> > > The Sleeping Beauty: Werke von Tschaikowsky & Prokofjew
Sonntag, 22. September 2019

The Sleeping Beauty - Werke von Tschaikowsky & Prokofjew

Geglücktes Debut


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auf ihrem Debüt-Album unternimmt Claire Huangci einen facettenreichen Ausflug in die transkribierte Märchen- und Theaterwelt.

Debut-Alben stellen in der Karriere jedes Interpreten eine markante Zäsur dar. Für die Produktion ihrer bei Berlin Classics neu erschienenen Aufnahme ist die junge Pianistin Claire Huangci zum ersten Mal ins Studio gegangen. Ausgesucht hat sie sich dafür Arrangements von Ballettmusiken, die mit einem breiten pianistischen und musikalischen Spektrum alles bieten, um eine aussagekräftige Visitenkarte abzugeben.

Präzision und Spielfreude

Den ersten Teil bildet die Konzertsuite aus Tschaikowskys 'Dornröschen' in der Transkription Mikhail Pletnevs. Schon im Prolog stellt dessen exzellent adaptierter Klaviersatz aus denkbar kompetenter Hand an den Spieler hohe Anforderungen. Dass sie diesen schon in so jungen Jahren eindrucksvoll gewachsen ist, beweist Huangci schon innerhalb dieses kontrastreichen Abschnitts. Über die zupackenden Anfangsakkorde bis hin zu scheinbar mühelos leichtgängigen Skalen und Arpeggien bringt sie alle technischen Voraussetzungen bereits erstaunlich ausgeprägt mit. Die Kantilenen des Mittelteils lässt sie mit sanfter Schwerelosigkeit schweben. Auch die weiteren Nummern erweckt sie zu buntem programmatischem Leben: Ob elegant federnder 'Tanz der Pagen', die flüchtig dahin huschende 'Vision' mit ihren rasanten Repetitionen, der mit duftiger Leichtigkeit zwitschernde 'Kanarienvogel', die archaisch-tänzerisch eingekleidete 'Gavotte' oder die auslandend schwelgenden Spähren des 'Adagio' – Huangci fängt die vielfältigen Stimmungen der Charakterstücke präzise und mit hörbarer Spielfreude ein. Kurz gesagt: Nicht nur Pletnev ist es mit seinen Arrangements gelungen, die orchestrale Vielfarbigkeit der Sätze glänzend abzubilden, auch Huangcis Spiel schafft das.

Opulente Transkriptionswelten

Als pianistisch besonders anspruchsvoll gilt auch Prokofjews Exzerpt aus seiner 'Romeo und Julia'-Suite. In exemplarisch herausragend schwierigen Episoden wie 'Das Mädchen Julia' oder dem Porträt des 'Mercuti' bewegt Huangci sich nicht nur technisch verblüffend sicher, sondern schafft es zusätzlich, das musikalische Geschehen dynamisch zu schattieren. An die lupenrein funkelnde Virtuosität Jewgenij Kissins in diesen beiden Stücken oder dessen vollgriffige Wucht im wohl bekanntesten Kapitel 'Montagues und Capulets' kommt sie zwar nicht heran – aber wer kann das schon von sich behaupten. Insgesamt außerdem hervorzuheben: Huangcis akkurater, niemals verwässernder Pedalgebrauch, der sie sich in den opulenten Transkriptionswelten niemals klanglich verirren lässt.

Im ihrem kürzlich erschienenen Interview mit klassik.com sagt die junge Künstlerin über das Programm ihres Albums und ihre persönliche Intention, sie wolle ‚die Menschen mitnehmen in das Märchen und das Drama‘. Genau das gelingt ihr auf beeindruckend erfrischende, den Hörer fesselnde Weise.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet






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Video zu dieser Einspielung: The Sleeping Beauty

Claire Huangci spielt Dornröschen

Claire Huangci, amerikanische Pianistin mit chinesischen Wurzeln, lässt auf ihrer Debüt-CD virtuose Ballett-Transkriptionen in allen erdenklichen Farben neu erstrahlen: Mal raffiniert und behende, mal kraftvoll und doch mühelos belebt sie Klavierrepertoire, dessen allbekannte Melodien man hier wieder neu entdeckt.

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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The Sleeping Beauty: Werke von Tschaikowsky & Prokofjew

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Berlin Classics
1
09.08.2013
63:54
2012
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
885470005485
0300548BC


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Interpret(en):Huangci, Claire (Klavier)


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"Debüt mit Lebenslust und großen Gefühlen - Russisches Repertoire liege ihr zur Zeit besonders, da habe sie einen sehr persönlichen Zugang, so Claire Huangci. Und das nicht nur wegen des virtuosen Feuerwerks, das die zierliche Pianistin ebenso beherrscht, sondern vor allem wegen des Reichtums an Bildern und Gefühlen. Wer die junge Amerikanerin chinesischer Abstammung im Konzert erlebt hat, kann dies leicht nachvollziehen. Bei ihr ist eine besondere Energie spürbar, kraftvoll und beweglich zugleich, mit der sie noch das kleinste Detail aufmerksam und wendig ausphrasiert oder wundervolle Bögen spannt. Kein Wunder also, daß sie sich für ihr CD-Debüt mit dem Titel "Sleeping Beauty" für Musik von Tschaikowsky und Prokofjew entschieden hat: Die ausgewählten Ballettbearbeitungen von "Dornröschen" und "Romeo und Julia" kommen der jugendlichen Frische der Anfang Zwanzigjährigen sehr entgegen. Kleine Charakterstücke erzählen die Handlungen beider Ballette nach, märchenhafte Bilder und große Leidenschaften entfalten sich auf engstem Raum. Daß es sich dabei um hochvirtuose Klavierliteratur handelt, ist für sie eher Nebensache. Claire Huangci liebt es vor allem, die Miniaturen mit ihrer Farbpalette zu kolorieren, immer mit dem ursprünglichen Klang des Orchesters im Ohr. Eben so, wie auch die meisten Hörer etliche der Melodien kennen, sie aber anhand von Claires Aufnahme nun wieder ganz neu entdecken. Eine Entdeckung, das ist auch Claire Huangci selbst. Schon früh zeigt sich ihr Talent, schon mit neun Jahren startet sie mit Stipendien, Konzerten und Preisen bei Wettbewerben durch, spielt mit zehn in einem Privatkonzert vor Bill Clinton. Dennoch ist sie nie das typische Wunderkind, kann sich ohne äußeren Druck entfalten und fühlt sich erst im späteren Teenager-Alter nach und nach für ihr Instrument wirklich berufen. Nach ihrem Studium am Curtis Institute in Philadelphia entscheidet sie sich mit siebzehn, allein nach Deutschland zu gehen. Anlässlich eines Wettbewerbs hat sie zuvor Arie Vardi kennengelernt und war von seiner Art des Erarbeitens von Musik fasziniert. Anders als zuvor liegt der Fokus weniger auf technischen Herausforderungen als auf übergreifenden Aspekten wie Phrasierung und Tonbildung. So ergreift sie die Gelegenheit, ihre Ausbildung bei ihm zu vertiefen. Seitdem lebt und studiert sie in Hannover und gibt zudem regelmäßig Konzerte im In- und Ausland. Die nun vorliegende CD ist mehr als ein Debüt, das - wie alle Debüts - ein Versprechen sein will. Sie ist ein erstes gültiges Statement, das Bestand haben wird."


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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