> > > Beethoven, Ludwig van: Cello Sonatas Nos. 1 and 2
Sonntag, 25. September 2022

Beethoven, Ludwig van - Cello Sonatas Nos. 1 and 2

Mit klarem Ton und blutgetränkter Grandezza


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Damen schicken sich an, Beethovens Gesamtwerk für Violoncello und Klavier neu einzuspielen: Maria Kliegel (Violoncello) und Nina Tichmann (Klavier). Kliegel eröffnet das eigentlich für Horn komponierte op. 17 mit schwelgerischem, elegantem Ton. Ein Schuss blutgetränkte Grandezza hört man hier heraus: Cellistisch sehr beeindruckend, jedoch arg romantisierend. Klar ist der Ton von Nina Tichmann am Klavier. Prasselnd dazu auch ihre Alberti-Bässe in der Linken vor der Durchführung. Von elektrisierender Spannung ist die Tempowahl der beieden Kölner Professorinnen. Leider vermisst man den typischen Hornklang, der einem bei diesem Werk in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Zu loben ist die tonmeisterliche Leistung des Tonstudio Teije van Geest in Sandhausen, das in der Aufnahmezeit vom 6. bis 9. März 2002 wunderbare Tapes gemacht hat; fabelhaft hell und direkt klingt die Wiedergabe. Die Studio-Vor- wie Nachteile erkennt man sofort: Hohe Intonationsreinheit aber auch mangelnde Liveaura bzw. fehlender Publikumskontakt.

Zu op. 5, Nr.1: Die Einleitung zur F-Dur Sonate gelingt Kliegel und Tichmann nicht so geheimnisvoll, wie dem zugegeben gelegentlich unsauberer intonierenden Casals, der mit Rudolf Serkin auftritt. Deren Platte knistert zudem, weil sie alt ist. Kliegel und Tichmann fehlen da die Farbmodulationen. Es klingt nach ein bisschen Zeitdruck bei der Aufnahme. Tichmann pedalisiert zudem sehr feucht, sprich zuviel für meinen Geschmack. Trotzdem ist die Aufnahme ein Zeugnis sprudelnder musikantischer Vitalität. Auch sind die beiden Frauen im Vollbesitz des technischen Rüstzeuges. Doch ein Wunder hört man nicht, da zuwenig ins Innere hineingelauscht wird. Dann wird Beethoven - trotz virtuosem Tempo im Allegro – belanglos.
Die g-Moll- Sonate op.5, Nr. 2 ist fesselnd im einleitenden ‚Adagio sostenuto ed espressivo’. Das langsame Strömen findet hier deutlicher das Ohr des Rezipienten. Besonders die totenstillen Pausen (ohne Raumklang) sind spannungserfüllt. Dramatik beherrscht auch das ‚Allegro molto’; Kliegel fasst energisch zu und bürstet auch manchmal gegen den Strich. Gelegentlich hat sie den Hang zu romantisierenden Schleifern bei offenliegenden Lagenwechseln aufwärts, was etwas unfein anmutet.

In der Mitte zwischen den beiden Sonaten ist quasi als Bonbon Beethovens ‚Publikumshit’ die Variation ‚Bei Männer welche Liebe fühlen’ eingefügt.
Die CD ist gerade durch ihr kundenfreundliches Preis-Leistungsverhältnis eine wirkliche Alternative zu den Hochpreis-Platten. Lediglich das Booklet dürfte gehaltvoller sein und zumindest die Künstlerbiografien auf Deutsch enthalten, was nicht der Fall ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludwig van: Cello Sonatas Nos. 1 and 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Naxos
1
05.08.2002
76:17
2002
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0747313578528
8.555785

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Beethoven, Ludwig van


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Interpret(en):Kliegel, Maria (Cello)
Tichman, Nina (Piano)


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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