> > > Prokofieff, Sergei: Cinderella
Sonntag, 20. Oktober 2019

Prokofieff, Sergei - Cinderella

Ist die Welt der Kindheit wirklich eine Puppenwelt?


Label/Verlag: Arthaus Musik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Maguy Marin lässt in ihrer Version von Prokofjews 'Cinderella' die Puppen tanzen.

Ist das so oder denken sich die Erwachsenen das so? Die vorliegende DVD bietet einen Mitschnitt der Premiere des Balletts 'Cinderella' in der Choreografie von Maguy Marin mit dem Ballett der Oper in Lyon von 1989. Das ist eine ganze Weile her; das sieht man auch. Und man fragt sich nicht, warum die damals viel gelobte Aufführung kaum noch Erwähnung findet, wenn von Prokofjews Ballett die Rede ist. Hier müssen Tänzerinnen und Tänzer wie Puppen funktionieren, sie tragen zudem Babypuppenmasken, sind ausgestopft, insbesondere die bösen Schwestern und die Stiefmutter, ihre Bewegungen sind abgehackt; auch wiederholt sich dieses puppige Material zu oft.

Es geht aus dem Bilderbuch eines Kindes direkt ins Puppenhaus, wo Cinderella einsam sitzt und dann natürlich zum Besen greift und sich der Hausarbeit hingibt. Und schon sind sie da, die beiden aufgedickten Besen von Stiefschwestern, noch aufgedickter die Stiefmutter. Dann geht alles seinen bekannten Märchengang, nur dass anstelle der Fee ein Roboter mit Laserschwert erscheint, dass das arme Puppenkind mit einem Spielzeugauto ins Glück fährt und zunächst im Puppenparadies des Prinzen unbeholfen stakst und stolpert.

Das mag alles ganz hübsch gemeint sein, erschöpft sich aber rasch. Zudem wirken die vielen pantomimischen Szenen ohne Gesichter recht seelenlos. Nun ja, es kommt wie wir es kennen: Die Uhr schlägt zwölf, das Puppenkind muss gehen, verliert den Puppenschuh und der Puppenprinz macht sich auf der Suche nach dem Püppchen, dem das Schühchen passt. In der Verniedlichung liegt das Problem, es gibt keine Emotionen. Dass immer wieder dialogartige Fetzen in Babysprache oder auch nur nicht zu enträtselnde Mitteilungen in der Art von Säuglingsdialogen eingespielt werden, macht die Sache nicht besser.

Unter der Leitung von Yakov Kreizberg spielt das Orchester der Oper von Lyon. Das hört man gern, die Optik dieser Inszenierung aber macht die Musik Prokofjews zur Filmmusik. Tänzerisch kann man etliche beachtliche Leistungen sehen, und da mag man noch mehr bedauern, dass man die Gesichter der Tänzerinnen und Tänzer nicht sieht.

Interpretation:
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Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Prokofieff, Sergei: Cinderella

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Arthaus Musik
1
13.08.2012
Medium:
EAN:

DVD
807280023596


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Arthaus Musik

Arthaus Musik wurde im März 2000 in München gegründet und hat seit 2007 seinen Firmensitz in Halle (Saale), der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels.

Das Pionierlabel für Klassik auf DVD veröffentlicht nunmehr seit 13 Jahren hochkarätige Aufzeichnungen von Opern, Balletten, klassischen Konzerten, Jazz, Theaterinszenierungen sowie ausgesuchte Dokumentationen über Musik und Kunst. Mit bis zu 150 Veröffentlichungen pro Jahr sind bisher über 1000 Titel auf DVD und Blu-ray erschienen. Damit bietet Arthaus Musik den weltweit umfangreichsten Katalog von audiovisuellen Musik- und Kunstproduktionen und ist seit Gründung des Labels international führender Anbieter in diesem Segment des Home Entertainment Marktes.

In vielen referenzgültigen Aufzeichnungen sind die größten Künstler unserer Zeit wie auch aus vergangenen Tagen zu hören und zu sehen. Unter den Veröffentlichungen finden sich Aufnahmen mit Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Maria Callas, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča; mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Zubin Mehta; aus Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris , der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich.

Zahlreiche Veröffentlichungen des Labels wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Oscar-prämierte Animationsfilm ?Peter & der Wolf? von Suzie Templeton, die aufwändig produzierte ?Walter-Felsenstein-Edition? und die von Sasha Waltz choreographierte Oper ?Dido und Aeneas?, die beide den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten. Mit dem Midem Classical Award wurden u. a. die Dokumentationen ?Herbert von Karajan ? Maestro for the Screen? von Georg Wübbolt und ?Celibidache ? You don?t do anything, you let it evolve? von Jan Schmidt-Garre ausgezeichnet. Die Dokumentation ?Carlos Kleiber ? Traces to nowhere? von Eric Schulz erhielt den ECHO Klassik 2011.

Mit der Tochterfirma Monarda Arts besitzt Arthaus Musik eine ca. 900 Produktionen umfassende Rechtebibliothek zur DVD-, TV- und Onlineauswertung. Seit 2007 entwickelt das Unternehmen kontinuierlich die Sparte Eigenproduktion mit der Aufzeichnung von Opern, Konzerten, Balletten und der Produktion von Kunst- und Musikdokumentationen weiter.

Arthaus Musik DVDs und Blu-ray Discs werden über ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, u.a. in Kooperation mit Naxos Global Distribution in ca. 70 Ländern der Welt aktiv vertrieben. Darüber hinaus veröffentlicht und vertreibt Arthaus Musik die 3sat-DVD-Edition und betreut für den Buchhandel u.a. die Buch- und DVD-Edition über Pina Bausch von L’Arche Editeur, Preisträger des Prix de l’Académie de Berlin 2010.


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