> > > Alexander Chaushian - Armenian Rhapsody: Werke von Khachaturian, Zakarian, Sharafyan u.a.
Samstag, 15. August 2020

Alexander Chaushian - Armenian Rhapsody - Werke von Khachaturian, Zakarian, Sharafyan u.a.

Klänge Armeniens


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Armenian Philharmonic Orchestra spielt Stücke der armenischen Komponisten Khachaturian, Zakarian und Sharafyan unter der Leitung von Eduard Topchjan und bringt dem Hörer so ein Stück Armenien näher.

Unter armenischer Kunstmusik, insbesondere zeitgenössischer armenischer Musik, werden sich wohl – neben ein paar Experten – die wenigsten Hörer etwas vorstellen können. Dem Umstand könnte eine bei BIS veröffentlichte Einspielung abhelfen. In ‚Armenian Rhapsody‘ werden Werke von Khachaturian, Zakarian und Sharafyan präsentiert. Es spielt das armenische philharmonische Orchester unter der Leitung von Eduard Topchjan, Solist am Cello ist der in England lebende Armenier Alexander Chaushian.

Das Album beginnt mit einer 'Concerto-Rhapsody' für Cello und Orchester von Aram Khachaturian (1903–1978). Das Stück fängt mit fanfarenartigen Klängen an, die jedoch aufgrund der Klangqualität ihre Wirkung nicht wirklich zu entfalten wissen. Die Aufnahmen klingen an manchen Stellen etwas dumpf; es fehlt die Klarheit im Klang, die hohen Frequenzen werden an manchen Stellen verschluckt. Von diesem Manko wird man von den Musikern jedoch schnell abgelenkt, die das Werk sehr präzise und ausdrucksstark interpretieren. Insbesondere Chaushian macht hier mit seinem Spiel auf sich aufmerksam. Er wechselt ohne weiteres von einem dynamischen Extrem ins andere und versieht die Töne dabei mit einem sehr starken Vibrato, was diesem Stück einen besonders expressiven Charakter verleiht. Manche Töne scheint er regelrecht aus seinem Instrument herauszureißen und spielt dazwischen so zarte Töne, dass man meint, sie müssten von einem anderen Instrumentalisten stammen.

Die Zerrissenheit der menschlichen Seele

Der 'Concerto-Rhapsody' folgt das Stück 'Monograph', das von Suren Zakarian (geb. 1956) im Jahr 1995 komponiert wurde. Es ist ein Stück für Cello und Kammerorchester, das vor allem von dem starken Wechsel zwischen Forte und Pianissimo lebt. Zwischen sehr bewegten und aufreibenden Stellen bilden die Holzbläser immer wieder einen Ruhepunkt. Diese ruhigen Töne entwickeln mit der Zeit jedoch eine beinahe noch bedrohlichere Wirkung als die dichteren, voll orchestrierten Stellen. Erst zum Ende des Werkes hin scheint die bedrückende Atmosphäre überwunden zu sein. Streicherklänge bilden große Klangflächen, die beinahe unmerklich leiser werden, bevor sie gänzlich verschwunden sind. Die ‚Gefahr‘ ist zwar vorüber, aber dennoch können die Klänge der Streicher die Bedrohungen der vorigen Stellen nicht vergessen machen.

Das Album endet mit dem Stück 'Krunk' (armen. für Kranich), das von dem armenischen Komponisten Vache Sharafyan (geb. 1966) für Duduk, Cello und Klavier arrangiert wurde. Das ursprüngliche Stück ist eine mittelalterliche armenische Melodie, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Gesang und Klavier arrangiert wurde. Die Melodie wird in dieser Version vom Cello übernommen, das traditionelle armenische Duduk wird vom Arrangeur als ‚emotionales Echo‘ der Melodie eingesetzt. In der Praxis heißt das, dass mit dem Duduk die Melodie umspielt und besondere Aspekte betont werden. Hovhannisyan verleiht dem Stück mit seinem Duduk-Spiel diesen typisch armenischen Klang.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Maximilian Theisen,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Alexander Chaushian - Armenian Rhapsody: Werke von Khachaturian, Zakarian, Sharafyan u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
20.07.2011
Medium:
EAN:

CD
7318590019481


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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