> > > Pohjola, Seppo: Sinfonien Nr. 1 & 2
Freitag, 23. Februar 2018

Pohjola, Seppo - Sinfonien Nr. 1 & 2

Neue Sinfonik aus Finnland


Label/Verlag: Alba Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Durchaus interessante, gemäßgt-moderne Sinfonien des Finnen Seppo Pohjola, komponiert 2002/2006 und somit ein aktueller Beitrag Finnlands zur Gattung der Sinfonie. Mustergültig interpretiert und aufgenommen.

Der 1965 geborene finnische Hornist und Komponist Seppo Pohjola stammt aus einer bedeutenden Musikerfamilie. Die Ausbildung genoss er ausschließlich in seiner Heimat; dort erfreut er sich wahrscheinlich auch größerer Bekanntheit als hierzulande, obwohl sein derzeit zudem lediglich in finnischer Sprache vorliegender Wikipedia-Artikel ziemlich rudimentär anmutet. Nach frühen avantgardistischen Kompositionen – der Durchbruch kam mit dem ersten Streichquartett – pflegt er mittlerweile einen ‚gemäßigteren’ Kompositionsstil, dem auch die drei bislang vorliegenden Sinfonien, von denen die ersten beiden auf der vorliegenden SACD des Labels Alba zu hören sind, zuzurechnen sind.

Tragischer Verlust

Obwohl er der jüngste war, ist Seppo Pohjola der einzige noch lebende von drei musikalisch hochbegabten Geschwistern. Die Erfahrung dieser tragisch frühen Verluste ist eingeflossen in die Erste Sinfonie von 2002, die einen kompositorischen Nachruf darstellt. Wie häufig bei solchen persönlich geprägten Werken greift auch Pohjola auf die Möglichkeit zurück, durch verschiedene Zitate der Musik eine größere inhaltliche Dimension zu verleihen. Abgesehen vom Freude-Thema aus Beethovens Neunter sind die Zitate aber ziemlich gut versteckt. Die Zweite Sinfonie entstand 2006 und ist ‚absolute Musik’. Beide Werke folgen der tradierten Viersätzigkeit bei einer Spieldauer von ca. 30 Minuten, wenn die Sätze auch keinerlei Überschriften tragen. Beim Hören wird jedoch deutlich, dass sich Pohjola in formalen Gesichtspunkten nicht an den klassischen Vorgaben orientiert; er komponiert keine Sonaten- oder Rondoformen, sondern schafft einen kontinuierlichen musikalischen Strom, in dem er Motive sich stetig verändern und entwickeln lässt – Vorbild mag hier Sibelius gewesen sein. Die Zweite Sinfonie, in der die Sätze noch deutlicher einer linearen Entwicklung unterworfen sind denn eine geschlossene Form bilden und von denen die ersten drei sogar fließend ineinander übergehen, besteht die Vierstätzigkeit faktisch nur noch auf dem Papier. Dieses Werk, in dem die verschiedenen Instrumente und Orchestergruppen wirkungsvoll zur Sprache kommen und mal gegenübergestellt werden, mal vereint musizieren, wirkt generell eher wie ein ‚Konzert für Orchester’. Pohjola bezieht einiges an Schlagzeug ein, ansonsten ist die Orchester- und Instrumentenbehandlung aber vergleichsweise traditionell. Vorbilder sind schwierig zu benennen; eine Passage erinnerte mich stark an Schostakowisch, während das in beiden Sinfonien auftretende Stilmittel, über langsam sich bewegenden Streicherakkorden eher hektische Bläserfiguren zu platzieren, sehr lebhaft Charles Ives’ 'Unanswered Question' ins Gedächtnis rief.

Mustergültig

Die vorliegenden Interpretationen erfüllen ebenso wie die Klangqualität (Aufnahme: 2010/11) höchste Qualitätsansprüche. Das von Sakari Oramo souverän geleitete Finnische Radio-Sinfonieorchester musiziert engagiert und versiert, sehr homogen in den Streichern, klangschön und weich in den Holzbläsern und Hörnern, kraftvoll im sonstigen Blech. Makellos ist der resultierende Gesamtklang, der gestochen scharf eingefangen wurde und seine volle Pracht erst im Mehrkanalmodus entfaltet. Das sehr große dynamische Spektrum dieser Sinfonien, die beide wie Nebel aus dem Nichts aufzusteigen scheinen und dann zum Teil sehr heftige Eruptionen durchlaufen, ist bestens und ohne Qualitätseinbußen abgedeckt. Der auf englisch und finnisch vorliegende Einführungstext von Jouni Kaipainen bietet grundlegende Informationen; dadurch, dass der Verfasser offenbar in einem persönlichen Verhältnis zum Komponisten steht, bekommt der Text eine individuelle Note.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Pohjola, Seppo: Sinfonien Nr. 1 & 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alba Records
1
01.08.2012
EAN:

6417513103397


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Alba Records

ALBA ist das führende finnische Klassiklabel, bekannt durch seine hochwertigen Aufnahmen im CD- und SACD-Format und zahlreichen Auszeichnungen. Das Repertoire reicht von Alter Musik bis zu den neuesten zeitgenössischen Werken. In geringem Maße veröffentlicht ALBA auch Jazz und Weltmusik. Vertreten sind beispielsweise folgende Weltklasse-Künstler:
Die Dirigentin Susanna Mälkki, der Gambist Markku Luolajan-Mikkola, die Geigerin Elina Vahala, die Decacordistin (Gitarristin) Mari Mäntylä, die Sopranistin Helena Juntunen, der Pianist Janne Mertanen, das Ostrobothnian Chamber Orchestra, das Ensemble Oliphant, Zagros, und das In Time Quintett.


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