> > > Debussy, Claude: Hommage à Debussy: Werke für Klavier CD 4
Freitag, 22. November 2019

Debussy, Claude - Hommage à Debussy: Werke für Klavier CD 4

Fundierte Unterhaltung


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die russisch-finnischen Pianistin Julia Dahlkvist lässt den Hörer teilhaben an ihrer Erfahrung im Umgang mit Werken Debussys.

Wie reichhaltig ein Programm sein kann, das sich auf die Werke nur eines Komponisten in der Interpretation nur eines Instrumentalisten beschränkt, beweist der vierte Part der Reihe ‚Hommage à Debussy‘ (Genuin), die des Komponisten 150. Geburtstag im Jahr 2012 feiert. Die Platte überzeugt einerseits durch die unterhaltsame Auswahl an Werken, andererseits durch den fundierten Vortrag der russisch-finnischen Pianistin Julia Dahlkvist.

In den eingespielten Stücken sind charakteristische Züge der Kompositionen Claude Debussys (1862−1918) zu erkennen: Von Stück zu Stück oder auch innerhalb eines Stücks wechselnde Launen. Ein Beispiel dafür gibt die Klaviersuite 'Children’s Corner' (1906−08) ab, die der damals dreijährigen Tochter des Komponisten gewidmet ist. Debussy setzte darin die Gemütszustände eines Kindes in Musik um, von der Halbschlafphase ('Jumbo’s lullaby') bis zur angeregten Heiterkeit ('Golliwog’s cake-walk'). Typisch ist desweiteren die kritische Haltung, die der Tondichter gegenüber musikgeschichtlichen Traditionen einnimmt, und die er künstlerisch verarbeitet. Die zweimal sechs 'Ètudes' (1915) sind Anspielungen auf Klavier-Virtuosen-Schulen, etwa jener Czernys. Deutlich wird dies durch die Titel der einzelnen Nummern, in denen die jeweils zu trainierende Technik bezeichnet wird, z. B. 'pour les degrés chromatiques' (chromatische Skalen). Gleich in der ersten Etude 'Pour les cinq doigts' (Für alle fünf Finger) aber offenbart sich ein karikativer Gehalt: Eine banale Fingerübung mit fünf Tönen wird mit ‚Störtönen‘ versehen und entwickelt sich im Folgenden zu einem anspruchsvollen, wenn auch knappen Showstück. Die beiden Etudes-Serien sind viel mehr als die Überschriften andeuten: Sie bieten viel Abwechslung, wirken kurzweilig und sind so durchaus publikumsfähig.

Julia Dahlkvist (* 1976) hat sich auf Debussy spezialisiert: Zu ihrem Konzertrepertoire gehört das komplette Werk des Franzosen für Klavier solo, und dies macht sich nachhaltig in ihrem Spiel bemerkbar. Der intensive Ausdruck lässt keine Spuren von Arbeit erkennen, er erscheint ganz natürlich. Phrasierung und Dynamik sind wohl aufeinander abgestimmt; ein weicher Klang ziert sämtliche Läufe. An entsprechenden Stellen nimmt sich Dahlkvist Raum zur Verzögerung. Dabei vernimmt man ein verträumtes Nachsinnen, Ausstrecken oder Gähnen, was sich gut in den Rahmen des naiven Gestus der jeweiligen Stücke einfügt. Dahlkvist beweist großes Gespür für den Anschlag, ob in zarter Manier oder energievollen Passagen. Für den vierten und letzten Teil der Reihe ‚Hommage à Debussy‘ hat Genuin eine weitere exzellente Folge vorgelegt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Sophia Gustorff Kritik von Sophia Gustorff,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Debussy, Claude: Hommage à Debussy: Werke für Klavier CD 4

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
22.06.2012
Medium:
EAN:

CD
4260036252293


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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