> > > Tschaikowsky, Peter: Swan Lake
Montag, 29. November 2021

Tschaikowsky, Peter - Swan Lake

Traditionsbewusst


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Schwanensee ist vielleicht aus heutiger Sicht das Ballett schlechthin. Aber bei der Uraufführung 1877 im St.Petersburger Bolschoi-Theater hatte das Stück keinen Erfolg. Die Tänzer waren durch die dramatische Handlung überfordert und die Choreographie von Julius Reisinger unbefriedigend, das Bühnenbild einfallslos und das Orchester meuterte wegen der anspruchsvollen Partitur. Hinzu kam, dass das Publikum den Neuerungen Peter Tchaikovskys kritisch gegenüberstand.

Tchaikovsky hatte bereits im Sommer 1871 ein kleines Ballett nach dem Märchen vom Schwanensee für die Kinder seiner Schwester geschrieben , welches im Familienkreis unter Beteiligung aller Verwandten aufgeführt wurde. Teilweise übernahm Tchaikovsky die Musik, die hierfür entstand, für das große Ballett. Aber auch aus seiner ersten Oper Wojewode und seiner zweiten Oper Undine verwendete er wichtige Abschnitte, so zum Beispiel das Solo für Violine und Cello im Tanz der Schwäne am Ende des zweiten Akts.
Nach dem Misserfolg der Uraufführung plante Tchaikovsky eine Neubearbeitung des Werkes, was aber durch seinen Tod verhindert wurde. Erst Marius Petipa und Lew Ivanow erstellten eine Neufassung, die seitdem als Modell für alle weiteren Aufführungen des Stückes gilt. Die Revision des Librettos besorgte Tchaikovskys Bruder Modest, der auch die Erscheinung Odettes im Fenster während des dritten Aktes einarbeitete sowie die Streichung von zwei Nebenrollen vornahm.
Die tiefgreifendste Änderung war aber die Umwandlung des tragischen Schlusses in ein Happy-End, bei dem Prinz Siegfried den bösen Zauberer Rotbart besiegt und Odette von ihrem Schwanendasein erlöst wird.

In der bei Naxos erschienen enAufnahme aus dem Jahre 2001 spielt das Staatliche Russische Sinfonie Orchester unter der Leitung von Dimitry Yablonsky. Sie liefern eine solide, traditionelle Interpretation, die den Effektreichtum der Tchaikovskyschen Partitur unterstreicht Schwungvoll und energiegeladen beginnt der erste Akt mit einem großartigen Fest im Garten des Palastes. Die verschiedenen Walzer und Polkas spielt das Orchester mit viel tänzerischem Gespür und lässt so die heitere Festatmosphäre plastisch vor dem Auge des Hörer entstehen.
Schwelgend und sinnlich klingen die Pas de Deux des Prinzen mit der Schwanenkönigin mit ihren klagenden Oboenkantilenen und dramatischen Steigerungen. Das Solo für Violine und Cello des zweiten Aktes ist vom Tempo her recht langsam, aber die im Booklet leider nicht genannten Solisten spielen es dennoch ausdrucksstark und innig. Feurig aber elegant gelingt die große Coda am Ende des selben Aktes, an die sich das dramatsch drohende Finale anschließt, in welchem der Zauberer Rotbart unheilvoll über den glücklich tanzenden Schwänen schwebt. Die Schlussapotheose erstrahlt nach den tragischen Verwicklungen in überirdischem Licht und bringt die Geschichte zu einem versöhnlichen Ende.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tschaikowsky, Peter: Swan Lake

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Naxos
2
04.11.2002
2:27:56
2001
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0747313587322
8.555873-74

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Tschaikowsky, Peter


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Dirigent(en):Yablonsky, Dmitry
Orchester/Ensemble:Russian State Symphony Orchestra


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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