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Dienstag, 20. Oktober 2020

Baadsvik, Oystein spielt - Chameleon

Farbenreiche Kuriositäten


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Tubist Oystein Baadsvik spielt hier zusammen mit einem Blasorchester Stücke verschiedener Couleur, die die Wandlungsfähigkeit der Tuba unter Beweis stellen, so wie das titelgebende Chamäleon. Als echte Kuriosität ein Stück für Didgeridoo.

Der Basstuba haftet ja unausrottbar das Vorurteil des Schwerfälligen und für solistische Aufgaben gleich welcher Art Ungeeigneten an. Der Tubist ist dann auch stets Orchestermusiker. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn der Norweger Oystein Baadsvik verzichtet zugunsten seiner solistischen Karriere auf eine feste Anstellung. Mit der vorliegenden Aufnahme, zusammen mit dem niederländischen Fanfarekorps Koninklijke Landmacht ‚Bereden Wapens‘ (dirigiert von Major Tijmen Botma) entstanden und beim schwedischen Label BIS erschienen (wo Baadvik bereits mehrere Platten vorgelegt hat), sollen nicht nur einmal mehr die solistisch-virtuosen Fähigkeiten der Tuba unter Beweis gestellt, sondern darüber hinaus die mögliche Vielfalt an Klangfarben vorgestellt werden. Symbolisch dafür steht das Chamäleon, das Inspiration für den niederländischen Komponisten Maurice Hamers (geb. 1962) war, dann aber stellvertertend für die ganze Produktion titelgebend wurde und auch das Cover in einem farbenfrohen Exemplar ziert.

Kuriositäten

Das Programm bietet auch neben Hamers’ 'Chameleon' einige Kuriositäten. Die erstaunlichste steht gleich zu Beginn: Baadsvik hatte sich während eines Australienaufenthalts ein Didgeridoo gekauft, für das er die kurze Komposition 'Did You Do? ' schrieb; vielleicht das einzige Konzertstück für Didgeridoo überhaupt? Unterhaltungsmusik der gehobenen Art bietet 'Bass in the Ballroom' von Roy Newsome (1930-2011), mit dem das Programm seinen augenzwinkernden Abschluss erhält. Das Stück bietet einen Tango und einen Walzer und lässt den Tubisten anfangs schmachten, um ihn dann aber auch in die Rolle des Komikers schlüpfen zu lassen, die wir von Ulkprogrammen der Ensembles wie Canadian Brass kennen. 'Memory of a Rose' von Anna Baadsvik (geb. 1966) sowie die einsätzigen Konzerte von Robert Jager (geb. 1939) und Rob Goorhuis (geb. 1948) bilden das Zentrum ‚ernster’ Musik – das neo-romantische Konzert des Amerikaners Jager bietet gute Unterhaltung, während insbesondere in 'Memory of a Rose' düsterere Töne angeschlagen werden. Als Intermezzo gibt es noch ein Arrangement aus dem Bereich der Unterhaltungsmusik: 'Minuano (Six Eight) ' der Pat Metheny Group, hier zu hören in Ray Farrs ansprechender Version für Blasorchester.

Berechtigtes Chamäleon

Das erklärte Ziel geht auf: Tatsächlich bietet die Platte ein Kaleidoskop verschiedenster Farben und Stile, und auch dem Tubisten wird reiche Gelegenheit geboten, sein Können unter Beweis zu stellen. Oystein Baadsvik spielt nicht nur außerordentlich virtuos, sondern er vermag es tatsächlich, gewissermaßen wie ein Chamäleon die Farbe zu wechseln und sein Instrument ganz anders klingen zu lassen – nicht selten denkt man viel mehr an eine Posaune als an eine Tuba, vor allem dann, wenn es jazzig wird. Man muss aber auch die hervorragenden Musiker des Fanfarekorps hervorheben; stellenweise ist nicht mehr zu trennen, welche Töne nun vom Solisten unn welche aus dem Orchester kommen. Diese Beobachtung steht zugleich für die sehr gelungene Balance der hervorragenden Aufnahme von 2010, die lediglich eine Nuance zu trocken geraten ist. Das Repertoire bietet tatsächlich auch dem Fanfarekorps reichhaltige Möglichkeiten, die eigene stilistische Bandbreite, welche im Booklet schließlich auch explizit hervorgehoben wird, unter Beweis zu stellen. Ein gelungener Einführungstext des Solisten rundet diese interessante Produktion ab.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Baadsvik, Oystein spielt: Chameleon

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
15.03.2012
Medium:
EAN:

SACD
7318599919652


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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