> > > Sergei Lyapunov: Works for Piano Vol. 1
Samstag, 24. Oktober 2020

Sergei Lyapunov - Works for Piano Vol. 1

Mehr als eine schwache Kopie


Label/Verlag: ARS Produktion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Florian Noack spielt kleine Raritäten von Sergej Ljapunow und nimmt die wenigstens teilweise virtuosen Werke betont leicht.

Konzertpianisten gibt es viele. Solche, die regelmäßig CDs produzieren, sind immer noch eine Menge. Reizvoll finden weit mehr als eine handvoll von ihnen, das Gesamtwerk eines Komponisten aufzuzeichnen. Beliebt ist besonders Beethoven, Mozart vor allem mit seinen Klavierkonzerten, ferner Schubert, Brahms, Schumann. Bach, Liszt oder Rachmaninoff wohl schon seltener, gleichwohl findet man auch deren Werke in unüberschaubarer Zahl. Und manchmal kann man sich schon fragen, was einen Pianisten dazu bewegen mag, die 1001. Neuaufnahme eines Zyklus zu starten.

Florian Noack hat sich Sergej Ljapunow vorgeknüpft. Die Anzahl der bisherigen Gesamtaufnahmen seiner Klavierwerke beläuft sich auf null. Und Florian Noack beginnt seine erste Ljapunow-Platte mit sämtlichen Walzern, Mazurken und der einzigen Tarantella. Selbst innerhalb des Schaffens Ljapunows sind das bislang weitgehend unbekannte Werke. Das Label, das bei diesem Spiel mitmacht, heißt Ars Produktion, erschienen sind die Aufnahmen als Super Audio CD.

Florian Noack ist selbst noch keiner der ganz großen Namen im Konzert- und Tonträgerbetrieb und erst 23 Jahre alt. Seine Aufnahmen wirken feinsinnig und sind technisch einwandfrei. Der Anschlag ist leicht, große Wucht wird weitgehend vermieden und nirgends übertrieben. Fraglich, ob dieser Ansatz auch in den größeren Werken wie den 'Etudes d‘exécution transcendante' funktioniert, die in einer späteren Veröffentlichung folgen müssten.

Die Tarantella op. 25 auf dieser Platte klingt schon mal nicht minder virtuos als diese Etüden. Einige der Walzer und Mazurken erinnern sogar etwas an Chopin, nur dass sie plötzlich einen russischen, zuweilen kaukasischen Ton anschlagen. Jedenfalls gibt es da nicht nur Liszt und Balakirew, als deren schwächere Kopie Ljapunow von manchen angesehen wird. Einige Werke klingen zwar salonhaft, sind dafür allerdings häufig beängstigend schwer. Von Rachmaninoff oder Medtner unterscheidet sich die Klangsprache dennoch deutlich.

Man darf in der Tat gespannt sein auf die weiteren Folgen des Zyklus, besonders auch auf die größeren Brocken wie die erwähnten Etüden oder die Sonate op. 27, denn letztlich können all die kleinen Stücke, zwischen zweieinhalb und achteinhalb Minuten lang, nicht die gesamten 75 Minuten der Platte hindurch fesseln. So schön viele davon sind, sollten sie doch lieber in kleineren Portionen verabreicht werden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Sergei Lyapunov: Works for Piano Vol. 1

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
ARS Produktion
1
01.05.2013
074:49
2012
Medium:
EAN:

CD SACD
4260052381328


Cover vergössern

Lyapunov, Sergei
 - Valse pensive, op. 20 -
 - Tarantella, op. 25 -


Cover vergössern

Interpret(en):Noack, Florian


Cover vergössern

ARS Produktion

Das exquisite Klassiklabel ARS Produktion wurde 1987 von Annette Schumacher mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Die bei Paul Meisen ausgebildete Konzertflötistin hat sich damit nach langer aktiver Musikerlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt.
Für die hervorragende Aufnahmequalität der zahlreichen ARS Produktionen ist Manfred Schumacher, Tonmeister und Aufnahmeleiter, verantwortlich.
Spezifisch für das Label und die Haltung seiner Macher/in: stets wird u.a. den klanglichen Erfordernissen der jeweiligen Werke, Musikepochen und Instrumente in größtmöglicher Weise Rechnung getragen sowie im Übrigen die neueste, beste Technik eingesetzt.
Annette und Manfred Schumacher sind ?Überzeugungstäter?. Zwei Individualisten, die Kunst, Kommerz und Können geschickt vereinbaren.
?Die SACD - Super Audio CD kombiniert die Präzision der digitalen Reproduktion mit der Wärme des analogen Klanges. Das hat uns überzeugt.?


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag ARS Produktion:

  • Zur Kritik... Ausgefeiltes Zusammenspiel: Auch die zweite CD des Duos Semenenko/Firsova überzeugt auf ganzer Linie. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Zwischen Tradition und Moderne: Das Stefan Zweig Trio widmet sich mit Kraft und Sensibilität den Frühwerken zweier Komponisten, die zwischen Tradition und Moderne eine Brücke bauen. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Ausdrucksstarke Querverbindungen: Der Cellist Friedrich Kleinhapl und der Wiener Concert Verein widmen sich Friedrich Gulda und Dimitri Schostakowitsch und schaffen eine qualitätsvolle Kombination dieser beiden Komponisten. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
blättern

Alle Kritiken von ARS Produktion...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Düstere Beschwörungen: Pianist Frank Peters und Mezzosopranistin Ekaterina Levental beginnen eine Gesamteinspielung der ziemlich individuellen Lieder des Russen Nikolaj Medtner. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Englischer Wohlklang: Michael Collins interpretiert als Dirigent und Klarinettist mit dem Philharmonia Orchestra Musik von Ralph Vaughan Williams und Gerald Finzi. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Bemerkenswertes Engagement: Der Klarinettist Andrzej Wojciechowski, die Cellistin Anna Sawicka und die Pianistin Anna Mikolon spielen Kammermusik des völlig vergessenen Franzosen René de Boisdeffre, darunter einige ganz entzückende Stücke. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Ohne Theateraura: Eine gediegene historisch informierte Lesart von Beethovens berühmter selten zu hörender Schauspielmusik. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Vier Bäche und die Sinfonie: Eine wahrhaft funkensprühende Konstellation, die das Controcorrente Orchestra wunderbar ausspielt. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Interessante Facetten: Vladimir Jurowski arbeitet den hohen musikalischen Anspruch von Tschaikowskys Ballettmusik 'Der Nussknacker' heraus. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2020) herunterladen (3612 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich