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Freitag, 4. Dezember 2020

Hensel-Mendelssohn, Fanny - Das Jahr

Lyrische Hausmusik


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Els Biesemans' Einspielung von Fanny Hensels Zyklus 'Das Jahr' überzeugt nicht zuletzt aufgrund der Farbigkeit des historischen Flügels.

Etwas mehr als fünfzehn Jahre scheint es her, seit Fanny Hensels 1841 entstandener Zyklus 'Das Jahr' seinen musikalischen Siegeszug antrat. In der Tat ist Hensels dreizehnsätziges Werk von einem Reichtum und einer Tiefe, die man in diesem Genre weniger bei ihrem jüngeren Bruder als vielmehr bei Robert Schumann oder anderen Zeitgenossen kennt – einfach dadurch, dass die Verknüpfung der einzelnen Sätze eine stärkere Einheit erzeugt als Mendelssohn Bartholdys 'Lieder ohne Worte', deren Eigenwert als Sammlung von Einzelstücken von prominenterer Bedeutung ist. Die den einzelnen Stücken beigegebenen Motti charakterisieren die Monate wie die Stücke gleichermaßen und erläutern überdies die Konstruktion der teilweise attacca einander folgenden Piècen, deren Binnenstruktur häufig der eher schlichten ABA-Form entspricht. Steigerungen und Kontraste sind natürliche Verbindungen zwischen den Stücken, die man schlechterdings nicht voneinander trennen kann (oder möchte), und es mag eine kleine Fehlentscheidung der Produzenten gewesen sein, die finale und die Erstfassung des 'Juni' unmittelbar einander folgen zu lassen (die Platzierung der Erstfassung in einen Appendix hätte der Struktur des Werks besser entsprochen). Die Komposition wurde zu Hensels Lebzeiten nicht veröffentlicht, war vielmehr ein intimes Geschenk der Komponistin und Pianistin an ihren Ehemann, den preußischen Hofmaler Wilhelm Hensel, dem die Legende (und leider auch das CD-Booklet) gerne geringere intellektuelle Fähigkeiten unterstellt. Hensel illustrierte das Manuskript von 'Das Jahr', und so zeigt sich ganz besonders die nichtöffentliche, vielmehr bewusst privat-häusliche enge Verbundenheit der beiden, auch durch die musikalischen Anspielungen in dem Werk, die teils bekenntnishafter Natur sind und sich andererseits teils natürlich aus den Motti selbst ergeben.

Die heute vornehmlich in der Schweiz wirkende Belgierin Els Biesemans, als Organistin wie als Pianistin (auch auf historischen Instrumenten) gleichermaßen ausgebildet, wählt für die Komposition einen eher rhapsodisch-freien denn klassizistisch-strengen Zugang, der auf dem warmen Pleyel-Instrument von 1851 bestens zur Geltung kommt. Die virtuosen wie auch die lyrischen Aspekte des Werkes spielt sie kongenial aus. Vielleicht nutzt sie einen Hauch zu wenig die Dämpfungsaufhebung, so dass der Klang des Instrumentes in manchen Momenten ein wenig zu dumpf klingt, doch beeinträchtigen solche Winzigkeiten nicht die Rundheit ihrer Interpretation. Allerdings scheint es mir, als nutze sie das Instrument nicht rundum in all seinen vielfältigen Möglichkeiten oder als mangele es ihm ein wenig an zusätzlichen Dimensionen, die etwa Érard-Instrumente gelegentlich beisteuern könnten. Doch auch dies sind wiederum höchstens Nuancen, die (dies ein absolutes Plus dieser Neueinspielung) durch die prinzipielle Wahl eines historischen Instruments mehr als aufgewogen werden.

Umrahmt wird der Zyklus durch vier Klavierstücke, ein 'Andante cantabile' Des-Dur und ein 'Allegro molto' c-Moll (beide von 1846) einerseits und 'Il Saltarello Romano' und 'Abschied von Rom' andererseits, letztere zwei Reminiszenzen an den bedeutungsvollen Aufenthalt Hensels zusammen mit ihrem Mann in Rom, fern von den Zwängen bürgerlichen städtischen Lebens, wohl eine Befreiung ihrer musikalischen Imagination. Die Aufnahmetechnik des DRS ist herrlich frei und fängt das Instrument bestens ein, das Booklet umfangreich – eine passende Abrundung zu einer erfreulichen, wichtigen Bereicherung der Fanny-Hensel-Diskografie.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Hensel-Mendelssohn, Fanny: Das Jahr

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
01.09.2012
Medium:
EAN:

CD
4260036252446


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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