> > > Dvorák, Antonín: Klaviermusik zu vier Händen
Mittwoch, 17. Juli 2019

Dvorák, Antonín - Klaviermusik zu vier Händen

Wunderbare musikalische Raritäten


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Dvorak Klaviermusik

Elzbieta Kalvelage und Michael Ulrich Krücker vom Kölner Klavier- Duo begegneten sich während ihres Studium an der Kölner Musikhochschule. Sie haben sich einem Genre der Klavierliteratur verschrieben, das häufig zu wenig beachtet wird, dem Duospiel. Dieses Feld beherrschen sie auf höchstem künstlerischem Niveau, sie gaben Konzerte in ganz Europa, Asien, Südamerika und Australien. Weitgereist und viel beachtet, sind sie gerngesehene Gäste bei internationalen Musikfestivals. Sie haben mit dem Gürzenich- Orchester ebenso gespielt wie mit den Bamberger Symphonikern, dem Kölner Rundfunkchor, der Rheinischen Kantorei und vielen bekannten Sängern.
Liest man ihre Diskographie, ist man überrascht von dem breiten Spektrum ihrer Aktivitäten. Seien es nun Kompositionen von Mendelssohn, Brahms, Moszkowski, Moscheles , Schubert, Schumann, Julius Röntgen und Grieg für Klavier zu vier Händen oder von Czerny, L.Abeille, L.Kozeluh, F.J. Fröhlich, Malcolm Arnold und Julius Röntgen für Klavier zu vier Händen mit Orchester ? sie haben auf diesem Gebiet selten gespielte Kunstwerke ausgegraben und einem breiteren Publikum eröffnet. Auch die Verbindung von Wort und Musik gehört zu ihrem Tätigkeitsfeld, so mit Will Quadflieg und Christiane Oelze ( CD mit romantischen Quartetten & Gedichten: R.Schumann - H.Hofmann - J.Brahms) oder ein Wilhelm- Busch- Programm mit Rolf Sudbrack.

Durch Brillanz zur bestechenden Einheit
In Zusammenarbeit mit dem SWR hat Berlin Classics nun eine CD herausgebracht, die ganz dem Komponisten Antonin Dvorák gewidmet ist. Das sehr informative und kompetent geschriebene zweisprachigen Booklet zeichnet sich auch durch die dezente Gestaltung aus, die Abdrucke alter Notenheftbilder gibt einen ungefähren Eindruck von der Entstehungszeit. In einschlägigen Klaviermusikführern wird die reine Klaviermusik von Antonín Dvorák oft als hinter den Symphonien und Kammermusikwerken zurückstehend beschrieben. Wer die Einspielung des Kölner Klavier Duos aufmerksam gehört hat, kann dies allerdings nicht bestätigen, so beeindruckend ist deren Interpretation. Auch ein Blick in die Partituren ergänzt nur den positiven Eindruck.
Das erste Stück, eine vom Komponisten selbst angefertigte vierhändige Klavierfassung des Scherzo capricioso op.66, zeigt einen brillanten Klaviersatz, dem das Kölner Klavier Duo dann durch absolute Einheit im Zusammenspiel und einer ungewöhnlich breiten Ausdrucksskala zum Leben verhilft. Die sensible Anschlagskultur der beiden Musiker ermöglicht ein Miteinander, dessen Intensität nur durch jahrelanges Praktizieren möglich ist. Ursprünglich für Klavier zu zwei Händen gesetzt, wurden die folgenden Silhouetten op.8 von Theodor Kirchner für die vierhändige Spielweise bearbeitet, aus verlagsrechtlichen Gründen mit der niedrigen Opuszahl versehen (sie stehen dem Violinkonzert op.54 nahe) und Dvorák selber war von dieser Bearbeitung sehr angetan. Allein schon wegen dieser 12 ?kleinen? Stücke würde sich diese CD lohnen. Die Miniaturen erklingen in reizender Art, gefällig bei den ?weniger anspruchsvollen? Teilen, lyrisch verträumt mit warmen Klavierklang, rhythmisch gut akzentuiert bei den volksnahen Tänzen. Die Emotionalität wird sensibel wiedergegeben und die Lebendigkeit der Interpretation begeistert.

Selten, aber ausgezeichnet
Als weiteres ?Großwerk? präsentiert das Kölner Klavier Duo die Slawische Rhapsodie op.45 Nr.2, ursprünglich für großes Orchester geschrieben, vom Komponisten selbst für Klavier zu vier Händen bearbeitet. Hier hat man nicht den Eindruck einer Reduzierung des originalen Orchesterklanges, sondern Vorstellung und Fantasie der Musiker verbinden sich mit perfekter Technik zu einem spezifischen Gesamtklang, der die Möglichkeiten ?eines? Flügels voll ausschöpft. Polyrhythmik und reicher Kontrapunkt werden klar und mit musikalischer Bravour gespielt, nuancenreich die dynamische Gestaltung mit differenzierten Anschlagsarten verbunden. Die übrigen Werke dieser Einspielung, Polonaise Es-Dur, Menuette op.28 Nr.1 und Nr.2 sowie der Fest-Marsch op.54 sind auf ähnlich hohem musikalischen Niveau gespielt. Die Homogenität und Feinabstimmung von Elzbieta Kalvelage und Michael Krücker sind beeindruckend und charakteristisch für das ausgezeichnete musikalische und technische Level, auf dem sich beide mit diesem seltenen Musikgenre beschäftigen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




Kritik von Axel Engels,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorák, Antonín: Klaviermusik zu vier Händen

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
15.06.2002
63:11
2001
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0782124174026
0017402BC

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Dvorák, Antonín


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Interpret(en):Kölner Klavier Duo: Elzbieta Kalvelage & Michael Krücker,


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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