> > > Monteverdi, Claudio: Il ritorno d'Ulisse in patria
Sonntag, 20. Oktober 2019

Monteverdi, Claudio - Il ritorno d'Ulisse in patria

Gehobenes Mittelmaß


Label/Verlag: Arthaus Musik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Monteverdis 'Ulisse' vom Jahr 2002 aus Zürich ist solide, mehr aber auch nicht - szenisch und gesanglich kann er nicht vollends überzeugen.

Nur Herkules gelangte häufiger auf die Bühne der venezianischen Oper als Odysseus. Der Griechenheld verstellt und verkleidet sich, um seine Rechte daheim bei Penelope wiederzuerlangen. Maskerade kam in Venedig gut an. Claudio Monteverdis 'Il ritorno d‘Ulisse in patria' (1640) war ein Erfolg, gehalten hat der 'Ulisse' sich bis heute; die kommerzielle Oper war zu dem Zeitpunkt erst drei Jahre alt.

Bei Dietrich Henschel hat Ulisse nichts Listiges oder gar Verschlagenes, vielmehr erscheint er – andeutungsweise – als eine gebrochene Gestalt, der Irrfahrten überdrüssig. Henschel trägt Klaus-Michael Grübers Inszenierung von 2002 am Opernhaus Zürich mit seinem kräftigen, schön konturierten Bariton (auch wenn die Höhe flach bleibt). Aber er trägt nicht allein: Vesselina Kasarova bildet das Zentrum der Inszenierung. Mit einem Lamento stellt sie sich vor, zutiefst melancholisch klingt die berühmte Arie; auch das Spiel der Bulgarin überzeugt. Der junge Jonas Kaufmann gibt einen lauteren Telemaco. Das Vater-Sohn-Duett ist, neben dem Lamento, eine weiterer emotionaler Höhepunkt.

Leider sind die Gesangsdarbietungen nicht ausgewogen. Während Isabel Rey als Minerva und Martina Jankovà als Giunone die vokale Brillanz, mit der Monteverdi die göttliche Sphäre markiert, bestens umsetzen, fällt etwa im Prolog Giuseppe Scorsin als Il Tempo ab. Rudolf Schasching bleibt blass in der frühen Buffo-Rolle des Iro. Malin Hartelius und Boguslav Bidzinski geben das Paar Melanto und Eurimaco mit vokaler Strahlkraft. Der Stimmklang der Freier wiederum rundet sich im Terzett nicht zu einem Ganzen. Da gibt es kleinste Verschiebungen, die Intonation wackelt. Ihr Gesang ist zudem nicht optimal auf das Orchester abgestimmt.

Nikolaus Harnoncourt dirigiert. Den 'Ulisse' hat er in Zürich schon einmal aufgeführt, 1977 als Teil seines Monteverdi-Zyklus. 25 Jahre später leitet er das hauseigene Orchestra La Scintilla. Das historisch informierte Ensemble entfaltet ein sinfonisches Gepräge, das so üppig wohl eher nicht im Venedig des mittleren Seicento zu hören war. Lebhaft klingt es aus dem Graben, manches aber auch zu dick aufgetragen.

Aus den drei Akten der Wiener Partitur (fünf hat das Libretto Giacomo Badoaros) hat man zwei gemacht, geschickt gekürzt – keine Rede davon im Booklet. Der Wechsel des Bühnenbilds (Gilles Aillaud) markiert Götter- und Menschensphäre. Die Drehbühne verdeutlicht das Motiv der Kreisens, der Heimkehr, des Ritorno. Die Gemachtheit des Bildes wird nicht versteckt, dekonstruktivistisch geht Regisseur Grüber aber nicht vor. Die Video-Regie (Felix Breisach) ist solide und manchmal manieriert.

Beim Umgang mit den Freiern bleibt die Regie lange undeutlich. Zunächst scheinen die Freier Puppenspieler zu sein; dann gäben sie sich mit den Puppenkönigen nobler, als sie sind, was als Ausdruck ihrer Falschheit und Eitelkeit überzeugte. Doch die Puppen sind die Freier. Das stellt sich spätestens herau, als Ulisse die Puppen erschießt, welche die Sänger im Theaterwagen aufhängen. Eine Gummimaske macht den Titelhelden zum Greis; mit ihr könnte er auch in der Muppet-Show auftreten. Alles in allem springt der Funke nicht über.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Regie:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Monteverdi, Claudio: Il ritorno d'Ulisse in patria

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Arthaus Musik
1
13.08.2012
Medium:
EAN:

DVD
807280166095


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Arthaus Musik

Arthaus Musik wurde im März 2000 in München gegründet und hat seit 2007 seinen Firmensitz in Halle (Saale), der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels.

Das Pionierlabel für Klassik auf DVD veröffentlicht nunmehr seit 13 Jahren hochkarätige Aufzeichnungen von Opern, Balletten, klassischen Konzerten, Jazz, Theaterinszenierungen sowie ausgesuchte Dokumentationen über Musik und Kunst. Mit bis zu 150 Veröffentlichungen pro Jahr sind bisher über 1000 Titel auf DVD und Blu-ray erschienen. Damit bietet Arthaus Musik den weltweit umfangreichsten Katalog von audiovisuellen Musik- und Kunstproduktionen und ist seit Gründung des Labels international führender Anbieter in diesem Segment des Home Entertainment Marktes.

In vielen referenzgültigen Aufzeichnungen sind die größten Künstler unserer Zeit wie auch aus vergangenen Tagen zu hören und zu sehen. Unter den Veröffentlichungen finden sich Aufnahmen mit Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Maria Callas, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča; mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Zubin Mehta; aus Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris , der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich.

Zahlreiche Veröffentlichungen des Labels wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Oscar-prämierte Animationsfilm ?Peter & der Wolf? von Suzie Templeton, die aufwändig produzierte ?Walter-Felsenstein-Edition? und die von Sasha Waltz choreographierte Oper ?Dido und Aeneas?, die beide den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten. Mit dem Midem Classical Award wurden u. a. die Dokumentationen ?Herbert von Karajan ? Maestro for the Screen? von Georg Wübbolt und ?Celibidache ? You don?t do anything, you let it evolve? von Jan Schmidt-Garre ausgezeichnet. Die Dokumentation ?Carlos Kleiber ? Traces to nowhere? von Eric Schulz erhielt den ECHO Klassik 2011.

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Arthaus Musik DVDs und Blu-ray Discs werden über ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, u.a. in Kooperation mit Naxos Global Distribution in ca. 70 Ländern der Welt aktiv vertrieben. Darüber hinaus veröffentlicht und vertreibt Arthaus Musik die 3sat-DVD-Edition und betreut für den Buchhandel u.a. die Buch- und DVD-Edition über Pina Bausch von L’Arche Editeur, Preisträger des Prix de l’Académie de Berlin 2010.


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