> > > Mahler, Gustav spielt: Werke von Mahler, Brahms u.a.
Dienstag, 7. Juli 2020

Mahler, Gustav spielt - Werke von Mahler, Brahms u.a.

Das Wien des Fin de Siècle


Label/Verlag: Gramola
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zum 150. Geburtstag des Malers erinnerte das Label Gramola an Gustav Klimt und den musikalischen Kontext seiner Zeit.

Das kaiserliche Wien des Fin de Siècle war wie kaum ein anderer Ort im damaligen Europa Schmelztiegel kultureller Einflüsse. Während in dieser Hauptstadt eines auseinanderstrebenden Vielvölkerstaates Geschichte der Moderne geschrieben wurde, gärten in ihr auch die Rückwärtsgewandtheit und ein Radikalismus, der die Katastrophen des 20. Jahrhunderts vorbereitete. Begleitet vom ‚Heulen und Zähneknirschen‘ der Reaktion etablierte sich der Wiener Secessions-Stil, als dessen Hauptvertreter heute Gustav Klimt (1862–1918) gesehen wird. Zum 150. Geburtstag des Malers erinnerte das Label Gramola unter dem Titel ‚Gustav Klimt and the Music of His Time’ an den Künstler, der nicht nur in seinem berühmten Beethovenfries die Musik zum Thema machte.

Von den Nazis verbannt

Klimt gehörte zu den Unterzeichnern einer Dankadresse für Gustav Mahler, als dieser gegen Ende seiner legendären Amtszeit als Hofoperndirektor Opfer einer antisemitischen Pressekampagne wurde. Mahlers 'Adagietto' aus der Sinfonie Nr. 5 steht entsprechend am Anfang der CD. Dirigent der 1947 in New York realisierten Aufnahme ist Bruno Walter, den die Nazis 1938 aus Wien getrieben hatten. Kathleen Ferrier singt das Mahler-Lied 'Um Mitternacht' in einer Einspielung aus dem Wiener Musikverein von 1952. Das interessanteste Dokument des Albums ist aber die von Mahler selbst an einem Welte-Mignon-Reproduktionsklavier gespielte Fassung von 'Das himmlische Leben' vom 9. November 1905. Der zu Lebzeiten Klimts durch den Komponisten interpretierte Schluss-Satz der Sinfonie Nr. 4 gibt wertvolle Aufschlüsse über die pianistischen Fähigkeiten und die nuancierten Interpretationsvorstellungen Mahlers.

Anziehungskraft Wiens

Ebenfalls zu Lebzeiten Klimts (1905) wurde die 'Mazurka à la Viennoise' op. 51 vom Komponisten Alfred Grünfeld am Klavier interpretiert und von der Gramophone & Typewriter Company aufgezeichnet. Das Gleiche gilt für Fritz Kreisler, der 'Liebesfreud' im Jahre 1910 als Violinist zusammen mit George Falkenstein am Klavier festhalten ließ. Später aufgenommen (2010) wurde die schlicht-elegante Romanze A-Dur op. 51 von Karl Goldmark mit Thomas Albertus Irnberger (Geige) und Jörg Demus (Klavier). Für die Anziehungskraft Wiens auf Komponisten von überallher steht nicht nur der von Fritz Kreisler für Violine und Klavier eingerichtete Ungarische Tanz Nr. 17 von Johannes Brahms, sondern auch der von Váša Příhoda arrangierte Walzer aus dem 'Rosenkavalier' von Richard Strauss. Und natürlich darf auf solch einem Album auch der 'Kaiserwalzer' (Johann Strauß Sohn) nicht fehlen, den die Wiener Philharmoniker unter dem Stab Herbert von Karajans auf Hochglanz polieren. Zusammen mit weiteren Dokumenten zeichnet ‚Gustav Klimt and the Music of His Time’ ein facettenreiches musikalisches Bild von Wien, das Christian Heindl in seinem Einführungstext aufschlussreich beleuchtet.

Interpretation:
Klangqualität:
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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mahler, Gustav spielt: Werke von Mahler, Brahms u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Gramola
1
01.11.2012
Medium:
EAN:

CD
9003643989542


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Gramola

Gramola wurde im Jahr 1924 als Detailgeschäft und Vertrieb der beiden englischen Plattenlabels „Gramola“ und „His Master’s Voice“ gegründet. Durch den damaligen Vertrieb dieser Labels ist eines der ganz wenigen, weltweit noch existierenden Originalbilder des legendären, der Stimme seines Herrn lauschenden Hundes „Nipper“ noch heute im Geschäft zu besichtigen. Das Unternehmen ist heute das älteste Tonträgergeschäft Österreichs und arbeitet inzwischen als Familienbetrieb in der fünften Generation. In internationalen Rankings um das beste Klassikfachgeschäft der Welt nahm Gramola mehrmals Spitzenränge ein. Das denkmalgeschützte Geschäftslokal in Wien am Graben wurde nach einem Jugendstilentwurf von Dagobert Peche in den frühen Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erbaut.

Vor etwa 10 Jahren wurde bei Gramola die Produktion von Klassik-CDs wieder aufgenommen und konnte seither durch seine international vielfach ausgezeichneten Produktionen den allerhöchsten Qualitätsstandard österreichischer Musikschaffender nachdrücklich unter Beweis stellen. Gramola-CDs sind inzwischen in allen klassikinteressierten Ländern zwischen Tokyo und New York zu haben. Ergänzt wird das Gramola-Angebot durch ein Webshop, das rund um den Kalender bereitsteht, Kundenwünsche auch außerhalb regulärer Ladenöffnungszeiten zu erfüllen.


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