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Dienstag, 29. September 2020

Bach, Wilhelm Friedemann - Concerti

Grosser Wohlklang in allen Registern


Label/Verlag: Carus
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bach - Concerti

Er ist eröffnet, der Bach’sche Reigen! Das Freiburger Barockorchester und der Carus-Verlag Stuttgart schenken in einer CD-Reihe den kompositorisch wirkenden Söhnen des ‚großen Maestro’ die Aufmerksamkeit – ein dankenswertes Handeln. Denn – Hand aufs Herz – wem sind die Bach-Söhne tatsächlich ein Begriff? – Keine Frage: es fängt an bei Carl Philipp Emanuel, geht vielleicht weiter bei Wilhelm Friedemann... spätestens dann aber zucken wohl die meisten mit den Schultern. Nicht zu Unrecht, denn in der Tat standen und stehen noch immer die Söhne des Johann Sebastian Bach – es waren übrigens vier komponierende an der Zahl - im Schatten seiner selbst. Diesem Zustand wird bereits seit geraumer Zeit von musikwissenschaftlicher Seite wie auch von Seiten der Plattenfirmen entgegengewirkt.
Ein wahrlich sehr hörenswertes Resultat dieser Bemühungen ist die uns vorliegende Aufnahme, für die das Freiburger Barockorchester, Karl Kaiser (Traversflöte), Michael Behringer (Hammerflügel, Cembalo) und Robert Hill (Cembalo) zu den Instrumenten gegriffen haben. Eine Besonderheit dieser CD ist die weltweite Ersteinspielung des Konzertes für Traversflöte in D-Dur, das lange Zeit irrtümlich Johann Joachim Quantz zugeschrieben worden war. Das Konzert entstammt dem Notenarchiv der Singakademie zu Berlin, das selbst seit Kriegsende als verschollen galt. Durch die Wiederentdeckung des Notenarchivs durch den Bach-Forscher Christoph Wolff im Jahre 1999 ist das Notenmaterial des Konzertes unlängst erst wieder zugänglich geworden.
Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784), ältester Sohn von Johann Sebastian und Maria Barbara Bach, war seinerzeit ein hervorragender Orgelvirtuose, der sich neben seinem Beruf als Organist natürlich der Komposition, aber auch – gleich dem Vater – der Mathematik widmete. Seine kompositorischen Ambitionen folgten allerdings nicht unbedingt, wie man vielleicht annehmen wollte, denen seines Vaters, wenngleich er für dessen Musik große Bewunderung hegte; seine Musik weist eine Mischung aus konservativen und fortschrittlichen Elementen auf.

Vier seiner Werke – das oben erwähnte Konzert für Traversflöte in D-Dur, eine Sinfonia in d-Moll, ein Konzert für Cembalo in e-Moll und ein Konzert für zwei Cembali in Es-Dur – werden uns auf der CD des Freiburger Barockorchesters präsentiert. Überraschend auffällig ist zunächst der sehr klare und brillante Ton der Aufnahme und der große Wohlklang in allen Registern. Auch die Tatsache, dass alle Instrumentalisten auf historischen Instrumenten musizieren – ein Selbstverständnis für das Freiburger Barockorchester – trägt entscheidend zum Klangbild der Einspielung bei. Die Interpretationen der Werke sind geprägt vom rhythmisch präzisen Spiel des Orchesters, das wiederum der künstlerischen Freiheit keineswegs entgegensteht. Orchester wie Solisten begeistern nicht nur durch ihre deutlich hörbare Spielfreude, sondern sie wirken auch sehr überzeugend mit den dynamischen Nuancierungen, die ja gerade in der barocken Musik sehr augenscheinlich sind. Das Freiburger Barockorchester besitzt die (leider eher seltene) Fähigkeit – und Beweis hierfür ist nicht erst diese Einspielung -, den/die Solisten begleitend zu tragen, und sich doch aufgrund der spielerischen Lebendigkeit nicht in den Vordergrund zu drängen. So nur entsteht ein ausgewogenes klangliches Verhältnis zwischen Orchester und Solist(en). Kurz und gut: eine rundherum erfreuliche und sehr empfehlenswerte CD!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




Kritik von Lydia Naumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Wilhelm Friedemann: Concerti

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Carus
1
01.09.2002
75:04
2002
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
4009350833043
Carus 83.304

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Bach, Wilhelm Friedemann


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Orchester/Ensemble:Freiburger Barockorchester
Interpret(en):Kaiser, Karl (Flauto traverso)
Behringer, Michael (Hammerklavier; Cembalo)
Hill, Robert (Cembalo)
Goltz, Gottfried von der (Violin)
Dirigent(en):Goltz, Gottfried von der


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Carus

Der Name Carus steht weltweit als ein Synonym für höchsten Anspruch und Qualität auf dem Gebiet geistlicher Chormusik. Dies betrifft nicht nur unsere zuverlässigen Noteneditionen vieler zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke. Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade diese Werke - oft als Weltersteinspielungen - auch in exemplarischen Interpretationen durch hochrangige Interpreten und Ensembles auf CD vorzulegen. Der weltweite Erfolg unseres Labels führte zur Erweiterung unseres Katalogs: Neben der Chormusik, die weiterhin den Schwerpunkt des Labels bildet, haben gerade in den letzten Jahren einige Aufnahmen barocker Instrumentalwerke internationale Beachtung gefunden. Unsere Zusammenarbeit mit erstklassigen Interpreten führte zu einer hohen Klangkultur, die mit der Verleihung vieler internationaler Preise honoriert wurde (Diapason d'Or, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Gramophone - Editor's choice).


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