> > > Telemann, Georg Philipp: 12 Fantasien für Viola
Mittwoch, 17. Juli 2019

Telemann, Georg Philipp - 12 Fantasien für Viola

Klangvolle Miniaturen


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ori Kam bereichert mit seiner Telemann-CD das Bratschen-Repertoire um zwölf Kleinodien, die hoffentlich bald ihren festen Platz im Konzertleben finden werden.

Die zwölf Fantasien TWV 40:14-25 komponierte Telemann für Solovioline in seiner Zeit als Hamburger Musikdirektor. 1735 veröffentlicht spiegeln die Stücke Telemanns große Erfahrung mit dem damaligen Violinrepertoire. Während Bachs Solopartiten einen Meilenstein im spielerischen Anspruch, herausragender Virtuosität und musikalischer Intensität darstellen, wählt Telemann den von ihm perfektionierten gemischten Stil der galanten Unterhaltung, der auch von geübten Hobbymusikern gemeistert werden konnte. Nicht die große Geste der introspektiven Grübelei eines einsamen Denkers, sondern geistreiche Abwechslung mit Tiefgang ist das Ziel seiner Fantasien. Die kurzen Stücke bündeln auf kleinstem Raum die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten barocker Violinmusik. Man merkt, dass Telemann bestens über die italienischen und französischen Innovationen seiner Zeit bescheid wusste.

Nun sind diese Werke vom Bratschisten Ori Kam auf einer Viola neu eingespielt worden. Er rechtfertigt diese Bearbeitung mit dem Hinweis auf die Bandbreite des Ausdrucks der Bratsche sowie auf Telemanns eigenes Bratschenspiel, welches darauf schließen lasse, dass dieser sicher nichts gegen Kams Transkriptionen einzuwenden hätte. Das Ergebnis gibt ihm recht.

Jede der zwölf Fantasien besteht aus drei bis vier Sätzen, die den drei damals üblichen Formen der Satzfolge entsprechen. So begnügte sich Telemann nicht damit, ein einmal gefundenes Modell immer weiter zu variieren, sondern er experimentierte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, um eine möglichst abwechslungsreiche Musik zu schaffen. Ein wichtiges Moment ist ihm dabei die Kontrastierung verschiedener Satzmodelle und Kompositionsstile. Da die Musik für den privaten Gebrauch ‚in der Kammer‘ bestimmt ist, verzichtet sie auf ostentative Effekte und richtet sich direkt an ihren kleinen Hörerkreis.

Diese Unmittelbarkeit der Musik zeigt sich auch in Ori Kams perfekter Neueinspielung der Fantasien. Sein intensiver, farbiger Bratschenton klingt in jedem Satz beredt und ausdrucksvoll. Spielerisch leicht reiht Kam eine Miniatur an die andere, ohne dass man sagen könnte, welche am eindrucksvollsten gelungen ist. Die warm klingende Mittellage des Instruments ist von bezaubernder Schönheit. Ferner versteht es Kam, den hohen Tönen der Bratsche einen strahlenden Glanz zu verleihen, der für dieses sonst eher nasal klingende Instrument ungewöhnlich ist. Im Vergleich zum überall gehypten Nils Mönkemeyer wirkt Kams Spiel musikalisch substanzieller, gehaltvoller und expressiver. Man merkt, dass Kam auf eine ausgewogene Karriere als Solist, Kammermusiker (Jerusalem Quartett) und Orchestermitglied (Berliner Philharmoniker) aufbaut, die bei aller Begabung nicht nur auf einen schnellen Markterfolg setzt. Noch am ehesten ließe sich Ori Kams technisch und interpretatorisch makelloses Spiel mit dem Maxim Rysanovs vergleichen, der ebenfalls einen klangvoll kräftigen aber nie forcierten Bratschenton kultiviert. Ori Kam hat mit seiner Telemann-CD das Bratschen-Repertoire um zwölf Kleinodien bereichert, die hoffentlich bald ihren festen Platz im Konzertleben finden werden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Telemann, Georg Philipp: 12 Fantasien für Viola

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
20.04.2012
Medium:
EAN:

CD
885470003900


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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