> > > Borodin, Alexander: Borodin Edition
Sonntag, 22. April 2018

Borodin, Alexander - Borodin Edition

Borodin-Sammlung


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


In seine Komponisten-Reihe hat Brilliant Classics nun eine Borodin-Edition aufgenommen. Auf zehn CDs wird die Breite seines Schaffens gut abgedeckt. Die lizensierten Einspielungen sind untadelig, wenn auch nicht überragend.

Das CD-Label Brilliant Classics stellt dem Hörer mit der ‚Borodin Edition‘ eine gute Auswahl von Werken des russischen Komponisten Alexander Borodin zur Verfügung. Die Sammlung ist eine Anschaffung wert, bietet sie doch die Möglichkeit, sich zu einem günstigen Anschaffungspreis mit der Vielfalt des kompositorischen Schaffens von Alexander Borodin zu befassen.

Alexander Borodin hat es schwer gehabt. Er hatte eine anfällige Konstitution und hatte neben seiner Berufung als Komponist auch noch als Mediziner und Chemiker seine Brötchen zu verdienen. Er hat der Musikwelt trotzdem ein großes Œuvre hinterlassen, das neben dem seiner berühmten Zeitgenossen Modest Mussorgsky und Nikolaj Rimsky-Korsakow leider oft in Vergessenheit gerät. Dieser Tatsache schafft die Borodin-Edition des Labels Brilliant Classics Abhilfe: Auf zehn CDs sind Borodin-Einspielungen namhafter, zumeist russischer Orchester und Solisten zu hören.

Zehn CDs – das hört sich erst einmal nach Massenware an und macht skeptisch: Quantität steht der Qualität nicht selten im Weg. Doch keine Sorge, die Borodin Edition bietet beides. Allein die Auswahl der Werke bestätigt dies: Sie deckt die Bandbreite musikalischer Gattungen, die Borodin mit Beiträgen bedient hat, gut ab. Neben drei Symphonien sind auch kammermusikalische Formen wie Streichquartett und Klaviertrio vorhanden sowie Musik für Klavier solo, Lieder und die Oper 'Fürst Igor', eines der Hauptwerke des Komponisten. Die Einspielungen stammen aus den Jahren 1987-2008.

Auch die Auswahl der Interpreten spricht für die Qualität der Aufnahmen. Das Orchester des Bolschoi Theaters widmet sich auf den ersten zwei CDs unter dem 2002 verstorbenen Dirigenten Mark Ermler den drei Symphonien Borodins. Das Orchester verbindet in seiner Interpretation wuchtiges, pathetisch anmutendes Blech mit schwärmerisch-seufzenden Streicherpassagen und überzeugt durch rhythmische Genauigkeit in komplexen rhythmischen Teilen der Symphonien.

Die kammermusikalischen Werke Borodins werden vom Moskauer Streichquartett präsentiert. Durch seine Interpretation erfährt der Hörer, dass Borodins Streichquartette in ihren musikalischen Spannungsbögen den ‚großen‘ romantischen Gattungsbeiträgen in nichts nachstehen.

Besonders hervorgehoben werden sollte noch die Einspielung der Oper 'Fürst Igor'. Obwohl Borodin die Oper durch seinen frühen Tod 1887 nicht selbst vollenden konnte, sondern sein Freund Nikolaj Rimsky-Korsakow sich dem Werk annahm, ist sie einem größeren Publikum bekannt. Die in die Borodin-Edition aufgenommene Einspielung bietet den Nationalchor und das Festivalorchester Sofia unter der Leitung Emil Tchakarov zu hören. Es ist schade, dass das Libretto der Oper nicht übersetzt im Booklet zu finden ist, denn die beteiligten Sänger zeichnen sich eine klare Textdeklamation aus: Man kann den gesungenen Text sehr gut vernehmen (wenn auch nicht verstehen), während das Orchester eher im Hintergrund gehalten wird.

Die Borodin-Sammlung biete eine gute Möglichkeit, einen ersten Kontakt mit der interessanten Musik von Alexander Borodin herzustellen. Alexander Borodin ein Exponent des ‚Mächtigen Häufleins‘, dem auch Modest Mussorgsky angehörte. Auch durch seine gute Beziehung zu Franz Liszt, der ihn zeitlebens förderte, war Borodin der Musikwelt des 19. Jahrhunderts nicht unbekannt. Die CD Edition lädt dazu ein, sich mit der Breite seines Schaffens zu beschäftigen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Borodin, Alexander: Borodin Edition

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
10
26.10.2012
EAN:

5028421944104


Cover vergössern

Brilliant classics

Brilliant Classics steht für hochwertige Klassik zu günstigen Preisen!

Mit den Veröffentlichungen von komplettierten Gesamtwerks- Editionen und Zyklen berühmter Komponisten, hat sich das Label erfolgreich am Musikmarkt etabliert. Der Klassikmusikchef, Pieter van Winkel, ist Musikwissenschaftler und selbst Pianist. Mit seinem professionellen musikalischen Gespür für den Klassikmarkt, hat er in den letzten Jahren ein umfangreiches Klassikprogramm aufgebaut. Neben hochwertigen Lizenzprodukten fördert er mit Eigenproduktionen den musikalischen Nachwuchs und bietet renommierten Musikern eine ideale Plattform.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Brilliant classics:

  • Zur Kritik... Echte Alternative: Stefania Neonato bricht eine Lanze für Giacomo Gotifredo Ferrari. Sie ist eine denkbar berufene und vor allem stilistisch sattelfeste Anwältin für Ferraris Tastenmusik. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Schlüpfrige Stoffe und sinnliche Tonweisen: Wie hat es der 19-jährige Offenbach in Paris geschafft, sich den Weg in die höhere Gesellschaft zu bahnen? Unter anderem mit Salonliedern wie diesen, die von den Grandes Horizontales der Epoche gesungen wurden. Weiter...
    (Dr. Kevin Clarke, )
  • Zur Kritik... Unharmonisch: Das Trio Archè nähert sich zwei Klaviertrios von Marco Enrico Bossi auf je eigenen Pfaden: Manchmal ziehen sie an einem Strang, manchmal gehen die Musiker quasi solistische Wege. Das ist zu wenig, um ein Lanze für Bossi zu brechen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Brilliant classics...

Weitere CD-Besprechungen von Katharina Fleischer:

  • Zur Kritik... Barenboim als Beethoven-Interpret: Eine DVD-Reihe zeigt Daniel Barenboims Interpretation der Klaviersonaten Ludwig van Beethovens aus den Jahren 1983/84. Weiter...
    (Katharina Fleischer, )
  • Zur Kritik... Vergleichsmomente: Eine DVD-Reihe widmet sich Daniel Barenboims Interpretationen der Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven aus den Jahren 1983/84. Das lädt zum Vergleich mit seinen jüngeren Beethoven-Deutungen ein. Weiter...
    (Katharina Fleischer, )
  • Zur Kritik... Gratwanderung: Sängerisch wertvoll: Die Aufnahme von Mendelssohns 'Paulus' unter Helmuth Rilling überzeugt durch akkurate Textdeklamation. Leider zieht der orchestrale Unterbau nicht ganz so gut mit. Weiter...
    (Katharina Fleischer, )
blättern

Alle Kritiken von Katharina Fleischer...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Voller Hingabe: Johann Nepomuk Davis Sinfonik erweist sich als eigenständig und kompromisslos. In Johannes Wildner und dem ORF Radio-Symphonieorchester haben die Werke berufene Interpreten gefunden. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Pariser Vorhof: Dank Giovanni Antoninis fortschreitender Aufnahme der Symphonien Haydns glückt wieder einmal eine intimere Bekanntschaft mit Werken von geringerer Bekanntheit, aber eben solcher Qualität wie in den Dauerbrenner der folgenden Weltstadt-Zyklen. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Darmstädter Eigensinn: Christoph Graupner ist und bleibt eine bemerkenswerte Figur: Gelassen steht er mitten in der mitteldeutschen kirchenmusikalischen Tradition, ohne je auf das Alte fixiert zu sein. Gleichzeitig wendet er sich explorativ mutig Neuem zu. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2018) herunterladen (2494 KByte) Class aktuell (1/2018) herunterladen (3364 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Ich will gar keine Dirigentin sein"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich