oper 'La voix humaine'. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
  • Zur Kritik... Bis heute modern: Dieser 'Tribut in fünf Balletten' zeigt die russische Tänzerin Maya Plisetskaya in bedeutenden Rollen. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
  • Zur Kritik... Entschieden zu wenig: 2003 ließ sich die Opéra Garnier durch Edgar Degas' Plastik 'La petite danseuse de quatorze ans' zu einem Ballett inspirieren, das 2010 auf Film festgehalten wurde. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
blättern

Alle Kritiken von Arthaus Musik...

Weitere CD-Besprechungen von Thomas Gehrig:

  • Zur Kritik... Fundierte Quellenforschung: Ein weiteres hörenswertes Kapitel dieser zu Recht so erfolgreichen BR-Klassik-Geschichte. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Anspruchsvolles Gesamtpaket: Ganz im Sinne des Albumtitels lässt 'Estrellita' wertvolle Evergreen- und Encore-Juwelen funkeln. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Kunstlied auf Koreanisch: Die kompetenten Interpreten stellen Kunstlieder von Young Jo Lee vor – eine spannende Fusion aus koreanischen und westlichen Kompositionsformen. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Thomas Gehrig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Instrumentaler Gesang: Es ist sehr spannendes Projekt, aus den vielen Vertonungen von Metastasios 'Demofoonte' ein Album zu machen. Die Interpretation zollt den Kompositionen Respekt, bleibt aber einseitig. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Ernste Erbin: Mit ihrer späteren Kammermusik besticht Johanna Senfter noch stärker als mit ihren musikalisch reichen Violinsonaten, wie diese Doppel-CD zeigt. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Lyrik und Drama: Johannes Moser und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin bestechen mit Interpretationen von zwei Cello-Konzerten, die einst für Mstislaw Rostropowitsch entstanden. Weiter...
    (Elisabeth Deckers, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (3/2019) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Max Bruch: Die Loreley - 1. Akt - Lenore!

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich