> > > Singer Pur: Time Piece (Vokalmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart)
Donnerstag, 20. Juni 2019

Singer Pur - Time Piece (Vokalmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart)

Gehaltvoller Rückblick


Label/Verlag: ARS MUSICI
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Singer Pur mit vier Platten vom Ende der 1990er Jahre in einer Box: interessante Vokalmusik niveauvoll interpretiert.

In einer durchaus ansehnlichen Box hat das Label Ars Musici jetzt vier ältere Aufnahmen mit dem seinerzeit noch jungen Vokalensemble Singer Pur wiederveröffentlicht. Entstanden in einer ganz offenkundig arbeitsintensiven Phase am Ende der 1990er Jahre, spannen sie unter den Titeln ‚Factor orbis‘, ‚Nordisk Vokalmusik‘, ‚Musik für Stimmen‘ sowie mit einer reinen Orlando di Lasso-Platte einen programmatisch weiten Bogen.

‚Factor orbis‘ bietet dabei einen notwendigerweise kursorischen Querschnitt durch 150 Jahre geistlicher Vokalmusik der Renaissance, dabei durchaus interessante Beträge bekannter und weniger prominenter Meister zu einer Anthologie fügend, die ein farbiges Bild ergibt. ‚Nordisk Vokalmusik‘ ist die programmatisch wohl interessanteste Platte der Box: Sie vereint spätromantische Werke und Stücke stilistisch deutlich moderner Provenienz, die dem Ensemble auch expressiv reiche Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Dazu fordern die avancierteren Sätze profunde intonatorische Qualitäten, auch die Fähigkeit zu kluger dynamischer Disposition wird intensiv nachgefragt.

Hinter ‚Musik für Stimmen‘ verbirgt sich durchaus nicht nur Harmloses, wie der Titel vielleicht suggeriert. Neben einigen Perlen der Renaissance bietet sie mit Kompositionen von John Cage, Ivan Moody oder György Ligeti auch ambitionierte Klangkunst, gerundet von einigen romantischen Evergreens – Brahms‘ Abendständchen op. 42 Nr. 1 und Rheinbergers Abendlied op. 69 Nr. 3 sind plastische Beispiele hierfür. Schließlich bietet die Lasso-Platte aus dem Jahr 1999 eine feine Auswahl charakteristischer Motetten, die programmatisch durchaus überzeugend mit der intensiven Missa 'Tous les regrez' verknüpft werden.

Interessantes Zeugnis

Das 1991 gegründete Ensemble zeigt auf diesen Platten schon eine Ensemblekultur von beachtlicher Homogenität, agiert intonatorisch von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen auf einem seinen heutigen Möglichkeiten vergleichbaren Niveau, beweist auch ein schon deutlich vertieftes stilistisches Verständnis von einiger Wandlungsfähigkeit. Interessant scheint noch ein vergleichender Blick auf die differierende Besetzung: Während die zwischenzeitlich erfolgten Wechsel bei den Männerstimmen keine gravierenden Veränderungen erkennen lassen, ist der Unterschied bei der jeweils einzigen Sopranistin doch bemerkenswert – zwar zeigt sich die Schwedin Caroline Höglund mit einer klaren, eher schmalen Stimme als durchaus passende Fortsetzung des Klangideals in den Diskantbereich, doch scheint sie gelegentlich etwas monochrom in ihren expressiven Mitteln. Hier bringt die aktuelle Sopranistin des Ensembles, Claudia Reinhard, deutlich mehr und intensivere Farben ein. Es scheint aber auch, dass die Formation gegenwärtig insgesamt noch wandlungsfähiger und belebter agiert, dass sie vielleicht auch mit fortschreitender Entwicklung und Expertise weit weniger an primärer Korrektheit interessiert zu sein braucht.

Günstige Gelegenheit

Die Box bietet Liebhabern ambitionierter Vokalmusik eine wirklich günstige Gelegenheit, in eine frühere Arbeitsphase der inzwischen aus der ersten Reihe anspruchsvoller Vokalensembles nicht mehr wegzudenkenden Formation Singer Pur einzutauchen. Konfrontiert mit sehr verschiedenen klangästhetischen Herausforderungen, zeigen sich die Vokalisten zu diesem relativ frühen Zeitpunkt souverän und auch aus heutiger Sicht präsentabel. Neben dem naheliegenden Repertoire der Renaissance sind es vor allem die ambitionierten Stücke der Moderne oder aus dem skandinavischen Raum, die diese Produktionen nach wie vor relevant sein lassen. Auch klanglich überzeugen die Ergebnisse deutlich, mit ganz überwiegend schöner, harmonischer Disposition in natürlicher Räumlichkeit. Wer also diese frühere Phase des Ensembles verpasst haben sollte, kann mit der Box problemlos und niveauvoll ‚nachrüsten‘.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Singer Pur: Time Piece (Vokalmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart)

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
ARS MUSICI
1
09.12.2011
254:14
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
885150334157
233415


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"Nicht nur zahlreiche renommierte Preise (u.a. den deutschen Musikpreis ECHO), sondern auch große Lobeshymnen der Musikkritik kann das Vokalsolistenensemble Singer Pur auf seiner Erfolgsleiter verbuchen. Das Ensemble ist in sehr kurzer Zeit zu einer der besten Vokalformationen Deutschlands avanciert. CDs mit unterschiedlichen Schwerpunkten zeigen die Vielfalt und Stilsicherheit der Musiker, in der Originalbesetzung fünf ehemalige Mitglieder der Regensburger Domspatzen und eine schwedische Sopranistin. Dieser Schuber enthält die CDs „Factor Orbis“ (Geistliche Vokalmusik der Renaissance), „Nordisk Vokalmusik“ (Nordische Vokalmusik), „Musik für Stimmen“ (Vokalmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart), „Missa tous les Regrez“ (Motetten von Orlando di Lasso)."


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ARS MUSICI

Wenn man es genau nimmt, reichen die Wurzeln des Labels ARS MUSICI bis in die 1950er Jahre zurück. Damals gründete Rudolf Ruby in Freiburg i.Br. die Schallplattenfirma deutsche harmonia mundi, die Pionierleistungen mit inzwischen legendären Interpreten auf dem Gebiet der Alten Musik in Sachen Historische Aufführungspraxis vollbrachte. Nach dem Verkauf des Labels und Katalogs an die BMG setzte man seit 1994 in der Schwarzwald-Metropole die Arbeit unter dem neuen Firmennamen Freiburger Musik Forum GmbH fort. Das Label ARS MUSICI wurde ins Leben gerufen, und das Themen-Spektrum der Produktionen erweiterte sich von Musik des Mittelalters bis hin zu aktuellster zeitgenössischer Musik.
Schwerpunkte liegen seitdem in den Bereichen der vokalen Ensemblemusik (Solisten, vokalsolistische Ensembles, Chöre) sowie instrumentaler Musik (insbesondere Tasteninstrumente und Kammermusik). Seit dem nunmehr über 10-jährigen Bestehen des Labels erschienen zahlreiche Neuveröffentlichungen, die national wie international eine breite und positive Resonanz in der Fachwelt sowie bei Presse und Kritik fanden und von denen etliche mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet wurden. Den Katalog zieren heute Namen wie Michael Korstick, Robert Hill, Lorenzo Ghielmi, Tabea Zimmermann, Henrik Wiese, Klavierduo Stenzl, Trio Jean Paul, Artemis Quartett, Ensemble Modern, Ensemble Aventure, Singer Pur, Dufay Ensemble, Augsburger Domsingknaben, Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger ... ? um nur einige wenige zu nennen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Freiburger Musik Forums liegt in der Publikation von Tonträgern mit ausgezeichneten Interpreten der jungen Generation. So verbindet die Firma eine langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat. Mit der CD-Reihe PRIMAVERA hat das Freiburger Musik Forum im Auftrag des DMR seit ca. 25 Jahren zahlreichen Preisträgern des Deutschen Musikwettbewerbs ihre erste Chance gegeben, sich der Öffentlichkeit mit einer eigenen CD vorzustellen.
Mit dem Theodor-Egel-Saal in Freiburg Ebnet bietet die Firma einen idealen Raum für Tonträger-Aufnahmen ? in Zusammenarbeit mit erfahrenen Tonmeistern und einer rundherum sehr guten Betreuung der Künstler, die hier aufnehmen.


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