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Montag, 28. September 2020

Catoire, Georges - Poems for Voice and Piano

Herb und doch intim


Label/Verlag: Bella Musica
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Jana Iwanilowa und Anna Zassimova interpretieren eine Auswahl der äußerst seltenen Lieder des russischen Komponisten Georges Catoire: leise, zarte und intime Werke - nur nicht eingängig.

Ein etwas hartes Brot ist es schon: Georges Catoires Romanzen sind nicht so leicht zu konsumieren wie die seiner russischen Zeitgenossen Rachmaninoff oder Medtner: Herber und moderner sind sie, obwohl beide Komponisten wesentlich jünger waren als Catoire (er lebte von 1861 bis 1926). Eingängig sind sie eigentlich nie, wenn auch im Einzelnen sehr schöne Wirkungen erzielt werden. Es finden sich, zumindest in der Auswahl dieser Platte, auch zum Beispiel keine Vertonungen nach Puschkin, die bei Rachmaninoff und Medtner, erst recht bei Tschaikowsky oder Rimsky-Korsakow noch gern gewählt wurden. Allerdings entstand der Großteil der hier eingespielten Romanzen Catoires erst ab 1915, zu einer Zeit also, als Rimsky-Korsakow und Tschaikowsky tot waren und Rachmaninoff seine Liedproduktion bereits beendete.

Der russische Symbolist Konstantin Balmont schrieb die Gedichte, die dem Zyklus op. 32 zugrunde liegen. Aus welchem Grund hier nur fünf von sechs Liedern eingespielt sind, bleibt ein Geheimnis. Der Zyklus der sechs Romanzen op. 33 nach Wladimir Solowjow hingegen ist komplett enthalten, dazu kommen noch einige ausgewählte frühere Lieder.

Überwiegend bedienen sich Catoires Romanzen eines leisen, zarten, intimen und zurückhaltenden Tonfalls, und den trifft die Sopranistin dieser Aufnahme, Jana Iwanilowa, auch besonders gut. Etwas zu aufdringlich klingt ihre Stimme indes, wenn sie hohe Töne in größerer Lautstärke singt. Auch das Vibrato wirkt in diesem Fall etwas zu stark. Die Sängerin wird von Anna Zassimova begleitet, zurzeit wohl die Expertin für Catoires Musik schlechthin. Anna Zassimova hat sich Catoire als Pianistin bereits vielfach gewidmet und außerdem ein Buch über ihn geschrieben. Ihr Spiel in den pianistisch meist schwebend-filigranen Liedern ist brillant. Leider ist es nicht ganz so brillant aufgezeichnet. Der Flügel klingt etwas dumpf und eher indirekt eingefangen, wie aus der Entfernung, größere Klarheit des Klangbildes wäre schön gewesen.

Insgesamt bietet die Platte spannende Entdeckungen, denn Catoires Werke sind bisher nur äußerst selten eingespielt worden, auch die Lieder. Anna Zassimova hat auch den sehr profunden Einführungstext für das Beiheft verfasst und Übersetzungen der Gedichte angefertigt, die in vier Sprachen abgedruckt sind. Die sollten beim Anhören unbedingt mitgelesen werden, sofern man der russischen Sprache nicht mächtig ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Catoire, Georges: Poems for Voice and Piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Bella Musica
1
05.08.2013
Medium:
EAN:

CD
4014513029973


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"Die Kompositionen dieser CD sind alle in der Zeit des Aufbruchs zum 20. Jahrhundert entstanden, in einer interessanten, aber auch schwierigen Zeit Russlands. Dies spiegelt sich im Charakter und der Intensität der Lieder Catoires wider. So ist es großartig, die verlorenen Schätze der faszinierenden Vokal-Musik neu zu entdecken. "


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