> > > Goldmark, Carl: Klaviertios: Klaviertrios von Zemlinsky, Goldmark, Gál
Dienstag, 7. Juli 2020

Goldmark, Carl: Klaviertios - Klaviertrios von Zemlinsky, Goldmark, Gál

Kein entschlossener Zugriff


Label/Verlag: Gramola
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die drei unbekannten Klaviertrios von Goldmark, Zemlinsky und Gál werden in einer makellosen, aber wenig dramatischen Aufnahme vorgestellt.

Klaviertrios von Karl Goldmark, Alexander Zemlinsky und Hans Gál – drei unbekannte Werke. Zemlinskys Trio immerhin kennt man vielleicht noch in seiner Originalfassung mit Klarinette statt Violine. Doch auch diese Fassung des 1896 komponierten Frühwerks für die übliche Besetzung des Klaviertrios stammt von Zemlinsky selbst. Die drei Interpreten Thomas Albertus Irnberger (Violine), Attilia Kiyoko Cernitori (Cello) und Evgueni Sinaiski (Klavier) interpretieren das Werk mit warmem Ton, gestalten das Tempo flexibel und die Melodien kantabel, musizieren mustergültig zusammen, zumal sie kein festes Ensemble bilden. Besonders expressiv allerdings gelingt ihr Vortrag nicht. Etwas pauschal wirkt das Ganze und kommt trotz im einzelnen schöner Details einfach nicht recht in Fahrt.

Das Trio von Hans Gál hingegen dauert nur gut zehn Minuten und ist ein einfaches Werk abseits avantgardistischer Tendenzen. Für eine erst 1949 entstandene Komposition ist das Trio erstaunlich unbeschwert und könnte ebenso gut dem 19. Jahrhundert entstammen. Hans Gál schrieb mit seinem op.49b ein freundliches, ausgeglichenes Werk in drei kurzen Sätzen und ohne große dramatische Untiefen. Hier bleiben daher auch hinsichtlich der Interpretation keine Wünsche offen. Für die deutlich älteren Trios von Zemlinsky und Goldmark hingegen ist der Klang der drei Künstler zu makellos. Man wünscht sich hier und dort raue Kanten. Beide Werke könnten eindeutig einen entschlosseneren Zugriff vertragen. Das Trio von Karl Goldmark, entstanden 1879, wirkt zwar in dieser Interpretation durchaus sehr hübsch, besonders das flink-virtuose Scherzo mit seinem anmutigen Trio und das Finale. Allerdings handelt es sich um ein etwa halbstündiges Werk, und auf die gesamte Distanz fehlt der Aufnahme die Spannung.

Der Klang der im Februar 2011 für das österreichische Label Gramola aufgenommenen SACD ist angenehm und natürlich, die Instrumente klingen allerdings ein wenig wie aus der Ferne. Das Beiheft stellt die Werke und Komponisten in gut verständlicher und sehr ausführlicher Form vor und nimmt dabei besonders ihre gemeinsame Orientierung am Werk von Johannes Brahms und ihr Schicksal als jüdische Komponisten in den Fokus.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Goldmark, Carl: Klaviertios: Klaviertrios von Zemlinsky, Goldmark, Gál

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Gramola
1
01.11.2012
Medium:
EAN:

SACD
9003643989337


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Gramola

Gramola wurde im Jahr 1924 als Detailgeschäft und Vertrieb der beiden englischen Plattenlabels „Gramola“ und „His Master’s Voice“ gegründet. Durch den damaligen Vertrieb dieser Labels ist eines der ganz wenigen, weltweit noch existierenden Originalbilder des legendären, der Stimme seines Herrn lauschenden Hundes „Nipper“ noch heute im Geschäft zu besichtigen. Das Unternehmen ist heute das älteste Tonträgergeschäft Österreichs und arbeitet inzwischen als Familienbetrieb in der fünften Generation. In internationalen Rankings um das beste Klassikfachgeschäft der Welt nahm Gramola mehrmals Spitzenränge ein. Das denkmalgeschützte Geschäftslokal in Wien am Graben wurde nach einem Jugendstilentwurf von Dagobert Peche in den frühen Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erbaut.

Vor etwa 10 Jahren wurde bei Gramola die Produktion von Klassik-CDs wieder aufgenommen und konnte seither durch seine international vielfach ausgezeichneten Produktionen den allerhöchsten Qualitätsstandard österreichischer Musikschaffender nachdrücklich unter Beweis stellen. Gramola-CDs sind inzwischen in allen klassikinteressierten Ländern zwischen Tokyo und New York zu haben. Ergänzt wird das Gramola-Angebot durch ein Webshop, das rund um den Kalender bereitsteht, Kundenwünsche auch außerhalb regulärer Ladenöffnungszeiten zu erfüllen.


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