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Donnerstag, 20. Juni 2019

Bromboszcz, Stanistaw - Kammermusikwerke

Hommage an Frédéric Chopin


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Label DUX porträtiert den jungen polnischen Komponisten Stanislaw Bromboszcz. Einige der Stücke lassen wenig kompositorische Individualität erkennen, eines aber vermag zu begeistern.

Die vorliegende, beim Label Dux erschienene CD mit Werken des polnischen Komponisten Stanislaw Bromboszcz trägt den Titel ,Junge Komponisten in Hommage an Frédéric Chopin‘. Man könnte vermuten, dass mit dieser CD-Reihe Kompositionen vorgestellt werden, die einen Bezug zu dem 1810 in der Nähe von Warschau geborenen und 1849 in Paris gestorbenen Pianisten und Komponisten herstellen; dass zum Beispiel die neuen Kompositionen Chopin zitieren sollten oder lyrisch-romantische Anklänge aufweisen. Geht man nach dem Booklettext, ist das glücklicherweise nicht der Fall, die Komponisten haben keine künstlerischen Vorgaben. ,Junge Komponisten in Hommage an Frédéric Chopin‘ ist ein vierjähriges Förderprogramm für 13 junge Komponisten aus Anlass des zweihundertsten Geburtstags von Frédéric Chopin. Das polnisch-französische Programm umfasst neben der Bereitstellung von Aufführungsmöglichkeiten unter anderem eben auch eine CD-Veröffentlichung.

Instrument und Elektronik

Stanislaw Bromboszcz wurde 1980 in Krakau geboren und studierte in Katowice Klavier und Komposition. Seine Studien setzte er später an der Musikhochschule in Stuttgart fort. Heute arbeitet er wieder in Katowice. Die vorliegend eingespielten Kompositionen stammen aus den Jahren 2005 bis 2009. Zwei davon sind Kompositionen mit Elektronik, die 'Muzyka Iustrzana' (Spiegelmusik) für Klavier und Elektronik und 'Obrazy' (Bilder) für Cello und Elektronik. Es sind die beiden jüngsten, aber auch die am wenigsten interessanten Stücke der CD. Es ist seltsam: Scheinbar bietet die elektronische Musik unendlich viele Möglichkeiten, während herkömmliche Instrumente, ja ein ganzes Orchester, auf die von den Instrumenten vorgegebenen Möglichkeiten beschränkt sind. Und doch klingt die elektronische Musik oft sehr ähnlich, oft zu ähnlich, und es scheint ein weiter Weg zu sein, bis ein Komponist auf diesem Weg eine eigene musikalische Sprache entwickelt hat. Auch die Methode, Originalklänge von Instrumenten abzunehmen und elektronisch zu verarbeiten, ist nicht unüblich; aber sie führt allzu oft zu klanglich ähnlichen Ergebnissen. So sind denn auch diese beiden Kompositionen von Stanislaw Bromboszcz solide, doch noch zu wenig individuell.

Die gelungenste Komposition der CD ist 'Przemiany' (Transformationen) für Cello und Kammerensemble aus dem Jahr 2005. Das Stück ist klangschön, kompositorisch dicht und ausdrucksstark, gut durchgehört und zudem auch vom Orkiestra Muzyki Nowej unter der Leitung von Szymon Bywalec ausgezeichnet interpretiert. Hier, in dieser Komposition, findet Stanislaw Bromboszcz zu einer eigenen Sprache, zu einem eigenen Ausdruck.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Patrick Beck Kritik von Patrick Beck,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bromboszcz, Stanistaw: Kammermusikwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
DUX
1
16.08.2010
65:14
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
5902547007465
DUX 0746


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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