> > > Scheffer, Frank: How to Get Out of the Cage - A Year with John Cage: Film
Mittwoch, 26. Februar 2020

Scheffer, Frank - How to Get Out of the Cage - A Year with John Cage: Film

Filmporträt zum 100. Geburtstag


Label/Verlag: EuroArts
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Frank Scheffers Dokumentarfilm über John Cage ist eine sehr persönliche und sehenswerte Hommage an den US-amerikanischen Komponisten, auf DVD mit einer Vielzahl an Extras zusätzlich aufgewertet.

Von 1982 bis 1992 hat der Filmemacher Frank Scheffer bei unterschiedlichen Gelegenheiten mit dem Komponisten John Cage zusammengearbeitet. Während dieses Jahrzehnts vor Cages Tod entstand eine einzigartiges Archiv an historischen Audio- und Videomaterialien, darunter etwa Aufzeichnungen von Interviews und Aufführungen, das Scheffer seinem 56-minütigen Dokumentarfilm ‚How to Get Out of the Cage – A Year with John Cage‘ zugrundegelegt hat. Anlässlich von Cages 100. Geburtstag ist dabei ein in gleichem Maße intimes wie persönliches, aber auch ästhetisch ansprechendes und vor allem informatives Porträt eines kreativen Künstlers entstanden, der – sei es durch seine eigenen Arbeiten oder durch die von ihm erzeugten Widerstände – wie kaum ein zweiter die Musikgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusst hat.

Die Darstellung von Cages Arbeit erfolgt fast ausschließlich über Aussagen des Komponisten sowie – in Ausnahmefällen – durch zusätzliche Interviewausschnitte von künstlerischen Weggefährten wie Merce Cunningham, David Tudor und Takehisa Kosugi. Scheffer bewegt sich dabei an dokumentarischen Aufnahmen aus dem Jahr 1987 (dem Jahr von Cages 75. Geburtstag) entlang, die in chronologischer Ordnung montiert sind und vom ‚Nachtcagetag‘ in Köln über eine von der Merce Cunningham Dance Company getanzte Aufführung von 'Roaratorio' in London, das Los Angeles Festival und Cages Lebensmittelpunkt New York bis hin zur Uraufführung der 'Europeras I & II' in Frankfurt am Main reichen. Indem Scheffer so einerseits Aufführungen und Proben sowie andererseits die Persönlichkeit Cages über Bild und Ton wirken lässt, schafft er ein hohes Maß an Authentizität, während er im Gegenzug jegliche eigene Kommentierung und didaktisierende Aufbereitung vermeidet. Dass die Filmbilder selbst zum Teil sehr verrauscht sind und man daher qualitative Abstriche in Bezug auf ihre Qualität machen muss, liegt in der Natur dieses ursprünglich noch auf Video oder 35 mm aufgezeichneten Materials.

Neben dem schönen und einem ganz eigenen, ruhige Rhythmus folgenden Filmporträt bietet die DVD von EuroArts über 90 Minuten ergänzende und vertiefende Materialien in Gestalt von insgesamt fünf Experimentalfilmen, die sich mit einzelnen Projekten Cages befassen oder sich an einer Verbindung von Musik und Bild versuchen. Neben Cages eigenen Film ‚Chessfilmnoise‘ (1988), einer nach Zufallsprinzipien erstellten Studie über das Schachspiel, sind drei kurze Arbeiten Scheffers über Projekte des Komponisten zu sehen: ‚Wagner’s Ring‘ (1987), eine von Cage angeregte, auf drei Minuten und vierzig Sekunden eingedampften Kurzversion von Richard Wagners 'Ring des Nibelungen‘, der auf Gesprächen über ein neues Opernprojekt zu Marcel Duchamp beruhende Kurzfilm ‚Nopera‘ (1995) sowie die experimentelle Studie ‚Stopera’s I & II‘ (1992) über Cages 'Europeras I & II'. Längstes Extra ist schließlich Scheffers einstündiger und im hohem Maße poetischer Versuch, Cages Komposition ‚Ryoanji‘ (1983–85) auf der Grundlage von Zufallsverfahren mit statischen Filmeinstellungen aus dem berühmten Zengarten von Ryoanji bei Kyoto zu bebildern.

Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Scheffer, Frank: How to Get Out of the Cage - A Year with John Cage: Film

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
EuroArts
1
20.08.2012
Medium:
EAN:

DVD
880242591685


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EuroArts

EuroArts Music International ist im Bereich audio-visueller Klassikproduktionen eine der weltweit führenden Produktions- und Distributionsfirmen. Das 1979 gegründete Unternehmen produziert jährlich 10-15 hochwertige Klassik-Programme – darunter Konzertaufzeichnungen in aller Welt sowie aufwändige Dokumentationen.

Renommierte, preisgekrönte Programme und Events haben EuroArts Music zu einem exzellenten internationalen Ruf verholfen. Eine intensive und langjährige Partnerschaft verbindet EuroArts Music mit führenden Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Mariinsky Theater Orchester, dem Lucerne Festival Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig und vielen anderen.

Die alljährlichen Aufzeichnungen des EUROPAKONZERTs, des Waldbühnen- und Silvester-Konzerts der Berliner Philharmoniker sind erfolgreiche und weltweit etablierte Musikprojekte von EuroArts Music. Im August 2005 produzierte und übertrug EuroArts Music live das weltweit beachtete Ramallah-Konzert des West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim. Im Januar 2006 produzierte EuroArts Music die erste Klassik-Live-Übertragung von Peking nach Europa (u.a. mit Lang Lang). Die weltweit einmaligen Musik-TV-Formate 24hoursBach und 24hoursMozart wurden zu zwei international erfolgreichen Musikevents dieses Unternehmens.

In 2012 wurde ein kompletter Prokofiev-Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten aufgezeichnet.

Seit vielen Jahren verbindet EuroArts Music eine enge Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev, Claudio Abbado, Martha Argerich, Yuja Wang und András Schiff sowie renommierten Regisseuren Bruno Monsaingeon, Frank Scheffer und Peter Rosen. Das Ergebnis sind Gesamtaufnahmen wie „The Beethoven Symphonies“ (Abbado/Berliner Philharmoniker) und preisgekrönte Dokumentationen wie Claudio Abbado – Hearing the Silence“ oder „Multiple Identities – Encounters with Daniel Barenboim“. 2006 wurde die EuroArts Music Produktion „Knowledge is the Beginning“ mit dem International Emmy Award (Arts Programming) ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm wurde 2007 mit weiteren Preisen geehrt, darunter der FIPA D'OR Grand Prize 2007 (Kategorie „Performing Arts”) sowie als „Best Arts Documentary„ bei dem renommierten 2007 Banff World Television Festival.

Innovation und Qualität bildeten von Anfang an die Grundpfeiler der Firma. Zahlreiche internationale Auszeichnungen bestätigen dies, darunter:

Oscar® für die Koproduktion von „Journey of Hope”

Grammy Award für „Kurt Weill’s: Rise and Fall of the City of Mahagonny”

Emmy Award und ECHO Klassik für „Knowledge is the Beginning”

2 weitere ECHOs für „A Surprise in Texas” (ECHO Klassik) und

„Django Reinhardt- Three-fingered Lighnting” (ECHO Jazz)

Peabody Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

National Education Award (USA) für „Sir Peter Ustinov: Celebrating Haydn”

 

Sowie folgende Nominierungen:

 

Emmy Award für „Robbie Robertson”

Rocky und Grammy Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

 

Der Katalog von EuroArts Music umfasst rund 1.800 Musikprogramme, darunter gehören neben EuroArts Eigenproduktionen auch Programme von zahlreichen unabhängigen Produktionsfirmen.
Das in Berlin ansässige Unternehmen vertreibt seine Programme weltweit selbst. EuroArts Music gehört auch im Vertrieb von audio-visuellen Musikproduktionen (TV und DVD/Blu-ray) zu den weltweit führenden Distributoren.

Viele eigene Produktionen werden weltweit auf dem eigenen Label EuroArts als DVD und Blu-ray, sowie als digitales Produkt vermarktet.

Seit 2016 werden die physischen Produkte durch Warner Music vertrieben.


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