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Dienstag, 7. Juli 2020

Gál, Hans - Neue Kammermusik

Zwischen Schubert, Bach und dem 20sten Jahrhundert


Label/Verlag: Cybele
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hans Gál (1890-1987) hatte das Glück, bei einigen der bedeutendsten Lehrer seiner Zeit zu studieren (darunter der Pianist Richard Robert oder der Musikwissenschaftler Guido Adler) und erhielt bereits im Alter von 25 Jahren den ?Staatspreis für Komposition? seines Heimatlandes Österreich. Das bewahrte einen Großteil seiner Kompositionen jedoch nicht davor, den Ohren einer breiteren Öffentlichkeit bis heute zu entgehen, was sich mehr aus den widrigen politischen Umständen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts als einem Mangel an Qualität erklärt. So ist es umso wichtiger und erfreulicher, dass sich auch heute noch immer wieder junge Ensembles dem Werk des später nach England ausgewanderten Gál annehmen und es angemessen präsentieren.
Die CD ?Neue Kammermusik: Werke von Hans Gál?, erschienen beim Cybele Label, enthält die ?Sonate für Violine und Klavier Op. 17? (1920) und die ?Sonate für Cello und Klavier Op. 89? (1954). Eingespielt wurde sie von Annette Barbara-Vogel an der Geige, Fulbert Slenczka am Cello und Réne Lecuona am Klavier, die allesamt auf höchst imposante Backgrounds zurückblicken können und auch hier ihre Aufgabe blendend meistern.

Das spannende an Gáls Musik ist der Kontrast, der sich aus dem Wechselspiel von Einflüssen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts und seiner tiefen Verbundenheit zu Werken von Schubert und Bach nährt. Deutlich wird dieses Spannungsfeld bereits im ersten Satz der ?Sonate für Violine und Klavier, Op. 17?: Der erste Satz stellt das Konzept der Sonate vor: Ein romantisch gefärbtes Thema in b-moll wird abgelöst von dramatischen, teils chromatischen Akkordfolgen, die sich wiederum in ein etwas ruhigeres Thema in D-Dur auflösen. Schon jetzt weiß die Bildhaftigkeit der Musik, von Vogel und Lecuona perfekt umgesetzt, zu begeistern. Immer ist eine düstere Atmosphäre präsent, die sich jedoch erst im zweiten Satz als tragende Stimmung manifestiert. Geige und Klavier wechseln sich mit kurzen Melodiefragmenten ab, kommen immer wieder zusammen, wobei erneut chromatische Akkordfolgen eine oft etwas nervös wirkende Grundlage für die Violine bilden. Unterbrochen wird dieses Spiel von sanften, jedoch kaum weniger dramatischen Melodien in moll. Erst im abschließenden Adagio, wo zunächst die Themen des Einleitungssatzes aufgegriffen werden löst sich die Sonate am Ende in ein fast erlösendes Dur-Thema auf.
Das alles ist Kammermusik wie sie besser nicht sein könnte. Gleichzeitig werden große Stimmungen erzeugt und intime Atmosphären geschaffen, die auch aufgrund der formidablen Umsetzung seitens der Instrumentalisten den Soundtrack für einen ungeheuer spannenden, mentalen Film liefern. Das Spiel der Interpreten ist stets bedacht, vermeidet glücklicherweise alle Hektik, die durch die recht komplexen rhythmischen Strukturen leicht aufkommen könnte, und lässt so jedem Ton und jeder Phrase Entfaltungsmöglichkeit.

Das gilt in ebensolchem Maße für die ?Sonate für Cello und Klavier?. Obwohl mehr als dreißig Jahre zwischen den Kompositionen liegen, sind die grundsätzlichen stilistischen Unterschiede nur marginal. Die Entwicklung des Künstlers, der zu diesem Zeitpunkt schon in erster Linie für seine Lehr-Tätigkeit in Edinburgh bekannt war, zeigt sich vor allem in fließenderen Arrangements. Die Instrumente beziehen Spannung weniger aus einem Gegeneinander als aus einem Miteinander, was vom harmonischen, präzisen Spiel Sienczkas und Lecuonas gut repräsentiert wird. Die Kontraste scheinen mehr ineinander verwoben, wobei Grundstimmung, Aufbau und Konzept im Vergleich zur ersten Sonate ähnlich sind. Wieder zieht sich eine dunkle Ahnung durch die drei Sätze, die im zweiten durch ein tänzerisches Motiv unterbrochen wird und sich schließlich am Ende des dritten Satzes in ein sonniges Dur-Thema auflöst.

Abschließend sei gesagt, dass auch die Aufnahmequalität kaum zu wünschen übrig lässt. Die Dynamik aller drei Instrumente wird gut aus den Boxen transportiert, auch kleinste Nuancen sind optimal vernehmbar. Das Klangbild ist teils etwas arg trocken, etwas brillantere Höhen hätten den dramatischen Spitzen zu mehr Geltung verholfen. Über diesen Wermutstropfen lässt sich jedoch hinwegsehen. Diese CD ist somit eine lohenswerte Anschaffung sowohl für die, die in das Werk Hans Gáls bereits eingeweiht sind als auch für die, die es erst noch werden wollen oder einfach nur Freunde wirklich guter, moderner Kammermusik sind.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gál, Hans: Neue Kammermusik

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Cybele
1
15.11.2002
49:20
2001
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
4040961000745
360.901

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Gál, Hans


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Interpret(en):Vogel, Annette-Barbara (Violine)
Slenczka, Fulbert (Violoncello)
Lecuona, Réne (Piano)


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Cybele

Die Ursprünge

Die griechische Antike war der Auffassung, dass Musik den Menschen wesentlich beeinflusst: Das seelische Gleichgewicht könne sich durch Musik verändern, Musik könne Menschen sogar zum Handeln anregen.

Die Griechen erlebten bei der Musik keine scheinhaften, sondern höchst reale Gefühle. Sie ergriffen den ganzen Menschen, bis hin zu körperlichen Affektionen. Deshalb bildeten Musik wie auch Dichtung seit jeher die Grundlagen der hellenistischen ?Paideia?, der Kindeserziehung und der allgemeinen Bildung.

CYBELE, die ?große Mutter der Götter?, kam über Phrygien nach Griechenland, wo sie als Herrin der Natur und Fruchtbarkeit verehrt wurde. Mit der Krone auf dem Haupt hält sie in der einen Hand ein Tympanon (eine Handpauke) und in der anderen Ähren oder Zepter ? so zeigen sie antike Darstellungen.

Die Feste der CYBELE wurden stets mit orgiastischer, aufreizender Musik gefeiert ? mit Flöte, Klapper und Tympanon ? und erfreuten sich besonders bei den einfachen Bevölkerungsgruppen großer Beliebtheit. Darin aber sahen die antiken Moralisten große Gefahren. Die neue CYBELE-Musik, die in Mode kommende phrygische Tonart, bedeutete für sie die ?Tonart der wilden Leidenschaft und der Ekstase?. Und wie noch heute, begegnete schon in der Antike so mancher dem Fremden ? dem Unbekannten und dessen nicht absehbaren Auswirkungen ? mit Misstrauen oder mit brüsker Ablehnung. Das Neue galt als gefährlich, gerade auch in den Künsten. Letztlich aber hat sich damals die nach vorne blickende Musik und Dichtung durchgesetzt.

Heutzutage gehören sie zu den wichtigsten Säulen unserer Kulturgeschichte. Doch wie umstritten, unverstanden oder befremdlich die damaligen Gegenwartskünste waren, zeigt der Blick in unsere Zeit. Auch heutzutage hat es die aktuelle Musik, Kunst und Literatur schwer, in dem Maße akzeptiert zu werden, wie sie es zweifellos verdient.

Hier setzt die Tätigkeit von CYBELE ein:

Wir entdecken neue Musik und Literatur und machen das so genannte Nischenrepertoire einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Wir entdecken Klassiker neu und entstauben sie durch frische Neueinspielungen auf höchstem künstlerischen und technischen Niveau.

Wir entdecken herausragende Komponisten und Autoren ? teils vergessene, teils noch unbekannte Künstler. Dadurch entstehen ungewöhnliche Ersteinspielungen.

Wir arbeiten mit der neuesten Technik und entdecken die Qualitäten alter Techniken neu.

Das entdeckerfreudige Label

Das 1994 gegründete Label CYBELE hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Klassik der Zukunft mitzugestalten: das Profil des Repertoires ebenso wie die Aufnahmetechnik.

Seit 2004 spielt bei CYBELE das innovative und erstklassige Super Audio CD Format (SACD) eine entscheidende Rolle:

Die einzigartige Surround Sound-Technologie ermöglicht bisher nicht gekannte Klangdimensionen und einen neuartigen Hörgenuss.

2012 werden die technischen Möglichkeiten auf der CYBELE-Website um ein Angebot, das in dieser Form einmalig ist auf dem Musikmarkt, erweitert: Ab sofort bieten wir Ihnen unsere Produktionen ebenfalls als hochauflösende, verlustlose Downloads im FLAC- bzw. DSD-Format an - die Verbindung von höchster Qualität, schnellster Verfügbarkeit und anspruchsvollster Präsentation in Form und Inhalt.

Unsere Bereiche

- Zeitgenössische Musik

Als ?entdeckerfreudiges Label? (Der Spiegel) arbeiten wir im Bereich der zeitgenössischen Musik mit vielversprechenden KomponistInnen, InterpretInnen und AutorInnen unserer Zeit. Ihr Schaffen und Oeuvre einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, das Bewusstsein für die Klänge unserer Zeit zu sensibilisieren, ist eines der wichtigsten CYBELE-Ziele. Schließlich werden schon heute die Grundsteine für die Zukunft gelegt.

- Klassische Musik

Damit das, was wir gegenwärtig Klassik nennen, nicht zum künftigen Staubfänger wird, muss sie immer wieder neu interpretiert und präsentiert werden, auch mit den Möglichkeiten der hochwertigsten, feinsten Tonträgertechnik. Hier haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, bedeutende klassische Werke durch brillante InterpretInnen und auf ?technisch höchstem Niveau? (FonoForum) neu erklingen zu lassen.

- Hörbücher

Die Hörbuchreihe Wort&Musik ist 2004, zum 10-jährigen Jubiläum von Cybele Records, als neuer Bereich des Labels entstanden.

Im Mittelpunkt unserer Hörbuchreihe steht vor allem Literatur, deren Thematik selbst schon musikalische Elemente berührt. Der Hörer erlebt die Musik, von der im jeweiligen Werk gesprochen wird, direkt in Kombination mit dem gesprochenen Wort. Die so entstehende Synthese eröffnet die Möglichkeit eines tieferen Verständnisses sowohl der Musik durch den Text als auch des Textes durch die Musik.

Die Musikaufnahmen und -konzepte für unsere Hörbuchreihe entstehen in Eigenregie und enger Zusammenarbeit mit den jeweils beteiligten Musikern.

Wir entwickeln auch musikalisch-literarische Gesamtkonzepte aus eigens für unsere Projekte realisierten Geschichten und Kompositionen. Oder aus historischen und neuen Sprach- und Musikaufnahmen. Durch die unkonventionelle Kombination musikalischer und sprachlicher Elemente entstehen neue Sichtweisen, die dem Hörer erweiterte Perspektiven auf die jeweiligen Inhalte eröffnen.

Auch der jungen Generation möchten wir im Rahmen unserer Kinder- und Jugendreihe inspirierende Hörerlebnisse bieten, die neugierig machen und den Entdeckergeist wecken.

Beispielsweise durch die Auseinandersetzung mit Arnold Schönberg und der Zwölftonmusik in dem Hörbuch Die Prinzessin, das für die Umsetzung dieses Anliegens mit dem ECHO Klassik 2009 und dem Medienpreis LEOPOLD 2009/10 ausgezeichnet wurde.

Oder durch Eigenkompositionen von Kindern und Jugendlichen der Kompositionsklasse David Graham in der Produktion Vom Mädchen das nicht schlafen wollte, einer sensibel und spannend erzählten Geschichte über Leben und Tod, geschrieben von von Martin Baltscheit. Dieses Hörbuch wurde für den Deutschen Hörbuchpreis 2007 nominiert.

Unsere neueste Kinder-und Jugendproduktion Auf Flügeln in die Tiefe - Geschichten vom Aufwachsen erweitert das seltene Angebot für Kinder im Pubertätsalter. Hier versammelt Mirjam Wiesemann selbstgeschriebene Geschichten, die packend und psychologisch auslotend vom Aufwachsen erzählen. Eine Reise durch Gedanken, Geräusche und Musik, auf die sich sowohl Kinder als auch Erwachsene gern mitnehmen lassen. Diese Produktion wurde zum Hörbuch des Monats 2/2011 der Fachzeitschrift HörBücher gewählt.

Wir freuen uns, dass unsere im Jahr 2009 neu gegründete Doku-Edition Künstler im Gespräch ebenfalls viel positive Resonanz erhält. So wurde die Auftaktveröffentlichung über den Komponisten Karl Amadeus Hartmann für den Deutschen Hörbuchpreis 2010 in der Kategorie ?Beste Information? nominiert und die gesamte Reihe erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie ?Beste verlegerische Leistung?.

Als erstes Label weltweit produzieren wir unsere Hörbücher auf Hybrid-SACDs (Super Audio CD) in 5.0-kanaligem Surround Sound, die auch auf allen handelsüblichen CD-Playern in Stereo abspielbar sind. Hierdurch hat der Hörer das Gefühl, live dabei zu sein, mitten ins Geschehen einzutauchen. Das unsichtbare Kino, der Film nur für die Ohren, kann sich so bestmöglich entfalten.

Neue Möglichkeiten auf unserer Website seit Februar 2012:

Auf dem neuen Portal wir der gesamte Labelkatalog nun auch in Form von hochauflösenden Downloads angeboten, mit dem Ziel, das Label-Programm von Cybele weltweit in noch größerem Umfang zu verbreiten.

Getreu dem Labelmotto Klassik der Zukunft verbindet Cybele durch das neue Online-Konzept Wertbeständigkeit, schnelle Verfügbarkeit, hohes künstlerisch-klangliches Niveau sowie technischen Fortschritt miteinander.

Die Besucher das Cybele-Portals haben ab sofort die Möglichkeit, einzelne Tracks oder ganze Alben mit einem Mausklick komfortabel herunterzuladen und diese in gewohnt hochklassigem Cybele-Klang zu genießen.

Dabei wurde darauf geachtet, allen Besuchern des Portals eine leicht verständliche und gleichzeitig spannende Download-Reise durch das Cybele-Repertoire zu ermöglichen.

- Die Besucher der Website können 20 Sekunden in jeden Track hereinhören (sofern verfügbar, sogar bis hin zu 5.0/5.1-kanaligem Surround Sound), anhand der von uns neu entworfenen Künstler-Profile mehr über die beteiligten Interpreten erfahren und vieles mehr.

- Auf unserer Website werden ausschließlich hochwertige Audio-Formate angeboten (FLAC und DSD - verlustlose Audio-Qualität bis hin zu 5.0/5.1-kanaligem Surround Sound). Datenreduzierte Download-Formate wie MP3 werden nicht angeboten.

- Wenn ein Besucher zunächst als ?Kostprobe? einen Download-Track erworben hat, um die Produktion kennen lernen zu können, bekommt er die Möglichkeit, im Nachhinein über das Kundenkonto-Untermenü ?Album vervollständigen? mit einem Mausklick bequem und schnell das gesamte Album zum reduzierten Album-Preis zu erwerben

- Kunden, die ein ganzes Album herunterladen (oder einen Track nachträglich zu einem Album vervollständigen) bekommen als Bonus kostenlos ein PDF-Booklet zur Verfügung gestellt


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