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Freitag, 7. August 2020

Prokofieff, Sergej - Orchesterwerke

Unverwechselbarer Prokofjew


Label/Verlag: Octavia
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy können Freunde von Prokofjews Musik unbekannte Werke in ansprechenden Interpretationen entdecken.

Es sind Raritäten, wohl selbst für Kenner. Dennoch bietet diese CD echten Prokofjew. Unverwechselbar ist seine Klangsprache zum Beispiel in dem Festpoem 'Die Begegnung von Wolga und Don' op. 130. Die beiden Flüsse begegnen sich natürlich nie, Prokofjew schrieb das Werk zur Einweihung eines Verbindungskanals 1952, es gehört damit schon zu den letzten Werken aus seiner Feder.

Die CD mit dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra unter Vladimir Ashkenazy erscheint beim Label Exton und wurde bereits 2002 aufgenommen – klanglich sehr echt, muss man sagen. Das bedeutet allerdings auch, dass der Orchesterklang nicht technisch geschönt und daher stellenweise etwas rau und herb wirkt. Das Orchester spielt technisch nicht immer und in jeder Hinsicht perfekt, interpretiert die Musik aber sehr zupackend, denn Vladimir Ashkenazy liegt dieses Repertoire natürlich sehr.

Außer dem erwähnten op. 130 ist auf der Platte ein weiteres Festpoem 'Dreißig Jahre' op. 113 enthalten, komponiert 1947 zum Jubiläum der Oktoberrevolution, als frühe Werke kleineren Formats die Kantate 'Es sind ihrer sieben' op. 30 und die 'Amerikanische Ouvertüre' op. 42. Die ursprünglich für nur 17 Instrumente gesetzte Ouvertüre erklingt allerdings in einer späteren Bearbeitung für volles Symphonieorchester. Schließlich werden all diese Werke der CD gerahmt von zwei Orchestersuiten. 'Das Jahr 1941' op. 90 ist natürlich durch die Kriegsereignisse inspiriert und zumindest in Teilen entsprechend martialisch, das Material der Suite op. 123, 'Sommernächte', stammt aus der Oper, die hierzulande unter dem Titel 'Die Verlobung im Kloster' läuft, einer Buffo-Oper des 20. Jahrhunderts. Entsprechend humorvoll ist auch die Musik, und das Orchester spielt dabei so agil, dass man als Hörer seinen Spaß hat. Die Trompete plärrt gleich zu Beginn ganz ordentlich, aber hier gehört das auch hin. Ebenso die eigenwillige Serenade, zu der die etwas ungenaue Artikulation und Intonation gut passt.

Viele der Werke sind gar nicht veröffentlicht worden und eher als Gelegenheitsarbeiten einzustufen. Wer aber für Prokofjews Musik etwas übrig hat, kommt auf seine Kosten, denn selbst ungeliebte Auftragsarbeiten wie das Poem 'Dreißig Jahre' gestaltet er auf ganz eigene Art. Aus der frühen Kantate für Chor, Tenorsolo und Orchester spricht der noch wilde und ungebändigte Prokofjew, wie er sich zum Beispiel auch in der berüchtigten 'Skythischen Suite' zeigt. Schwachpunkt dieser japanischen Produktion ist das Beiheft, in dem nur eine englische Übersetzung der Programmnotizen enthalten ist. Die Vita der Interpreten hingegen erscheint nur auf japanisch, der Text der Kantate auf japanisch und im russischen Original.

Interpretation:
Klangqualität:
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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Prokofieff, Sergej: Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Octavia
1
01.07.2011
Medium:
EAN:

CD
4526977003234


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Octavia

EXTON & TRITON sind zwei audiophile Reihen von Octavia Records aus Japan, die sich vornehmlich auf europäische Sinfonik, Klaviermusik und Kammermusik spezialisiert haben.

Die Zusammenarbeit mit so bedeutenden Orchestern wie Sydney Symphony, Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra, Netherlands Radio Philharmonic Orchestra und so berühmten Dirigenten und Künstlern wie Vladimir Ashkenazy, Manfred Honeck, Sakari Oramo, Pascal Rogé, Jaap van Zweden u.v.a. zeugen von derem hohen Anspruch.


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