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Donnerstag, 23. Januar 2020

Suk, Josef - Asrael Sinfonie

Dem Tod den Schrecken genommen


Label/Verlag: Supraphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Charles Mackerras dirigiert in einem späten Konzertmitschnitt Josef Suks Symphonie 'Asrael'. Die Interpretation vermittelt vor allem Ruhe und Würde.

Charles Mackerras war als Dirigent äußerst vielseitig und setzte in seinem Wirken ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Zum Beispiel setzte er sich häufig für die böhmische und tschechische Musik ein, seit er in den vierziger Jahren in Prag bei Vaclav Talich studiert hatte. Dabei standen weniger Dvorák und Smetana im Mittelpunkt, sondern vor allem Janácek, aber auch unbekanntere Komponisten wie Josef Suk. Dessen Symphonie 'Asrael' hat als Werk eines sonst kaum je aufgeführten Komponisten inzwischen bemerkenswerte Beliebtheit erlangt. Einige sehr bekannte Dirigenten, und diese Spezies hält sich ja sonst gerne an das große Standartrepertoire, haben die Symphonie aufgeführt. Die Tschechen Vaclav Talich, Vaclav Neumann oder Jiri Belohlavek etwa, aber auch Vladimir Ashkenazy, Claus Peter Flor oder Kirill Petrenko gehören dazu.

Charles Mackerras dirigierte das Werk am 5. und 6. April 2007 in Prag mit der Tschechischen Philharmonie. Der Mitschnitt ist jetzt bei Supraphon erschienen und macht den Eindruck einer sehr sorgfältigen Darbietung. Fast könnte es sich um eine Studioproduktion handeln, denn Publikumsgeräusche sind so gut wie nicht zu hören, und das Orchester leistet sich auch keine Patzer. Lediglich der nicht ganz brillante Klang lässt auf einen Konzertmitschnitt schließen: Klar und echt hört sich die Aufnahme zwar meistens an, doch das dynamische Spektrum könnte besser abgebildet sein. Ein Violinsolo ist sehr stark hervorgehoben, einige Frequenzen (die Höhen) scheinen etwas matt. Manchmal kommt daher zu wenig Kraft rüber, allerdings hätte auch das Orchester im Fortissimo womöglich etwas mehr geben dürfen.

Technischer Klang und musikalische Interpretation sind in diesem Punkt nicht ganz deutlich zu trennen. Der Ansatz des im letzten Jahr verstorbenen und bei der Aufnahme des Konzertes bereits 81-jährigen Mackerras wirkt zwar nicht gerade altersmilde, aber dennoch verströmt die Produktion, aller orchestralen Ausbrüche zum Trotz, eher eine gewisse Ruhe und Würde. 'Asrael' ist ein Werk, in dem Suk den Tod seines Lehrers Dvorák und seiner jungen Frau, Dvoráks Tochter, verarbeitet. Dabei schreibt er nicht nur stille Trauer, sondern oft auch seinen ganzen Schmerz in die groß besetzte Partitur. In kräftigen Gesten artikuliert das Orchester diese Empfindungen, und da scheint manch andere Aufnahme der Deutung durch Mackerras überlegen zu sein. Zwar nivelliert er nicht die Ausdrucksunterschiede, doch die lyrischen Abschnitte der Musik gelingen ihm insgesamt besser. Bezogen auf die Geschichte hinter der Musik könnte man vielleicht sagen, dem Tod wird hier ein wenig der Schrecken genommen. Freilich nur ein wenig, denn trotz allem wirkt die Symphonie auch in dieser Aufnahme monumental und gewaltig. Der Begleittext im Beiheft stellt sehr stark die geschilderte Geschichte in den Mittelpunkt und belegt die Ausdruckswelt der Symphonie mit einigen Äußerungen Suks. Außerdem wird auf die besondere Verbindung des Dirigenten zu dieser Musik hingewiesen. Separate Informationen zu Orchester und Dirigenten sind jedoch nicht enthalten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Suk, Josef: Asrael Sinfonie

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Supraphon
1
18.02.2011
Medium:
EAN:

CD
099925404321


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Supraphon

Supraphon Music ist das bedeutendste tschechische Musiklabel und besitzt bereits eine lange Geschichte. Der Name "Supraphon" (der ursprünglich ein elektrisches Grammophon bezeichnete, das zu seiner Zeit als Wunderwerk der Technik galt) wurde erstmals 1932 als Warenzeichen registriert. In den Nachkriegsjahren erschien bei diesem Label ein Großteil der für den Export bestimmten Aufnahmen, und Supraphon machte sich in den dreißiger und vierziger Jahren besonders um die Verbreitung von Schallplatten mit tschechischer klassischer Musik verdient. Die künstlerische Leitung des Labels baute allmählich einen umfangreichen Titelkatalog auf, der das Werk von BedYich Smetana, Antonín Dvorák und Leos Janácek in breiter Dimension erfasst, aber auch andere große Meister der tschechischen und der internationalen Musikszene nicht vernachlässigt. An der Entstehung dieses bemerkenswerten Katalogs, auf den Supraphon heute stolz zurückblickt, waren bedeutende in- und ausländische Solisten, Kammermusikensembles, Orchester und Dirigenten beteiligt.


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