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Freitag, 19. Juli 2019

Moniuszko, Stanislaw: FLIS - FLIS. Oper in einem Akt

Unterhaltsamer Einakter


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit 'Flis' erinnert das Label DUX an einen unterhaltsamen Einakter von Stanislaw Moniuszko mit hübscher Musik, der für die Opernwelt vermutlich trotzdem nur von nationaler Bedeutung bleiben wird.

Stanislaw Moniuszko ist selbst dem erfahrenen Operngänger vermutlich nur durch seine polnische Nationaloper 'Halka' oder das selten gespielte 'Geisterschloss' bekannt. Immer wieder haben sich vor allem polnische Sängerinnen und Sänger wie Wieslaw Ochman oder Teresa Zylis-Gara und in jüngster Zeit Piotr Beczala der Musik ihres stiefmütterlich behandelten Landsmannes angenommen und konnten zumindest Arien aus diesen beiden großen Werken auf Tonträger verewigen. Die ebenfalls existierenden Gesamtaufnahmen von Moniuszko-Opern gehören eher nicht zu den populären Verkaufsschlagern außerhalb Polens. Den westlichen Opernfans völlig unbekannt dürfte der romantische Einakter 'Flis' (Der Flößer) sein.

Moniuszko schrieb diese kurze Oper 1858 und brachte sie in Warschau selbst zur Aufführung. Die Geschichte schwankt zwischen heiterem Rührstück und handfestem Schwank. Zosia, die Tochter des alten Antoni, will den jungen Flößer Franek heiraten, der zu Beginn der Oper in einem Sturm auf der Weichsel vermisst wird. Der Vater hat aber andere Pläne und den Warschauer Friseur Jakub als Bräutigam ausersehen. Es kommt wie es kommen muss: Franek kommt im ungünstigsten Moment wohlbehalten an Land und Zosia verzweifelt an ihrer Situation zwischen Gehorsamkeit und wahrer Liebe. Doch die Oper hat ein glückliches Ende, als der junge Flößer in dem Nebenbuhler seinen verschollenen Bruder erkennt. Jakub verzichtet und das junge Paar darf heiraten.

Diese kleine Alltagsszenerie bietet dem Komponisten dankbare Momente für süffige Arien, effektvolle Chorpassagen, eine reizvolle Ouvertüre, zwei Duette und ein kleines Quartett. Tiefschürfend ist dieser Einakter nicht, aber durchaus unterhaltsam. Es lässt einen allerdings schon Schmunzeln, wenn zu Beginn von 'Flis' die Dorfbewohner nach einem Gewitter eine pathetische Preghiera anstimmen, als befände man sich in einer großen italienischen Oper. Moniuszkos Musik aber verfehlt ihre Wirkung keineswegs. Jede einzelne Nummer klingt solide gebaut, bisweilen sogar durchaus originell und letztlich überzeugt der ungeheure Melodienreichtum in 'Flis'.

Durch Piotr Beczala eben auf seinem letzten Soloalbum bekannt geworden, ist das Auftrittslied des Franek von besonderer Schönheit. In der vorliegenden Einspielung vom September 2009 übernimmt der Tenor Boguslaw Bidzinski die Tenorpartie des Franek. Er verfügt zwar nicht über die üppige Tonschönheit und Raffinesse von Beczala, aber sein heller Tenor erklimmt mühelos die erforderlichen Höhen und kann mit schlanker Tongebung in der Rolle des jungendlichen Geliebten ohne Ausfälle überzeugen.

Als Jakub fällt der Bariton Michal Partyka durch seine prononcierte Textbehandlung und die komödiantischen Zwischentöne auf. Von baritonalem Balsam ist hier wenig zu hören, der Gesang fällt eher kräftig und kehlig aus. Eine ernsthafte Konkurrenz zu Franek ist dieser Jakub nicht, das macht Partyka unmissverständlich klar und folgt damit aber der musikalischen Figurenzeichnung Moniuszkos. In der Partie der Zosia gefällt Iwona Socha mit ihrem warmen Sopran, der auch noch im zarten Piano zu glühen scheint. Dabei gestaltet sie die Leiden Zosias mit einer berührenden Innigkeit, ohne die nötige Leichtigkeit vermissen zu lassen. Leszek Skrla gibt einen kultiviert phrasierenden Antoni und als Szóstak kommt Janusz Lewandowski mit profundem Bassbariton zum Einsatz.

Am Pult des Orchesters der ‚Oper im Schloss‘ steht der erfahrene Warcislaw Kunc, der sein kleines Ensemble und den akkurat agierenden Chor liebevoll durch die Partitur leitet. Seinen Bemühungen ist es unter anderem zu verdanken, dass die ‚Oper im Schloss‘ in Szczecin die einzige Oper in Polen ist, auf deren Spielplan alle Opern von Stanislaw Moniuszko stehen. Mit 'Flis' erinnert nun das Label DUX an einen unterhaltsamen Einakter mit hübscher Musik, der für die Opernwelt vermutlich trotzdem nur von nationaler Bedeutung bleiben wird.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Moniuszko, Stanislaw: FLIS: FLIS. Oper in einem Akt

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
DUX
1
01.07.2011
55:38
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
5902547007366
DUX 0736


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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