> > > Werke von Gershwin, Fauré und Ravel: FoggyDay, Pavane, La valse u.a.
Mittwoch, 26. Februar 2020

Werke von Gershwin, Fauré und Ravel - FoggyDay, Pavane, La valse u.a.

Orchester von Welt


Label/Verlag: EuroArts
Detailinformationen zum besprochenen Titel


In 80 Minuten um die Welt - mit einem Berliner Silvesterkonzert.

Dies ist das Silvesterkonzert 2003 der Berliner Philharmoniker. Simon Rattle tut, was er am besten kann: tonale, mehr oder minder populäre Moderne dirigieren. Wie sich das einstige Orchester Karajans die fremden Idiome anverwandelt, Ravel und Gershwin, macht nachhaltigen Eindruck. Hier ist nichts, was als ‚teutonische Schwere‘ und Metierunsicherheit ausgelegt werden könnte. ‚Das‘ Brahms-Orchester agiert mit Staunen erregendem Swing.

Gershwins extrovertierte Musicalanklänge in beständigem Wechsel mit den Zerbrechlichkeiten Ravels, 'Strike up the Band' neben 'Pavane pour une infante défunte', 'Embraceable You'‚'S Wonderful', 'By Strauss', 'How Long Has This Been Goig On'? und 'Nice Work If You Can Get It' neben 'La Valse' und 'Daphnis et Chloé' – dergleichen Gegensätze sind wahrhaftig nicht von schlechten Eltern. Dass Gershwin und Ravel einander in Wertschätzung verbunden waren und mancherlei Ähnlichkeiten in der Instrumentierung bestehen, trifft ebenso zu.

Für Gershwin war Dianne Reeves, eine ausgewiesene Jazzsängerin, kooptiert worden. Sie ist im Altregister zu Hause, ihr Stimmumfang erstreckt sich bis in Mezzo-Höhen. Die bruchlosen Registerübergänge waren eine technische Leistung ersten Ranges. Sicherer Fokus und Messa di voce imponierten, der beiläufige Wechsel zwischen Parlando und ausgesungenen Phrasen nicht minder. Am meisten beeindruckte Reeves‘ Stilsicherheit. Mit wohldosierter Allüre und aristokratischer Haltung, ohne jede Übertreibung, vermochte sie widerstrebende Hörer von Gershwins Vorzügen überzeugen. 'A Foggy Day' bot Reeves und Martin Stegner – philharmonischer Tutti-Bratschist, nach Nebenberuf und Berufung Jazz- und ,Zigeuner‘-Musiker – Gelegenheit zur gemeinsamen Improvisation.

Ravels 'La Valse' ließ das immense Können des Orchesters aufscheinen. Rattle, in der Wolle gefärbter Mahlerianer, sorgte für Untergangsstimmung, wenngleich erst am Ende der Wegstrecke. Vorschnelle emotionale Befrachtung wurde vermieden. Bis zum letzten Takt waltete Genauigkeit, aber auch Swing wurde spürbar. Gershwins Nähe wirkte sich belebend aus.

Ein Höhepunkt des Abends war Ravels 'Daphnis et Chloé'-Suite Nr. 2. Die Klanggestalt wurde vorbildlich aufgelöst, beinahe ätherisch. Das Tutti war von weicher Energie erfüllt. Es konnte ozeanisch wogen. Bläsersolisten wurden von chorischen Streichern auf Händen getragen. Das ganze Orchester legte federnde Leichtigkeit an den Tag, die deutschen Musikern üblicherweise nicht zugetraut wird. Deutscher Klang hin oder her – die Berliner Philharmoniker sind ein Orchester von Welt.

Interpretation:
Klangqualität:
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Regie:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Werke von Gershwin, Fauré und Ravel: FoggyDay, Pavane, La valse u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
EuroArts
1
08.08.2011
Medium:
EAN:

DVD
880242536488


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EuroArts

EuroArts Music International ist im Bereich audio-visueller Klassikproduktionen eine der weltweit führenden Produktions- und Distributionsfirmen. Das 1979 gegründete Unternehmen produziert jährlich 10-15 hochwertige Klassik-Programme – darunter Konzertaufzeichnungen in aller Welt sowie aufwändige Dokumentationen.

Renommierte, preisgekrönte Programme und Events haben EuroArts Music zu einem exzellenten internationalen Ruf verholfen. Eine intensive und langjährige Partnerschaft verbindet EuroArts Music mit führenden Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Mariinsky Theater Orchester, dem Lucerne Festival Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig und vielen anderen.

Die alljährlichen Aufzeichnungen des EUROPAKONZERTs, des Waldbühnen- und Silvester-Konzerts der Berliner Philharmoniker sind erfolgreiche und weltweit etablierte Musikprojekte von EuroArts Music. Im August 2005 produzierte und übertrug EuroArts Music live das weltweit beachtete Ramallah-Konzert des West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim. Im Januar 2006 produzierte EuroArts Music die erste Klassik-Live-Übertragung von Peking nach Europa (u.a. mit Lang Lang). Die weltweit einmaligen Musik-TV-Formate 24hoursBach und 24hoursMozart wurden zu zwei international erfolgreichen Musikevents dieses Unternehmens.

In 2012 wurde ein kompletter Prokofiev-Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten aufgezeichnet.

Seit vielen Jahren verbindet EuroArts Music eine enge Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev, Claudio Abbado, Martha Argerich, Yuja Wang und András Schiff sowie renommierten Regisseuren Bruno Monsaingeon, Frank Scheffer und Peter Rosen. Das Ergebnis sind Gesamtaufnahmen wie „The Beethoven Symphonies“ (Abbado/Berliner Philharmoniker) und preisgekrönte Dokumentationen wie Claudio Abbado – Hearing the Silence“ oder „Multiple Identities – Encounters with Daniel Barenboim“. 2006 wurde die EuroArts Music Produktion „Knowledge is the Beginning“ mit dem International Emmy Award (Arts Programming) ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm wurde 2007 mit weiteren Preisen geehrt, darunter der FIPA D'OR Grand Prize 2007 (Kategorie „Performing Arts”) sowie als „Best Arts Documentary„ bei dem renommierten 2007 Banff World Television Festival.

Innovation und Qualität bildeten von Anfang an die Grundpfeiler der Firma. Zahlreiche internationale Auszeichnungen bestätigen dies, darunter:

Oscar® für die Koproduktion von „Journey of Hope”

Grammy Award für „Kurt Weill’s: Rise and Fall of the City of Mahagonny”

Emmy Award und ECHO Klassik für „Knowledge is the Beginning”

2 weitere ECHOs für „A Surprise in Texas” (ECHO Klassik) und

„Django Reinhardt- Three-fingered Lighnting” (ECHO Jazz)

Peabody Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

National Education Award (USA) für „Sir Peter Ustinov: Celebrating Haydn”

 

Sowie folgende Nominierungen:

 

Emmy Award für „Robbie Robertson”

Rocky und Grammy Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

 

Der Katalog von EuroArts Music umfasst rund 1.800 Musikprogramme, darunter gehören neben EuroArts Eigenproduktionen auch Programme von zahlreichen unabhängigen Produktionsfirmen.
Das in Berlin ansässige Unternehmen vertreibt seine Programme weltweit selbst. EuroArts Music gehört auch im Vertrieb von audio-visuellen Musikproduktionen (TV und DVD/Blu-ray) zu den weltweit führenden Distributoren.

Viele eigene Produktionen werden weltweit auf dem eigenen Label EuroArts als DVD und Blu-ray, sowie als digitales Produkt vermarktet.

Seit 2016 werden die physischen Produkte durch Warner Music vertrieben.


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