> > > Injushina, Anastasia spielt: Werke von C.P.E, J.C. & J.S. Bach
Montag, 18. Oktober 2021

Injushina, Anastasia spielt - Werke von C.P.E, J.C. & J.S. Bach

Brillierende Pianistin


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine Auswahl an Klavierkonzerte von Johann Sebastian Bach und seinen Söhne Carl Philipp Emanuel und Johann Christian in einer herausragenden Interpretation - Präzision und Gefühl.

Mit der Einspielung der vier Bach-Klavierkonzerte ist der CD-Markt seit kurzem um eine wahrlich meisterhafte Interpretation einer wundervoll gelungenen Werkauswahl reicher. Das finnische Label Ondine beweist dabei sowohl in der Projektorganisation als auch in der Umsetzung einiges Geschick, da die im Februar 2013 erschienene CD von der Aufnahmequalität, über die musikalische Interpretation bis hin zur Booklet-Gestaltung ein stimmiges und herausstechendes Produkt abgibt.

Zu dem qualitätsvollen Ergebnis auf ganzer Linie trägt natürlich zuallererst die Auswahl der Künstler als auch die Auswahl der eingespielten Werke bei. Dabei ist die Kombination von einem Konzert von Johann Sebastian Bach mit einem von seinem Sohn Carl Philipp Emanuel und zwei Konzerten seines jüngsten Sohnes Johann Christian äußerst gelungen. Die Anordnung erscheint dabei auf den ersten Blick merkwürdig, da die beiden Konzerte des ‚Londoner Bachs‘ von den Werken des älteren Bruders und des Vaters eingerahmt werden. Die Konzerte erscheinen so in einer umgedreht chronologischen Abfolge der Werkveröffentlichungen – das Programm beginnt mit dem letztpublizierten Konzert von Carl Philipp Emanuel Bach. Doch macht die Reihenfolge schon beim ersten Hören durchaus Sinn, da eine vielseitige und interessante Satzfolge entsteht, die keine störenden stilistischen Brüche aufweist. Die ausgewählten Konzerte vermitteln nicht nur einen Eindruck der unterschiedlichen Stile der drei Komponisten, sondern präsentieren vier Meisterwerke der Gattung mit dem Konzert in D-Dur Wq 43/2 des ‚Hamburger Bachs‘, zwei Konzerten in D-Dur und Es-Dur aus J. C. Bachs op. 7 und dem E-Dur-Konzert BWV 1053.

Neben der gelungenen Werkauswahl sind vor allem die Interpreten für die brillante Einspielung verantwortlich, allen voran die Pianistin Anastasia Injushina. Die Russin beeindruckt dabei auf der einen Seite mit großer Präzision und Klarheit, was beispielsweise die Ausführung der Verzierungen im Concerto in E-Dur von J. S. Bach beweist. Auf der anderen Seite schafft sie es mit ihrem ausdrucksstarken Spiel, einen durchsichtigen, aber zugleich äußerst intensiven Klang erzeugend, verschiedene Affekte überzeugend auszuloten. Besonders eindrucksvoll gestaltet Injushina zarte und empfindsame Momente wie im 'Andante sostenuto' des D-Dur-Konzerts von C. P. .E. Bach deutlich wird. Aber genauso wie sie gefühlsbetont und zurückhaltend agiert, so weiß sie ihre technische Brillanz in den virtuoseren Passagen beispielsweise im Anfangssatz von J. C. Bachs Concerto in D-Dur eindrucksvoll einzusetzen.

Zweifellos kann Injushinas meisterhafte Leistung nur im Zusammenspiel mit der hervorragend spielenden Hamburger Camerata derart überzeugend zur Geltung kommen. Musikalisch-stilistisch sattelfest und emotional intensiv gestalten die Musiker und Musikerinnen einerseits die Passagen ohne Solistin, um dann im gleichen Augenblick sehr flexibel und sensibel auf die Pianistin einzugehen. Die Solistin erscheint so als vollkommen integriertes Mitglied des Gesamtensembles; die solistischen Passagen erwachsen förmlich aus dem Orchesterklang. Der finnische Dirigent Ralf Gothóni achtet dabei sehr genau auf fließende Übergänge zwischen den verschiedenen Abschnitten, sowohl was die dynamischen Abstufungen als auch die Wahl der Tempi anbelangt, sodass eine Aufeinanderfolge von musikalisch homogen gestalteten Einzelsätzen entsteht. Zu dieser angenehmen Homogenität trägt in gleichem Maße eine stimmige Balance der verschiedenen Instrumentenstimmen bei. Doch ist dieses Gleichgewicht nicht mit Einseitigkeit zu verwechseln, präsentieren die ausführenden Musiker doch was Klangfarben, Dynamikgestaltung und Ausdruckskraft betrifft ein vielseitiges und spannendes Gesamtergebnis.

Diese CD-Einspielung der vier Klavierkonzerte aus dem Kreise der Familie Bach als russisch-finnisch-deutsche Zusammenarbeit ist auf ganzer Linie als herausragend zu bezeichnen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Injushina, Anastasia spielt: Werke von C.P.E, J.C. & J.S. Bach

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
1
18.02.2013
Medium:
EAN:

CD
761195122426


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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