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Samstag, 20. Januar 2018

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker spielen - Werke von Klengel, Francaix, Debussy u.a.

Zwölf Freunde sollt ihr sein


Label/Verlag: EuroArts
Detailinformationen zum besprochenen Titel


EuroArts porträtiert die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker - mit Jubiläumskonzert und Dokumentation, wobei letztere durchaus umfangreicher hätte ausfallen dürfen.

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker sind weithin bekannt. In den vierzig Jahren ihres Bestehens haben sie sich als eine der vielen Gruppierungen aus dem Stamm der Berliner Philharmoniker einen Namen gemacht. Ihr Erfolg ist das Konzept ‚Cello pur‘. Seit dem 25. März 1972 gibt es die Formation nun schon. Obwohl sie sich durch Ausscheiden alter und Hinzukommen neuer Kollegen ständig verändert, ist eines immer gleich geblieben: das gemeinsame Musizieren auf höchstem Niveau. Das zeigen auch die beiden DVDs zum Jubiläum, die von EuroArts herausgegeben werden. Wer das Jubiläumskonzert des Ensembles am 9. Mai 2012 verpasst hat, hat auf der ersten DVD Gelegenheit, das Konzert nachzuholen. Denn es ist etwas anderes, die 12 Cellisten zu sehen als sie nur zu hören. Allein schon der Anblick des Ensembles ist attraktiv: Wie die Ritter der Tafelrunde sitzen sie im Halbkreis, ihre Instrumente zwischen den Knien.

Doch halt: Es sind nicht nur Ritter, auch zwei Damen haben seit Neuestem Einzug in das Ensemble gehalten, eine Französin (Solène Kermarrec) und eine Britin (Rachel Helleur). Und wenn man einmal genau nachzählt, sind die 12 Cellisten dadurch inzwischen dreizehn geworden. Doch das tut ihrer Popularität natürlich keinen Abbruch. In den fast zwei Stunden Konzert bringt das Ensemble sowohl Crossover-Evergreens und Herzstücke seines Repertoires wie 'Yesterday' von den Beatles und den Jazz-Standard 'Round midnight' in Kombination mit Trompeter Till Brönner zu Gehör als auch neue Arrangements. So hat es die Mezzosopranistin Annette Dasch, eine gebürtige Berlinerin, dazu eingeladen, unter anderem der legendären Edith Piaf durch 'La vie en rose' eine Stimme zu verleihen. Auch Filmmusik darf an diesem Konzertabend nicht fehlen. Neben dem zärtlichen Hymnus 'Une femme est une femme' aus dem gleichnamigen Film von Jean-Luc Godard erklingen auch tragische Töne des Soundtracks zu ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘ von Sergio Leone.

Doch was ist das Besondere an der Einspielung von Klassikern durch die 12 Cellisten? Es ist wohl das Motto ‚einer für alle, alle für einen‘. Gleichberechtigt und einträchtig sitzt das Ensemble in seiner Formation. Hierarchien scheint es nicht zu geben, jeder und jede Einzelne hat Solopassagen, die es zu bewältigen gilt. Kommunikation erfolgt, das zeigt diese DVD besonders deutlich, über intensiven Blickkontakt, gemeinsames Schmunzeln und gemeinsames Sich-in-der-Musik-Wiegen. Solistische Passagen werden gefühlvoll vom Rest des Ensembles begleitet, auf jede Nuance des Spiels wird flexibel eingegangen. Es herrscht Harmonie an diesem Konzertabend.

Neben diesem Mitschnitt bietet die DVD noch eine Dokumentation zum Werdegang und zur Arbeit der 12 Cellisten an. Produzent der 56-Minuten-Doku ist Enrique Sánchez Lansch, der auch den Dokumentarfilm ‚Ouvertüre 1912 – Die Deutsche Oper Berlin‘ zum 100jährigen Jubiläum des Opernhauses drehte, und damit viel Beachtung fand. Wer sich von der Dokumentation über die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker harte Fakten zum Ensemble und seiner Entstehungsgeschichte erhofft, wird enttäuscht. Das Booklet zur DVD ist weitaus informativer, was historische Hintergründe und Personalien anbelangt. Der Film stellt vor allem die neuesten Reisen und Arbeiten (unter anderem die Uraufführung eines Werkes von Sofia Gubaidulina) in den Mittelpunkt. Der eingeflochtene Bericht über die Reise des Ensembles nach China erinnert ein wenig an den Film ‚Trip to Asia‘, in dem eine Asien-Reise der Berliner Philharmoniker mit der Kamera begleitet wird. Historisch wird es lediglich, als man anlässlich des 70. Geburtstages von Götz Teutsch, einem langjährigeen Ensemblemitglied, das Zusammentreffen alter und neuer Mitglieder filmt. Doch auch dieses ‚Familientreffen‘ lässt viele Fragen offen. Wie ist es, einer der zwölf zu sein? Wie viel Stress und zusätzliche Arbeit bedeutet der ‚Ritterschlag‘? Wie geht man mit der Situation um, plötzlich zu dreizehnt zu sein? – Der Film hätte einigen dieser Fragen noch tiefer auf den Grund können. Dann wäre ein interessantes Porträt entstanden. Das Ensemble ist es wert, ein solch etwas tiefer schürfendes Porträt zu erhalten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
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Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker spielen: Werke von Klengel, Francaix, Debussy u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
EuroArts
2
23.07.2012
EAN:

880242593184


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EuroArts

Das renommierte Qualitätslabel EuroArts vertreibt neben dem umfangreichen EuroArts-Katalog auch die Label "Idéale Audience", "Juxtapositions" und das Musik-Label "BBC Legends". Von 2007 bis 2009 veröffentlichte das Unternehmen auch Programme unter dem Label "Medici Arts".

Eine intensive und langjährige Partnerschaft verbindet EuroArts mit den Berliner Philharmonikern - die jährlichen Aufzeichnungen der Europa-, Waldbühnen- und Silvester-Konzerte sind erfolgreiche und international etablierte Musikprojekte.

Die regelmäßigen Konzertaufzeichnungen beim Verbier Festival und dem Lucerne Festival haben für das Unternehmen seit Jahren eine ebenso große Bedeutung wie die enge Zusammenarbeit mit den Dirigenten Claudio Abbado, Riccardo Chailly, Sir Simon Rattle und Pierre Boulez.

Neben nahezu allen großen Dirigenten sind im Katalog auch viele weltbekannte Künstler vertreten: erwähnt seien nur Plácido Domingo, Waltraud Meier, Anna Netrebko, Renée Fleming, Anne-Sophie Mutter, Gidon Kremer, Lang Lang, Martha Argerich, Alfred Brendel, Evgeny Kissin, Yuja Wang, Piotr Anderszewski und Hélène Grimaud.

EuroArts unterhält eine eigene TV- und Film-Produktion, die neben zahlreichen Konzert-Aufzeichnungen auch hochwertige Musik-Dokumentarfilme realisiert. Die "Classic Archive"-Programme und die Reihe "Introducing" unterstreicht das Engagement von EuroArts im Education Bereich.


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