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Sonntag, 16. Mai 2021

Quantz, Johann Joachim - Flötenkonzerte

Überzeugender Ansatz


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das gelungene Gesamtkonzept der Erforschung, Einspielung und Veröffentlichung von vier wiederentdeckten Flötenkonzerten von Quantz ist von hoher Qualität, die interpretatorische Umsetzung sehr gut.

Johann Joachim Quantz komponierte in etwa fünf Jahrzehnten annähernd dreihundert Flötenkonzerte, von denen 250 Jahre nach ihrer Entstehungszeit nur ein Bruchteil bekannt und in modernen Editionen erschienen ist. Die Flötistin Mary Oleskiewicz zählt zu einer der führenden Expertinnen für das kompositorische Œuvre von Quantz. Die vorliegende CD zeichnet sich durch die Ersteinspielung von vier Konzerten des Komponisten und Flötisten des 18. Jahrhunderts aus. Einen schönen Einstieg bietet der umfangreiche und sehr souveräne Beihefttext, der von der Flötistin eigens verfasst wurde und kenntnisreich über die musikalische Zielsetzung dieser Aufnahme informiert.

Das musikalische Zusammenspiel von Mary Oleskiewicz und dem Concerto Armonico Budapest unter der Leitung von Miklós Spányi harmoniert auf hervorragende Weise miteinander. Sehr differenziert, fein und konzentriert erklingt die schlichte Begleitung des Streicher-Ensembles, dessen Basso continuo um Fagott und Cembalo bereichert wird und damit ein sehr solides und kräftiges Fundament bietet. Zwei der beiden Konzerte werden sogar sehr reduziert von nur jeweils einem Spieler pro Streicherstimme begleitet, was dem Zusammenklang eine besonders feine Note verleiht.

Das Spiel von Mary Oleskiewicz zeichnet sich durch einen sehr zarten und feinsinnigen Ton und eine gut differenzierende Artikulation insbesondere in langen, schnellen Passagen aus. Stellenweise intoniert die Flötistin zu hoch, was sie aber immer recht schnell wieder auszugleichen vermag. Besonders der langsame Satz des Konzerts G-Dur (QV 5:165) überzeugt durch einfühlsames Spiel und den bemerkenswert dunklen Flötenklang (Oleskiewicz spielt auf dem Nachbau einer Quantz-Flöte, die historisch korrekt sehr tief auf 385 Hz gestimmt ist).

Der eindeutig wissenschaftlich grundierte Ansatz der vorliegenden Einspielung bedarf besonderer Hervorhebung. Der leichtfüßigen, souveränen Interpretation zusammen mit der fundierten Darlegung des interpretatorischen Anliegens gebührt große Anerkennung. Auch aufgrund der gelungenen, profunden Auseinandersetzung mit bislang unbekannten Konzerten von Quantz und deren Ersteinspielung muss dieser Aufnahme eine deutliche Empfehlung ausgesprochen werden, bieten die hier so vorbildlich interpretierten vier Werke doch eine schöne Repertoireerweiterung für jeden Flötisten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Marion  Beyer Kritik von Marion Beyer,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Quantz, Johann Joachim: Flötenkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Naxos
1
01.07.2013
77:36
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
747313312078
8.573120


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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