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Freitag, 7. August 2020

Love is the Cause - Scottish Tunes for Viola da gamba & Guitar

Liebe zur schottischen Musik


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auf 'Love is the cause' erwecken Jonathan Dunford und Rob MacKillop traditionelle schottische Lieder des 17. und 18. Jahrhunderts, die von den beiden für Barockgitarre und Gambe arrangiert wurden, zu neuem Leben.

Mit ‚Love is the cause‘ mit Jonathan Dunford und Rob MacKillop veröffentlicht das Label Alpha eine interessante Zusammenstellung von traditionellem schottischen Liedgut. Rob MacKillop ist Musikwissenschaftler an der Universität von Edinburgh und ein Experte auf dem Gebiet der schottischen Musik des 17. Jahrhunderts. Auf seine Einladung hin wurde ‚Love is the cause‘ auf Grovesraine Manor in der Nähe der schottischen Hauptstadt in einem historisch authentischen Rahmen eingespielt. Es ist gut möglich, dass auf diesem Anwesen schon vor 300 Jahren diese oder sehr ähnliche Musik erklang.

Einfachheit als Kontrast zur englischen Barockmusik

Die Stücke, die für diese Aufnahme ausgewählt wurden, entstammen originalen Manuskripten aus der Barockzeit, haben jedoch wenig mit der komplexeren englischen Volksmusik dieser Zeit gemein. Vielmehr bilden diese Volksweisen einen Kontrast zur Musik der Herrschaft, unter deren Verwaltung Schottland damals stand. Es sind die einfachen Strukturen, die den Reiz dieser alten Musik ausmachen. Die musikalischen Vorlagen bieten den Musikern große Freiräume für ihre Interpretation, um diese Lieder sehr ausdrucksstark zu präsentieren; eine Möglichkeit, die Dunford und MacKillop voll ausschöpfen. Gefühlvoll werden die Lieder intoniert, sodass auch kleinste Verzierungen zur Geltung kommen. Den Musikern gelingt es, die Musik atmosphärisch und gleichzeitig sehr klar und eindeutig zu interpretieren. Man greift bei der Beschreibung solcher musikalischer Atmosphären gerne zu dem Begriff ‚Klangteppich‘. Diese Musik klingt jedoch viel leichter, viel feiner als ein dicht gewebter Teppich. Eher kommt dem Hörer ein leichtes, vielleicht durchsichtiges Tuch in den Sinn, dass von den beiden Interpreten gewoben wird.

Starke Vereinheitlichung

Was diese Aufnahmen etwas problematisch macht, ist die starke Ähnlichkeit vieler Stücke. Es fällt auch nach mehrmaligem Hören sehr schwer, einzelne Lieder wiederzuerkennen. Dies hat sicher damit zu tun, dass die einst vokalen Stücke nun ohne ihren charakterisierenden Text auskommen müssen. Noch dazu sind sie häufig sehr kurz und geben dem Hörer wenig Zeit sich in sie hineinzufinden, bevor das nächste Lied beginnt. Das Problem des fehlenden Textes wird zumindest für die ersten Lieder zu einem kleinen Teil über das Booklet gelöst. Hier findet man Teile der originalen Texte und ihre französischen Übertragungen. Die Texte können sehr hilfreich sein, wenn man sich mit einem einzelnen Stück genauer auseinander setzen möchte.

Eine andere Möglichkeit diese Musik zu hören, ist es, sich einfach von der Musik treiben zu lassen. Man achtet nicht mehr auf die einzelnen Stücke, sondern versteht sie als ein Ganzes, als ein Zeugnis vergangener Zeiten. Dieser emotionale Zugang zur Musik dürfte ihrer Idee und ihrem Charakter als Tanz- und Volksweisen sicherlich mehr entsprechen. Sobald man in diese Welt hineingefunden hat, fällt es schwer, sich dem Bann der meist zarten Klänge zu entziehen. Möglicherweise erscheinen dem Hörer plötzlich einige Passagen sogar sehr vertraut. So entdeckt man trotz der Einheitlichkeit kleine, interessante Elemente, die dieses Album hörenswert machen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Maximilian Theisen,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Love is the Cause: Scottish Tunes for Viola da gamba & Guitar

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
1
01.07.2011
Medium:
EAN:

CD
3760014195303


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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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