> > > Wagner, Richard: Orchesterwerke I
Freitag, 7. August 2020

Wagner, Richard - Orchesterwerke I

Magische Augenblicke


Label/Verlag: Octavia
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Edo de Waarts Wagner-Einspielung lässt keine Wünsche offen.

Vorliegende CD wurde bereits 2003 für das japanische Label Exton produziert und scheint nun auch den europäischen Markt erobern zu wollen. Das Philharmonische Radio-Orchester Holland unter der Leitung seines damaligen Chefdirigenten Edo de Waart musiziert hier Ouvertüren und Ausschnitte aus den Opern Richard Wagners auf einem hohen künstlerischen Niveau und kann sich durchaus neben den vielfältigen Einspielungen dieses Genres mit Bravour behaupten. Bombastisch und mitreißend lebendig gerät die Ouvertüre zu den 'Meistersingern'. Der dynamische Fluss der Musik zeigt in jeder Phase weit mehr als nur Routine eines geübten Orchesters; man erfährt fulminantes Musizieren, leidenschaftlich und gefühlswarm. Edo de Waart, der sich momentan in Europa etwas rar macht, ist ein Meister seines Fachs, den ich schon während seiner Zeit als Chefdirigent der Oper San Francisco geschätzt habe.

Homogene Klangsymbiose

Nach einem gelungenen Auftakt taucht das Orchester sehr überzeugend ein in die lichten Sphären des 'Lohengrin'. Mystisch und licht ist hier die Klangsprache, dennoch kraftvoll, gepaart mit einer wunderbaren Phrasierung. Ton auf Ton aufbauend, stellt Edo de Waart die Stimmungen fast plastisch spürbar in den Raum: eine ideale Interpretation, die vollkommen natürlich wirkt. Nicht minder überzeugend und mitreißend dann das Vorspiel zum dritten Akt der Oper. Edo de Wart leitete das Philharmonische Radio-Orchester Holland 15 Jahre lang; diese intensive und produktive Zusammenarbeit kennzeichnet auch die weiteren Aufnahme dieser CD. Selten hört man das Vorspiel zu 'Parsifal' majestätischer und doch gleichzeitig perfekt ausbalanciert – eine durchweg überzeugende Interpretation. Immer wieder überraschen Schattierungen und Tongebung. Wagners bekannte Orchesterwerke klingen lebendig und spannend. Ein kraftvoll geschmeidiger Klang, der in dieser Perfektion selten zu hören ist, kennzeichnet die Aufnahme.

Bezwingende Tonsprache

Die 'Holländer'-Ouvertüre zeigt Wagners orchestrale Meisterschaft schon in jungen Jahren. Edo de Waart arbeitet brillant das Mysteriöse der Holländer-Figur heraus, gleichzeitig gelingt es ihm die stürmische See wuchtig nachzuzeichnen. Man darf sich an einer glänzenden Aufnahme erfreuen, die als großartigen Abschluss die Vorspiele zu 'Tristan und Isolde' und 'Tannhäuser' beinhaltet. Auch hier ist wieder eine enorme geistige Verdichtung der Musik zu erleben, die dem Hörer durchaus magische Augenblicke bescheren kann, das gilt auch für die bestechend musizierte tonale Version des Liebestodes.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Midou Grossmann Kritik von Midou Grossmann,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Wagner, Richard: Orchesterwerke I

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Octavia
1
07.01.2011
Medium:
EAN:

SACD
4526977001537


Cover vergössern

Octavia

EXTON & TRITON sind zwei audiophile Reihen von Octavia Records aus Japan, die sich vornehmlich auf europäische Sinfonik, Klaviermusik und Kammermusik spezialisiert haben.

Die Zusammenarbeit mit so bedeutenden Orchestern wie Sydney Symphony, Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra, Netherlands Radio Philharmonic Orchestra und so berühmten Dirigenten und Künstlern wie Vladimir Ashkenazy, Manfred Honeck, Sakari Oramo, Pascal Rogé, Jaap van Zweden u.v.a. zeugen von derem hohen Anspruch.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Octavia:

  • Zur Kritik... Verbindung zweier Welten: Manfred Honecks Einspielung von Mahlers Fünfter Sinfonie ist ein nicht so herausragender Wurf wie die Erste, kann aber durch die stringente Umsetzung des interpretatorischen Konzepts für sich einnehmen. Weiter...
    (Dr. Tobias Pfleger, )
  • Zur Kritik... Bestechende Virtuosität: Der junge ukrainische Pianist Alexander Gavrylyuk widmet sich Prokojews Klavierkonzerten Nr. 3 und 5. Auch wenn hier und da noch einiges im Ausdruck differenziert werden kann: Gavrylyuks pianistische Brillanz ist bestechend. Weiter...
    (Dr. Tobias Pfleger, )
  • Zur Kritik... Brillante Umsetzung: Der junge ukrainische Pianist Alexander Gavrylyuk widmet sich Prokofjews Klavierkonzerten Nr. 1, 2 und 4. Das Ergebnis ist von bezwingender Brillanz. Weiter...
    (Dr. Tobias Pfleger, )
blättern

Alle Kritiken von Octavia...

Weitere CD-Besprechungen von Midou Grossmann:

  • Zur Kritik... Cinderella aus den Südstaaten: Jessye Normans Autobiographie ist eine interessante Ergänzung zu ihren Aufnahmen. Ihre Lebensschilderung bleibt aber doch eher an der Oberfläche. Weiter...
    (Midou Grossmann, )
  • Zur Kritik... Oper für Blockflöte: Das Ensemble L'Ornamento verlegt barocke Arien auf die Blockflöte. Das instrumentale Singen ist verspielt, aber ohne den Schattierungsreichtum, der einer Singstimme zur Verfügung steht. Weiter...
    (Midou Grossmann, )
  • Zur Kritik... Düstere Geschichten in neuem Gewand: Aribert Reimanns 'Lear' kam 2012 in Hamburg neu auf die Bühne. Dieser Mitschnitt aus dem Jahr 2014 lässt keine Wünsche offen, sonfern man sich darauf einlässt, einer Aufführung ohne Momente des Lichts und der Hoffnung beizuwohnen. Weiter...
    (Midou Grossmann, )
blättern

Alle Kritiken von Midou Grossmann...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Virtuose Höhenflüge: Michael Korstick unterstreicht seine hohe Liszt-Kompetenz. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Neuer 'Ring' vom Rhein: Dieses klangschöne und lebendige 'Rheingold' macht Laune und lässt die Vorfreude auf die weiteren drei Veröffentlichungen größer werden. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Kroatische Musiktragödie: Die kroatische Nationaloper 'Nikola Subic-Zrinjski' entfaltet auch außerhalb des Landes ihre musikalische Wirkung. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Henri Marteau: String Quartet No.1 op.5 in D flat major - Allegro giocose, ma non troppo vivo

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich