> > > Jazzy Woodwinds: Bläserquintett der Staatskapelle Berlin
Donnerstag, 16. August 2018

Jazzy Woodwinds - Bläserquintett der Staatskapelle Berlin

Mit Esprit


Label/Verlag: Castigo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Bläserquintett der Berliner Staatsoper bewegt sich auch abseits der täglich beackerten Felder hoch inspiriert und versiert.

Was machen fünf Solobläser der Berliner Staatskapelle, die 15 Jahre zusammenspielen, die einschlägige Musikliteratur auf höchsten Niveau durchkämmt und schon drei Einspielungen veröffentlicht haben? Sie beginnen die klassische Bläserquintett-Literatur jazzig aufzumischen und lassen sich dafür von genauso experimentierfreudigen Komponisten eigene Stücke kreieren. Das Ergebnis ist die wunderbar lässige Platte ‚Jazzy Woodwinds‘.

Hinter dem flotten Titel stehen als Ausführende Thomas Beyer (Flöte), Gregor Witt (Oboe), Heiner Schindler (Klarinette), Axel Grüner (Horn) sowie Mathias Baier (Fagott). Der Funke springt sofort über. Schon beim ersten Titel nach Gershwins 'I Got Rhythm' wird hörbar, dass hier bestens aufeinander eingespielte Profis miteinander musizieren. Es entsteht sofort ein mitreißender Drive, zudem wird haargenau intoniert und artikuliert.

Die Kompositionen - Erst- und Uraufführungen - bestechen durch rhythmische Vielschichtigkeit, flottes Tempo und die mannigfaltigen Klangfacetten der unterschiedlichen Holzbläser. Klug aufgebaut beginnt die CD mit populären Songs und wird Schritt für Schritt immer jazziger. Mit Gershwins Evergreens, Joplins Ragtimes, Zequinha de Abreus und Paquito d’Riveras lateinamerikanischer Rhythmik im Ohr taucht man ein in die Welt jazziger Phrasierung. Man erlebt eine ganz neue 'Habanera'. Aus der Feder Benjamin Köthes von der Rockstocker Hochschule für Musik und Theater leuchten im 'Blues At Orchard Street' jiddische Klangmuster auf. 

Augustin Lehfuss, Allroundmusiker aus Wien, komponierte für das Quintett eine Suite mit vier Stücken, zur Einstimmung einen witzigen 'Dixie Cartoon' mit zündenden Ruf- und Antwort-Improvisationen. In 'Gregorie’s Waltz' swingt die Oboe in rasanten Läufen, unterbrochen von keck schunkelnden Walzerelementen, die allerdings gegen den quirligen Jazzwalzer keine Chance haben. Zwischen Klassik und Jazz bringt 'Between' dunkle Klangmuster zu einer ruhigen, lyrischen Grundstimmung zusammen, worauf der 'Bebop' mit kleinen solistischen Soli und witzigen Akzenten und abwechslungsreichen Variationen nochmals fetzig dahin swingt. Flott, voller Lebensfreude endet die CD mit Rank Raschkes 'Three Sec. Blues Part'. Selbst Jazzer und Theatermacher weiß Rank Raschke Tonskalen dramaturgisch sehr wirkungsvoll zu kontrastieren, vehement, witzig ironisch zu dialogisieren, kurz zu entspannen und dann noch mehr durch extreme Tonlagen zu verblüffen. Das ist Gute-Laune-Musik auf höchsten Niveau, bestens unterstützt von Benjamin Köthe (Klavier), Frithjof Martin Grabner (Bass) und Dietrich Wöhrlin (Drums/Perkussion).

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Jazzy Woodwinds: Bläserquintett der Staatskapelle Berlin

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Castigo
1
31.01.2012
072:93
EAN:
BestellNr.:

4039767000660
02466


Cover vergössern

Castigo

Das Klassiklabel CASTIGO wurde 1996 von Carsten Storm mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Der bei Georg Friedrich Schenck und Christian de Bruyn ausgebildete Pianist und Diplom-Toningenieur hat sich damit nach aktiver Kammermusik- und Liedbegleiterlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt. Die Tonqualität wurde bisher von den Tonmeistern Prof. Oliver Curdt, Angela Öztanil, Georg Bongartz, Christel Franz-Hennessy so wie Carsten Storm selbst bestimmt. CASTIGO überläßt seinen Kunden die grafische Gestaltung der CDs, so daß inzwischen eine bunte repräsentable Vielfalt entstanden ist.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Castigo:

  • Zur Kritik... Schumanns Kammermusik auf der Klarinette: Heiner Schindler und Olha Chipak wandern eindrucksvoll und differenziert auf den Spuren Schumanns. Mit warmen, homogenen Klängen zeigen sie die Fülle von Schumanns Kammermusik und ihre Ausdruckskraft. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... In den Fußstapfen der Douze Grands Hautbois: Empfehlenswert ist diese Aufnahme vor allem aufgrund ihrer Originalität, der Repertoireraritäten und der besonderen und seltenen musikalischen Zusammenkunft von Oboen, Englischhörnern, Fagotten, Heckelphon und Bassoboe. Weiter...
    (Felix Dieterle, )
  • Zur Kritik... Gezähmte Tastenlöwen: Virtuose Klaviermusik der Liszt-Schüler. Ein ehrenwertes Unterfangen, das ein wenig an der Zurückhaltung des Interpreten leidet, dennoch sehr interessant für Liszt-Kenner und die, die sich für Klaviermusik abseits der altbekannten Namen interessieren. Weiter...
    (Sebastian Rose, )
blättern

Alle Kritiken von Castigo...

Weitere CD-Besprechungen von Michaela Schabel:

blättern

Alle Kritiken von Michaela Schabel...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Musikalische Liebeserklärung: Selten erlebt der Hörer ein so gelungenes Zusammenspiel von technischer Brillanz, künstlerischer Meisterschaft und hörbar nachvollziehbarer Spielfreude wie bei dieser Interpretation von Beethovens Cellosonaten. Ein einzigartiges Hörerlebnis! Weiter...
    (Dr. Uta Swora, )
  • Zur Kritik... Kriegsgedenken: Eine sehr ansprechende Präsentation überwiegend wenig bekannter Werke aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges durch das Johann Rosenmüller Ensemble. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... 5-Sterne-Beethoven: Beeindruckend, wie der niederländische Pianist Ronald Brautigam seinen nachgebauten Broadwood-Hammerflügel zum Klingen bringt: Auch neben den alten Starpianisten wie Gilels oder Richter kann sein einfühlsames und virtuoses Spiel beeindrucken. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2018) herunterladen (3001 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich