> > > Robert Schumann - Bunte Blätter op. 99: Schumann, Robert: Bunte Blätter Opus 99
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Robert Schumann - Bunte Blätter op. 99 - Schumann, Robert: Bunte Blätter Opus 99

Lange erwartete Fortsetzung


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch die Fortsetzung von Tobias Kochs in loser Folge erscheinender Schumann-Reihe auf historischen Instrumenten ist musikalisch bezaubernd. Nur klanglich hat man hier leider einige Einbußen hinzunehmen.

Ich muss gestehen, dass ich schon nicht mehr darauf gehofft hatte, dass Tobias Koch seine Schumann-Reihe fortsetzen würde – dabei setzt er mit ihr neue Maßstäbe im Verständnis der Musik und Persönlichkeit des Komponisten. Er betrachtet nicht nur die berühmten Hauptwerke, sondern befasst sich systematisch mit unterschiedlichen Bereichen und lässt auch die unveröffentlichten Albumblätter und die Werke des unmittelbaren Umfeldes nicht außer Acht.

Auch auf der vorliegenden CD verfolgt er ein entsprechendes Konzept. Siesmal stehen 'Bunte Blätter' im Fokus, Albumblätter unterschiedlichster Art, aus den Jahren 1832-49, mit den 'Bunten Blättern' op. 99 und den 'Albumblättern' op. 124 im Zentrum. Beide Hefte sind teilweise ausgesprochen merkwürdige Sammlungen, die andere Komponisten wahrscheinlich nie mit einer Opuszahl bedacht hätten. Gerade in der Sammlung aber, durch die Interaktion und Kontextualisierung mit anderen Stücken gewinnen die einzelnen Stücke eine zusätzliche Komponente und werden sozusagen über die Gelegenheit herausgehoben. Zwar bleiben sie Miniaturen, teilweise extreme Miniaturen, doch wohnt vielen von ihnen eine Poesie oder ein Charakter inne, der sie über die berühmte Gelegenheitskomposition weit hinaushebt.

Ergänzt werden die 34 Stücke der beiden Schumann’schen Werke durch zwei weitere Albumblätter aus dem Jahre 1838, dazu drei Albumblättern von Johannes Brahms, einem von Woldemar Bargiel sowie zwei auf Schumann bezogenen Stücken von Theodor Kirchner. Weit davon entfernt, als Bonustracks gewertet werden zu können, ergänzen diese sechs mittelbar oder unmittelbar auf Schumann Bezug nehmenden Stücke die CD optimal; man erlangt den Eindruck, deutlich umfassender über Schumanns Denken, Umfeld und die Rezeption seiner Musik informiert zu werden als sonst. Zu diesem Eindruck trägt auch das exemplarische Booklet bei, das nicht nur einen äußerst informativen Essay Kochs enthält, sondern dazu auch erhellende und sehr qualitätvolle Abbildungen.

Der diesmal von Tobias Koch verwendete Tröndlin-Hammerflügel von ca. 1830 aus dem Musikinstrumentenmuseum Leipzig ist leider nicht ganz so gut eingefangen wie andere Instrumente in der Reihe; die Aufnahmetechnik ist weniger mittelbar, so dass die Trennschärfe der einzelnen Töne und Klänge etwas beeinträchtigt ist. Auch mag das Instrument spieltechnisch in nicht ganz so gutem Zustand sein – oder die Aufnahmetechnik ist diesmal deutlich weniger glücklich. Ohne Frage hat es wunderbare weiche Klangfarben, doch hört man auch metallene ‚Farben‘, die dem Rezensenten aus einer möglicherweise problematischen Stimmung zu resultieren scheint. Allerdings ist es ebenso gut möglich, dass sich die gesamte klangtechnische Problematik aus unglücklicher Aufnahmetechnik ergibt.

Dies ist in hohem Maße bedauerlich, scheinen Kochs Interpretationen doch in hohem Maße inspiriert und den Werken angemessen. So bleibt diesmal ein durchaus zwiespältiger Eindruck. Es steht zu hoffen, dass zukünftige Folgen der Reihe zu der alten exemplarischen Qualität wieder zurückfinden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Robert Schumann - Bunte Blätter op. 99: Schumann, Robert: Bunte Blätter Opus 99

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
01.09.2013
Medium:
EAN:

CD
4260036252859


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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