> > > Gyrowetz, Adalbert: Streichquartette op. 13 Nr.1 & op. 29 Nr.1 & 2
Samstag, 25. November 2017

Gyrowetz, Adalbert - Streichquartette op. 13 Nr.1 & op. 29 Nr.1 & 2

Mittler


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Pleyel-Quartett begeistert mit einer Einspielung von Streichquartetten aus der Feder von Adalbert Gyrowetz.

Auch als Streichquartettkomponist ist Adalbert Gyrowetz keine zu vernachlässigende Größe. Eindeutig Kind seiner Zeit, ist doch sein Stil ein eindeutig eigener. Andreas Gerhardus, Bratschist des Pleyel Quartett Köln, weist in seinem Bookletbeitrag ganz zu Recht auf Haydn und Beethoven hin, von denen wichtige, berühmte Quartettbeiträge zeitnah zu den hier drei vorgelegten Gyrowetz-Quartetten entstanden: Haydns Quartette opp. 74, 76 und 77 sowie Beethovens Quartette op. 18. Bei den drei ausgewählten Gyrowetz-Werken, dem D-Dur-Quartett op. 13 Nr. 1 und den Es- bzw. G-Dur-Werken op. 29 Nr. 1 und 2 aus den Jahren 1796 bzw. 1799 handelt es sich um ausgewachsene, in ihrer Zeit sehr erfolgreiche Werke, die etwa in London Triumphe feierten. Während das frühere Quartett des damals Dreiunddreißigjährigen auf ein Menuett verzichtet, sind die beiden späteren Werke in bester Tradition viersätzig. Wunderbare eigene Ideen wie ein palindromartig angelegtes Trio (als Mittelteil des Menuettsatzes in Opus 29 Nr. 2) und die Vorwegnahme Schuberts in gleich mehreren Aspekten; somit erweist sich Gyrowetz gleichermaßen als Mittler zwischen Epochen.

Das Kölner Pleyel-Quartett ist als herausragender Advokat vergessener Kammermusikkleinodien wohlbekannt, und es ist beeindruckend, wie das Ensemble für die Werke Gyrowetz‘ eine ganz eigene Klangfarbe findet, die sich etwa von jenen für die Quartette Pleyels (wann können wir die nächste Folge von dort erwarten?) oder Klughardts eindeutig unterscheidet. Bedenkt man, dass viele der renommierten auf historisch informierte Weise sich nähernde Klangkörper die Tätigkeit eingestellt haben, können wir uns nur freuen, hier ein Ensemble zu finden, das nicht nur Entdeckerfreude in hohem Maße besitzt, sondern auch diese Entdeckerfreude in Klangdokumente umsetzt, an der – etwa im Fall Gyrowetz oder Pleyel – jeder echte Freund der Kammermusik Haydns, Mozarts oder Beethovens nicht wirklich vorbeikommt. Das Miteinander der vier bestens aufeinander abgestimmten Musiker ist wunderbar homogen, mit vielen feinen Farbvaleurs, gleichzeitig sensibel für den durchaus eigenen Ton von Gyrowetz. Ich freue mich, auch diese aufnahmetechnisch tadellose CD nahezu rückhaltlos empfehlen zu können. Einzig beim Booklet scheinen mir die Ausführungen Gerhardus‘ so viel erhellender als jene der allgemeinen Einführung, dass ich für die nächste Produktion bei cpo eine andere Lösung vorschlagen würde, damit dem Leser ein etwas runderes Ganzes bereitgestellt wird.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gyrowetz, Adalbert: Streichquartette op. 13 Nr.1 & op. 29 Nr.1 & 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.02.2013
EAN:

761203777020


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Gyrowetz, Adalbert
 - Streichquartett op. 29 Nr. 2 in G-Dur - Allegro moderato
 - Streichquartett op. 29 Nr. 2 in G-Dur - Adagio non tanto
 - Streichquartett op. 29 Nr. 2 in G-Dur - Menuetto. Allegro - Trio al rovescio
 - Streichquartett op. 29 Nr. 2 in G-Dur - Allegretto
 - Streichquartett op. 13 Nr. 1 in D-Dur - Allegro moderato
 - Streichquartett op. 13 Nr. 1 in D-Dur - Larghetto - Allegro - Larghetto
 - Streichquartett op. 13 Nr. 1 in D-Dur - Allegretto - Allegro assai
 - Streichquartett op. 29 Nr. 1 in Es-Dur - Allegro con spirito
 - Streichquartett op. 29 Nr. 1 in Es-Dur - Andantino, poco Adagio
 - Streichquartett op. 29 Nr. 1 in Es-Dur - Menuetto. Allegro - Trio Alternativo
 - Streichquartett op. 29 Nr. 1 in Es-Dur - Allegretto


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Interpret(en):Scheerer, Ingeborg
Gerhardus, Andreas
Selo, Nicholas
Schuster, Milena


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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