> > > Debussy, Claude: Hommage à Debussy: Werke für Klavier CD 3
Freitag, 22. November 2019

Debussy, Claude - Hommage à Debussy: Werke für Klavier CD 3

Kontrolliert und ansprechend


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit großer Präzision gibt die Pianistin Chenyin Li Debussys Gedankenwelt wieder. Dabei blühen die Virtuosität wie auch der Humor der Werke auf.

Den 150. Geburtstag Claude Debussys (1862−1918) begeht das Leipziger Label Genuin mit der vierteiligen Reihe ‚Hommage à Debussy‘, worin sämtliche Werke des Komponisten für Klavier solo vorgestellt werden. Für den dritten Teil konnte die chinesische Künstlerin Chenyin Li gewonnen werden. Ganz unbehelligt der Tatsache, dass es sich um ein wahres Sammelsurium an Impressionen handelt, welches die eingespielten Stücken prägt, ist Lis Spiel stets kontrolliert und zielgerichtet und dadurch ansprechend.

Das zweite Buch der 'Préludes' (1912/13) ist mit seinen Stücken weniger bekannt als das erste, enthält aber ebenso eine reiche Auswahl an musikalischen Bildern: von der maurischen Architektur in Spanien ('La puerte del vino') über tanzende Feen ('Les fées sont d’exquises danseuses') bis zum Feuerwerk ('Feux d’artifice'). Wie eine Miniatur des gewaltigen Klavierzyklus 'Années de Pélerinage' von Franz Liszt erscheint die Klaviersuite 'Estampes' (1903). Im Unterschied zu Liszt jedoch hat Debussy die fernen Örtlichkeiten Japans und Spaniens, auf welche in den Sätzen 'Pagodes' und 'La soirée dans Grenade' angespielt wird, niemals bereist. Eindrücke fremder Klangwelten verschaffte er sich mitunter auf den Weltausstellungen in Paris 1889 und 1900. Debussy verstand es meisterhaft, die Inspirationen und seinen eigenen Stil zu einer Einheit zu verschmelzen. Desweiteren enthält der Tonträger die Stücke 'L’Isle joyeuse', 'D’un dahier d’exquisses' und 'Masques' (alle 1904) sowie ein kleines Kuriosum, das 'Morceau de concurs'. Diese einminütige Komposition wurde 1905 in der Zeitschrift ‚Musica‘ anonym veröffentlicht. Es handelte es sich dabei um ein Rätsel für die Leser, bei dem es galt, den Urheber des Stücks herauszufinden. Dementsprechend klingt das Morceau untypisch für Debussy, nachgeahmt expressionistisch könnte man sagen, oder einfach nur konzentriert witzig.

Die aus China stammende Chenyin Li (* 1977) ist seit ihrer Studienzeit in England ansässig. Durch Erfolge bei zahlreichen Künstlerwettbewerben, darunter die Scottish International Piano Competition, erlangte sie international Anerkennung. Li schafft es, die Bandbreite an Stimmungen pianistisch umzusetzen, ohne dabei aus dem Gleichgewicht zu geraten. Ob verspielt, grotesk, mysteriös oder quirlig – alles gelingt unter ihrer Hand. Dahinter steckt ein hohes Maß an technischem Können, aber insbesondere der kontrollierte Umgang damit. Triller und kreisende Tonketten werden zu Girlanden zusammengeflochten, geschwinde Repetitionen bilden die gleichmäßige, feinmaschige Grundlage für Melodiestrukturen. Jedes Innehalten, Verzögern oder auch Beschleunigen ist genau kalkuliert.

Die Fertigkeiten der Pianistin und die unaufgebauschte Interpretation mögen bisweilen nüchtern wirken. Ihr Beitrag büßt dennoch nicht an Attraktivität ein. Er überzeugt durch die Virtuosen-Komponente und durch eine klare Linie. Letztere verhilft nicht nur dazu, die verschiedenen Charaktere der Stücke möglichst gut zu treffen, sondern auch, den Humor der Stücke als festen Bestandteil begreiflich zu machen, d. h. ihn nicht zusätzlich zu betonen. So wirkt er am besten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Sophia Gustorff Kritik von Sophia Gustorff,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Debussy, Claude: Hommage à Debussy: Werke für Klavier CD 3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
20.04.2012
Medium:
EAN:

CD
4260036252286


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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