> > > Paganini, Niccolo: Konzert für Violine und Orchester Nr. 1
Freitag, 25. September 2020

Paganini, Niccolo - Konzert für Violine und Orchester Nr. 1

Junges, feuriges Temperament


Label/Verlag: Bella Musica
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Licht und Schatten stehen in dieser Paganini-Aufnahme mit der Geigerin Maria Solozobova eng beieinander.

Die ersten Orchesterklänge dieser Aufnahme lassen mich erschüttert zurück. Beim ersten Hören war ich mir nicht sicher, ob die ausgehaltenen Harmonien dermaßen schlecht intoniert oder ausbalanciert waren. Gleichzeitig war ich von der Aufnahme, deren räumliche Absonderlichkeiten von einer normalen Studioproduktion weit entfernt sind, recht befremdet. Meine Verwirrung hat wohl damit zu tun, dass es sich um eine Live-Aufnahme aus der City Hall Kapstadt handelt, was aufgrund des Jubels und der Hustengeräusche des Publikums unschwer zu erkennen ist. Es macht den Anschein, dass auch Dirigent und Orchester von der Akustik des Konzertraumes zuerst überrascht waren. Die Musiker haben sich hörbar Schritt für Schritt in Balance und Dynamik der Situation des Raumes angepasst. Mit dem kraftvollen Einstieg der Solistin hat das Orchester klanglich seinen Platz gefunden und lässt der Geigerin Maria Solozobova den nötigen Raum.

Die weit ausladende Orchesterexposition von verheißt in ihrer Tempowahl und klanglichen Fülle viele fesselnde Momente. Maria Solozobova lässt sich von dem feurigen Spiel der Cape Philharmonic anstecken und tritt mit vernehmlichem Vergnügen dem Orchester entgegen. Mit Bravour besteht sie das technische Unterfangen und präsentiert ihre kraftvolle Virtuosität mit viel Nuancenreichtum auf hohem Niveau. Die sauber gespielten Akkorde und die darauf folgenden Arpeggi sind im schnellen 'Allegro spiritoso' rhythmisch gut platziert und wirken durch die Kombination von Leichtigkeit und Stabilität sehr elegant. Die fulminante Spielweise der Solistin unterstreicht die musikalischen Charaktere vorzüglich. Das lebendige Temperament der Geigerin wirkt in verführerischen, eher feinen und leisen Partien allerdings etwas unreif, da ein durchweg forcierter Klang den musikalischen Konstellationen nicht immer gerecht wird.

Die anschließende Caprice Nr. 1 und 2 sowie die knapp zwölfminütigen Variationen über Giovanni Paisiellos 'Nel corpiu non mi sento' fallen sowohl akustisch wie künstlerisch deutlich gegen das schwungvolle Hauptstück der Veröffentlichung ab. Die Caprices für Solovioline in E-Dur und h-Moll sind technisch brillant gespielt. Das überaus geradlinige, metronomische Spielen verleiht den Stücken jedoch Etüdencharakter und schmälert deutlich den Zauber der Musik. Über Stellen, die Agogik zulassen oder gar herausfordern, wird oft hinweg gespielt.

Die unterschiedlichen Gefühlswallungen der Rhetorik aus 'Nel corpiu non mi Sento' werden von der Geigerin hingegen wieder ausgezeichnet hervorgehoben. Die technisch höchst anspruchsvollen und nahezu unspielbaren Passagen von Paganinis Komposition fordern ihr ganzes Können. Diese Herausforderung meistert sie in beachtlicher Manier. Den Phrasen haucht Maria Solozobova Charakter ein, der Fantasie des Hörers sind keine Grenzen gesetzt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Marina Brunner Kritik von Marina Brunner,


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    Paganini, Niccolo: Konzert für Violine und Orchester Nr. 1

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Bella Musica
1
05.08.2013
Medium:
EAN:

CD
4014513030030


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